Sind Sie auf der Suche nach einem leisen, hochauflösenden Tintenstrahl- und Fotodrucker, dann lohnt ein Blick auf den Epson R800. Der A4-Printer überzeugt durch qualitativ hochwertige Ausdrucke, kostet allerdings mit rund 300 Euro etwas mehr als Tintenstrahler von der Stange. Im Gegenzug fallen die Druckkosten mit rund 80 Cent pro A4-Seite (ohne Papier) relativ moderat aus [1].
Um den R800 unter Linux zum Laufen zu bekommen, benötigen Sie eine aktuelle Distribution mit Gutenprint 5.0 [2]. Der Nachfolger von Gimp-Print unterstützt die wichtigsten Funktionen des Druckers bis zu einer Auflösung von 2880x1440 dpi. Gutenprint-Support bieten aktuell Mandriva 2007, Open Suse 10.2 und Ubuntu 6.10. Auf diesen drei Distributionen testeten wir den Drucker. Dapper Drake unterstützt den R800 per CUPS-Update ebenfalls.
Auspacken, loslegen
Epson ist ja mittlerweile berüchtigt dafür, dass die Druckköpfe bei Nichtgebrauch gerne eintrocknen und sich nicht mehr wiederbeleben lassen. Da das LinuxUser-Testgerät knapp zwei Monate unbenutzt in einem Karton herum stand und der Drucker zunächst nur hübsche Streifenmotive produzierte, befürchteten wir schon das Schlimmste. Nach zweimaliger manueller Reinigung laut Handbuch fielen die Ausdrucke jedoch perfekt aus. Als Profidrucker verfügt der R800 neben der USB- auch über eine Firewire-Schnittstelle. Über das Firewire-Kabel mochte aber keine der getesteten Distributionen drucken.
Über eine spezielle Einlage, die Sie nach dem Hochstellen der Papierausgabe in den Drucker schieben können, bebildert der Epson-Printer auch bedruckbare CDs und DVDs. Eine spezielle Software ist dazu nicht nötig: Der Drucker tastet den Datenträger ab und füllt die möglichen Bereiche automatisch, wenn Sie im Druckerdialog als Papiereinzug Print to CD wählen. Vorlagen für CDs erstellen Sie zum Beispiel in Gimp, mit Scribus oder in OpenOffice. Farbgrafiken druckt der R800 in weniger als einer Minute, für ein perfektes A4-Foto lässt er sich allerdings eine Viertelstunde Zeit.
Weniger gut eignet sich der R800 für Textdokumente. Hier erreichen Sie mit einem Laserdrucker deutlich bessere Ergebnisse in wesentlich kürzerer Zeit.
Mtink
Möchten Sie wissen, wie viel Tinte sich noch in den acht Patronen des R800 befindet, brauchen Sie Mtink (Abbildung 1). Bei Mandriva Linux gehört das Programm zur Standardinstallation, Ubuntu-Benutzer installieren es aus dem Universe-Repository nach. Unter Suse Linux suchen Sie vergebens nach einem gleichnamigen Paket: Hier müssen Sie die Software aus dem Quellcode [3] übersetzen, was nach der Installation der Pakete openmotiv und openmotiv-devel mit dem Dreischritt ./Configure (mit großem C), make und sudo make install problemlos funktioniert.
Unter Ubuntu und Suse starten Sie dann per sudo mtinkd den Mtink-Daemon, danach das eigentliche Tool mit sudo mtink (Ubuntu) beziehungsweise mtink (Suse). Unter Mandriva läuft der Daemon bereits und Sie benötigen keine Superuser-Rechte, um den Tintenstand abzufragen. Mit Mtink lassen sich zudem die Druckköpfe reinigen. Die Funktion zum Ausrichten funktionierte in den Tests nicht. Ohne Spezialsoftware starten Sie die Ausrichtung, indem Sie beim Einschalten des Druckers die Taste mit dem Mülleimer und dem Papierblatt gedrückt halten.


