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01.02.2007

Linux im Weltraum

Das AFRL (Air Force Research Laboratory), eine Forschungseinrichtung der US-Luftwaffe, hat Ende Dezember erfolgreich den Kleinsatelliten TacSat-2 http://www.wff.nasa.gov/tacsat2/ ins All geschossen. Der nur 218 Kilogramm schwere TacSat-2 hat eine von der PTR Group entwickelte Linux-Lösung an Bord, die beim so genannten Target Indicator Experiment (TIE) zum Einsatz kommt. Das TIE dient der Erfassung von diversen Funksignalen, unter anderem von solchen, die das in der Schifffahrt eingesetzte Automatic Identification System (AIS) http://www.navcen.uscg.gov/enav/ais/default.htm ausstrahlt.

Die Aufgabe der auf embedded Systeme spezialisierten PTR Group http://www.theptrgroup.com bestand unter anderem in der Anpassung eines Linux-Kernels und der Treiber für diverse Geräte. Der Clou an der Bestückung des Mikrosatelliten ist laut den Beteiligten die kostengünstige Zusammensetzung von Gerätschaften und Software aus handelsüblichen Komponenten – Open-Source-Software zählt ebenfalls dazu.

Als Starthilfe ins All dient eine Minotaur-1-Rakete der US-Luftstreitkräfte.

Jimbo Wales erfindet Suchmaschine neu

Wikipedia-Initiator Jimmy "Jimbo" Wales hat sich Gedanken über den seiner Meinung nach desolaten Zustand der Suchmaschinen gemacht. Als fundamentale Instrumente des Internet weisen Suchmaschinen für Wales dieselben Defekte auf, die auch bei proprietärer Software zu beobachten sind: Keine Freiheit, keine Community, verwehrte Zugänge, fehlende Transparenz.

Mit dem Projekt Search Wikia will Wales das ändern. Zwar konnte der Open-Source-Aktivist keine fertige Lösung auf den Gabentisch legen, stellt aber den Plan für eine Community-basierte und -angetriebene Suchmaschine zur Diskussion und hofft auf Mitstreiter. Über Weihnachten polierten die Projektmitglieder die Search-Wikia-Site auf, das Community-Portal http://search.wikia.com/wiki/search:Community_Portal ging mit diversen Tipps online.

Entwickler sind nun eingeladen, sich an einer "editable open content free search engine" zu beteiligen. Für den Anfang soll das Portal Search Wikia als Sammelbecken für Grundlagenartikel dienen. Eine "Wanted"-Liste (http://search.wikia.com/wiki/search:Wanted_pages) gibt Auskunft darüber, was an Basiswissen über Suchmaschinen und deren Technologie in Form von Wiki-Beiträgen wünschenswert wäre.

Looking Glass 1.0 – Desktop in 3D

Sun Microsystems hat sein Open-Source-Projekt Looking Glass für Linux, Solaris und Windows in der Version 1.0 veröffentlicht. Entsprechende Hardware-Ausrüstung mit 3D-Grafikkarte, ausreichend Speicher und Prozessorleistung vorausgesetzt, zaubert Looking Glass diverse 3D-Effekte auf den Monitor. Dreidimensionale Ordner, die sich drehen und wenden lassen, zählen dazu.

Beim Kurztest in der Redaktion (siehe Seite 41) zeigte das in Java geschriebene Looking Glass einen unerfreulichen Hardwarehunger, erst auf Systemen ab 128 MByte Grafikspeicher lief Looking Glass leidlich flott. Der Nutzwert der Technologie als räumliche Ordner- und Anwendungsverwaltung erschließt sich zwar nicht auf Anhieb, der experimentierfreudige Anwender bekommt aber ein ansehnliches Spielzeug auf den Desktop.

Version 1.0 ist für Linux, Windows und Solaris zum Download (https://lg3d-core.dev.java.net/binary-builds.html) erhältlich. Die Installation der angebotenen Binärpakete birgt diverse Abhängigkeiten. Besser klappt es mit dem so genannten Megabundle, das einen guten Teil der erforderlichen Komponenten enthält – darunter auch die Java-6-laufzeitumgebung, jedoch keine proprietären Grafiktreiber.

Dreidimensionale Ordneransicht – Looking Glass macht's möglich.

Tapferer Roboter unter Linux

Im Jahr 2169 haben Androiden unter Führung des bösen Professors Setag die Menschen versklavt. Nuts, der kleine Roboter aus der Hinterhofwerkstatt, und sein fliegender Toaster Scrap treten zur Rettung an. Das ist die Geschichte hinter dem Computerspiel "Nuts & Scrap", das die spanische Firma Devilish Games nun unter http://devilishgames.com/nutsandscrap/ in einer Linux-Version anbietet.

Wer die Vollversion des kommerziellen PC-Spiels herunterladen möchte, muss vorher rund 10 Euro über Paypal zahlen. Daneben gibt es auf der Website des Herstellers eine kostenlose Demoversion. Zur Installation kommt das System Autopackage zum Einsatz.

Das Spielchen, das sich über die PC-Tastatur bedienen lässt, stellt nur bescheidene Anforderungen an die Hardware: Ein 32-Bit-Prozessor von Intel mit MMX-Funktionen, 128 MByte Arbeitsspeicher, 30 MByte Plattenplatz sowie eine von OSS/ALSA unterstützte Soundkarte sind nötig. Daneben braucht der Spieler Kernel 2.6 sowie die Bibliotheken SDL 1.2, SDL_mixer 1.2, Zlib 1.0 und Glibc 2.4. Diese Bedingungen erfüllen beispielsweise Ubuntu "Edgy Eft" und OpenSuse 10.2.

Das Spiel vereint Adventure-Elemente mit Jump-and-Run-Aktionen. Dabei geht es unblutig zu: Nuts duckt sich vor den Laserstrahlen der Angreifer und bringt sie mit seiner Spritzpistole zum Kurzschluss. Ein amüsantes Detail: Wer den Namen des bösen Professors rückwärts liest, ahnt, warum es dieses Spiel für Linux gibt.

Die Menschheit spielend unter Linux retten: Der Roboter Nuts und sein fliegender Toaster (rechts) bekämpfen böse Androiden (links).

Yellow Dog Linux für die PS3

Yellow Dog Linux (YDL) versucht sich als alternatives Betriebssystem für Sonys Spielekonsole Playstation 3 zu etablieren. Hersteller Terra Soft bietet zum Jahreswechsel die Distribution Yellow Dog Linux 5.0 zum kostenlosen Download http://www.terrasoftsolutions.com/resources/downloads.shtml an. Als Kernkomponenten des auf Fedora Core basierenden Betriebssystems fungieren der Kernel 2.6.16, GCC 3.4.4 und Glibc 2.4. Als Desktop-Oberfläche kommt bei YDL erstmals Enlightenment 17 zum Einsatz.

Ob sich die Bestückung der Sony-Konsole mit einem alternativen Betriebssystem lohnt, ist fraglich. Der japanische Konzern hat zwar daran gedacht, einen eigenen Menüpunkt für zusätzliche Betriebssysteme zu kreieren, verwehrt diesen allerdings den direkten Zugang zum Grafikchip. Das bedeutet: Fehlanzeige in Sachen 2D- und 3D-Beschleunigung. Schnittstellen wie Netzwerk, WLAN und Bluetooth dagegen lassen sich ansprechen. Terra Soft spricht deshalb von einem vollwertigen PC, der nach der Bestückung mit YDL entstehen soll – fehlt hierzulande nur noch die PS3 selbst, die erst im März auf den europäischen Markt kommen soll.

BSI zertifiziert Smart-Card-Terminal

Das vom deutschen Unternehmen Kobil entwickelte Smart-Card-Terminal KAAN Advanced ist vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert worden und entspricht damit der Sicherheitsstufe EAL3+ (Evaluation Assurance Level). Zudem hat der Smart-Card-Leser die Bestätigung nach dem Signaturgesetz erhalten. Das in einem HBCI-Homebanking-Bundle verkaufte Gerät darf somit auch für Anwendungen ins Spiel kommen, die dem Signaturgesetz entsprechen müssen, dazu zählen S-Trust-Zertifikate oder Zertifikate andere zugelassener Trustcenter.

Der KAAN Advanced ermöglicht als Terminal der Sicherheitsklasse 2 und die PIN-Eingabe über die Tastatur des Lesegeräts, was als sicherer gilt als das Eintippen via PC-Tastatur. Der Leser unterstützt laut Hersteller die Betriebssysteme Windows und Linux. Anschluss findet KAAN Advanced wahlweise über den USB- und den seriellen Anschluss. Wer nicht nur der Datenübertragung über das Internet, sondern auch der näheren Umgebung misstrauisch gegenüber steht, schätzt das versiegelte Gehäuse des Geräts: Manipulationen daran kann der Anwender leicht erkennen.

Das Terminal KAAN Advanced ermöglicht unter anderem Homebanking gemäß HBCI.

Joomla-Buch kostenlos

Der Verlag Addison-Wesley (http://www.addison-wesley.de) stellt das Joomla-Buch von Hagen Graf zum kostenlosen Download zur Verfügung. Der Titel aus dem Jahr 2005 beschäftigt sich mit Version 1.0 des Content-Management-Systems und ist unter http://download.pearsoned.de/dg/openebook/3827323444_Joomla_OpenEbook.zip als komprimierte PDF-Datei erhältlich. Der Computerbuch-Verlag gibt das Buch gratis ab, da er bereits eine Neuauflage zur Joomla-Folgeversion 1.5 im Katalog hat.

Neues Ubuntu-Forum

Unter http://ubuntufreunde.de hat Thomas Eschmann ein neues Forum zur beliebten Linux-Distribution Ubuntu eröffnet. Es gesellt sich zu anderen deutschsprachigen Community-Angeboten, wie http://www.ubuntuusers.de und http://www.kubuntu.de. Die Ubuntufreunde verzeichnen bereits über 1000 Beiträge. Die Spannbreite reicht dabei von Antworten auf Einsteigerfragen ("Der Flashplayer geht nicht") bis zu Howtos, die WLAN-Verschlüsselung mit WPA2 oder das Kompilieren eines Echtzeit-Kernels beschreiben.

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