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KDE-News

01.02.2007

Digikam 0.9 auf Profikurs

Das neue Release 09.9 der Fotoverwaltung Digikam unterstützt den professionellen Umgang mit Fotos: Bilder lassen sich im RAW-Format mit 16-Bit-Farbraum einlesen und bearbeiten, kameraspezifische ICC-Profile sorgen für eine erheblich höhere Farbtreue. Damit rückt der Funktionsumfang in den Bereich kommerzieller Software, die Arbeit mit Digikam bleibt jedoch weiterhin recht einfach.

So hält Digikam nach wie vor eigene Filter etwa für die Korrektur roter Augen bereit und unterstützt mit den Kipi-Plugins die unter fast allen KDE-Grafikanwendungen funktionierenden Erweiterungen, von denen immer mehr entstehen. Unter http://www.digikam.org/?q=download steht das Programm für Arch Linux, Debian, Kubuntu und Suse Arch zur Verfügung.

digikam.png

Mit passenden ICC-Profilen entlockt Digikam einem Bild die korrekten Farben.

Qemu komfortabel konfigurieren

Zwar kann die freie virtuelle Maschine Qemu mittlerweile in Sachen Geschwindigkeit mit proprietären Lösungen wie VMware mithalten, die Konfiguration allerdings gestaltete sich bislang umständlich: Um das Gastsystem zum gewünschten Verhalten zu bewegen, galt es zahlreiche Kommandozeilenparameter zu einer Liste zusammenzufassen.

Abhilfe schafft hier das Programm QtEmu, dessen Oberfläche sich stark an das Look-and-feel der VMware Workstation anlehnt. Es kann mehrere virtuelle PCs verwalten, starten und stoppen. Für jede Maschine erlaubt QtEmu, die Hardwarekomponenten einzeln per Schieberegler anzupassen. Je nach ausgewähltem Betriebssystem passt das Frontend dabei die vorgegebenen Werte an. Anders als bei VMware startet der Emulator die Hosts aber weiterhin in je einem externen Fenster, das sich per Tastatur bedienen lässt – etwa, um in den Vollbildmodus zu wechseln.

QtEmu liegt auf http://www.qtemu.org zum Download bereit. Für Windows gibt es das Programm als ausführbares Paket, Benutzer anderer Plattformen müssen QtEmu via CMake selbst übersetzen.

qtemu.png

Mit QtEmu wird die freie virtuelle Maschine Qemu für alle nutzbar.

Qtopia nun auch unter GPL

Der norwegische Softwarehersteller Trolltech stellt die neuste Version 4.2 von Qtopia, einer Linux-basierten Anwendungsplattform für eingebettete Geräte wie PDAs oder Smartphones, unter die General Public License. Neben einem auf dem Helix-DNA-Client von Real Networks basierenden Mediaplayer bringt das neue Qtopia-Release VoIP- und Wireless-Funktionen mit. Ein zweites Display lässt sich extern anschließen.

Die GPL-Variante soll bis auf die fehlende DRM- und Telefonie-Unterstützung identisch zur kommerziellen Variante sein. Bislang bot Trolltech den Embedded-Kunden nur für Qtopia Core – die Qt 4-Variante für eingebettete Linux-Systeme – eine Duallizenz an.

Damit stehen laut Aussage des Herstellers nun alle Trolltech-Produkte unter einer Duallizenz. Trolltech sorgte zuletzt durch das Qtopia Greenphone, ein auffälliges Entwickler-SDK, für Aufmerksamkeit auf dem Embedded-Markt.

qtopia.png

Trolltechs Plattform für Handys und PDAs steht nun auch unter der GPL.

Doch Webkit-Adoption durch KDE?

Der Plan, in KDE 4 zur Darstellung von Webseiten auf Apples Webkit statt das projekteigene KHTML zu setzen, nimmt immer konkretere Formen an: So stellten die KDE-Entwickler George Staikos und Lars Knoll auf einem Vortrag bei Yahoo den aktuellen Stand der Dinge vor und demonstrierten dabei eine lauffähige Version eines Qt-basierten Browsers.

Webkit ist Apples Version des KDE-Renderers KHTML und des Javascript-Interpreters KJS, die der Hard- und Softwarehersteller aus Cupertino für seinen Safari-Browser verwendet. Die Zusammenarbeit zwischen Apple und dem KDE-Projekt löste immer wieder Diskussionen aus. Vor allem war unter den KHTML-Entwicklern umstritten, ob man als freies Softwareprojekt mit Apple als Partner unter Gleichen zusammenarbeiten könne, wie dies der Handy-Hersteller Nokia und seit neustem auch der Grafikspezialist Adobe bereits tut.

Ein ähnlicher Kooperationsversuch mit dem Mozilla-Projekt war vor einigen Jahren an der Mozilla-internen Bürokratie zerbrochen. So blieb es bis heute beim Einsatz von KHTML. Da aber nun eine Reihe von KDE-Entwicklern in die Webkit-Entwicklung eingebunden sind und die Apple-Entwickler Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert haben, scheinen die meisten Steine aus dem Weg geräumt zu sein. So stammt bereits ein Großteil der SVG-Unterstützung aus den Federn von KDE-Entwicklern.

Die Hoffnung liegt dabei vor allem in der "Bug-Kompatibilität": Viele Webseiten sperren KHTML noch aus, obwohl es sich schon jetzt meistens identisch zu Webkit verhält. Webentwickler sollten daher auf die Verwendung von Webkit und nicht auf einen speziellen Browser prüfen. Außerdem müssten sie den Druck zurück an die Browserhersteller geben, anstatt für jeden Browser einzelne Ausnahmen einzubauen, forderte Staikos in seinem Vortrag (http://yuiblog.com/blog/2006/12/11/knoll-staikos-video/).

KDE-Entwicklerseiten nun als Wiki

Das KDE-Projekt bereitet einen Relaunch seiner Seite für Entwickler vor: Unter http://developernew.kde.org hat das Projekt bereits ein auf Mediawiki basierendes System online gestellt, das eine höhere Aktualität der Artikel garantieren soll. Bereits in der Betaphase enthält das Wiki neben einigen alten auch eine Reihe von interessanten neuen Tutorials zu KDE-4-Technologien. Einige davon, wie die zum neuen Systembus D-Bus oder zur korrekten Lokalisierung von Programmen, sind sogar bereits zu mehrteiligen Online-Kursen ausgebaut.

Zu verdanken ist dieser Erfolg neben der Wiki-Technologie nicht zuletzt der Einrichtung von eintägigen "Sprints": Jeden Freitag nehmen sich die Entwickler Zeit, um die Seite zu pflegen und ihre Technologien in neuen Tutorials zu erläutern. Doch auch die Benutzer sind gefragt: Durch die Gestaltung als Wiki hoffen die Macher, auch die Lesern häufiger Artikel hinterfragen, ergänzen oder aktualisieren.

Zu den Zielgruppen der Site zählen neben interessierten Hobby-Entwicklern auch so genannte ISVs (Independent Software Vendors): Sie finden dort eine Übersicht über Lizenzierungsfragen, Technologien, Portierbarkeit und die Zusammenarbeit mit der Open-Source-Gemeinschaft.

Die unter der GFDL sowie einer Creative-Commons-Lizenz dual lizensierten Inhalte der KDE-Devoloper-Site gibt es bislang ausschließlich in englischer Sprache. Das Projekt überlegt, in einem späteren Schritt auch verschiedene Übersetzungen anzubieten.

devnew.png

Die neue Entwicklerseite des KDE-Projekts setzt auch auf die Leser.

Wartungsrelease für KOffice 1.6

Das KOffice-Team hat mit der kürzlich freigegebenen KOffice-Version 1.6.1 vor allem Fehler im Datenbankfrontend Kexi und der Zeichenapplikation Krita behoben. Auch wenn die Kernprogramme dagegen vergleichsweise wenige Änderungen enthalten, lohnt das Update: So behoben die Entwickler eine Sicherheitslücke im Importfilter für Powerpoint-Präsentationen. Außerdem funktioniert KOffice nun auch mit älteren KDE 3.3-Installationen. Die Projektseite http://koffice.kde.org hält neben dem Quellcode auch Updatepfade für Suse- und Kubuntu-Benutzer bereit.

Sirius tritt KDE e.V. bei

Die britische Sirius Corporation wird Fördermitglied des KDE e.V. Der Open-Source-Dienstleister ist mit dem KDE-Projekt über das SQO-OSS-Projekt verbunden, einem EU-geförderten Projekt zur Ermittlung von Softwarequalitätsmaßstäben in Open-Source-Programmen.

Sirius ist damit das zweite Unternehmen, das sich der Organisation anschließt, seit diese auf der letzten Mitgliederversammlung die Türen für Fördermitgliedschaften öffnete. Zuvor war bereits Mark Shuttleworth mit seiner Firma Canonical beigetreten. Er wählte die höchste Förderstufe und darf sich nun "Patron of KDE" nennen. Der Verein gibt unter http://ev.kde.org/getinvolved/supporting-members.php einen Überblick über die verschiedenen Fördermitgliedschaften.

Universität kooperiert mit KDE

Nach dem von Google angestoßenen "Summer of Code" und der projektinternen Aktion "Season of KDE", bei denen ausgewählte Studenten einzelne Teile von KDE verbesserten, arbeitet die Universität von Toulouse nun direkt mit dem Projekt zusammen: Elf Studenten sollen den Projektmanager KPlato und den UML-Editor Umbrello verbessern, Hilfestellung bekommen sie dabei von den Autoren der jeweiligen Anwendungen.

Die Änderungen werden in KDE-4-Version von Umbrello sowie in die KOffice-2-Version von KPlato einfließen. Alle Teilnehmer zeigten sich begeistert von der Chance, einen Teil ihres Studiums mit der Arbeit an KDE verbringen zu können. Lediglich die knapp ausgefallene Quellcodedokumentation der KOffice-Bibliotheken ließ ein wenig Skepsis aufkommen.

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LinuxUser 05/2014

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