Hauen und Stechen
Strategiespiel Glest
Technik zum Anfassen
Die Grafik ist für ein Hobbyprojekt extrem detailliert und liebevoll gestaltet. Das sehen Sie beispielsweise an den Wasserflächen oder den schönen Partikeleffekten beim Angriff der Magier. Darüber hinaus lösen sich verschiedene Wetterlagen sowie Tag und Nacht ab. Diese Wechsel beeinflussen sogar das Spielgeschehen, indem sie die Sichtweite einschränken. Ebenfalls qualitativ hochwertig sind Musik und Sprachausgabe. So geben die Spielfiguren glaubwürdige und zur Figur passende Kommentare ab.
Auf Wunsch modifizieren Sie Glest in allen Einzelheiten. Hierzu genügt es meist, eine der vielen XML-Dateien anzupassen oder eines der speziellen Softwarewerkzeuge zu verwenden, von denen die meisten jedoch nur für Windows existieren. Zwar wurde in Vergangenheit eine Portierung in Angriff genommen, das daraus resultierende Tool ist jedoch mittlerweile veraltet und läuft nur dank eines inoffiziellen Patches mehr recht als schlecht. Neue 3D-Modelle greifen zudem auf 3D Studio Max zurück, was die Modifikationsmöglichkeiten unter Linux derzeit noch arg einschränkt.
Fazit
Leider agiert der Computergegner immer nach der gleichen Strategie: Hat er eine bestimmte Armeegröße erreicht, greift er an. Das wiederholt er so lange, bis der Gegner oder er selbst besiegt wurde. Diese Angriffsintervalle erzwingen auf der Gegenseite eine offensive Taktik. Als Spieler können Sie folglich nicht erst brav vor sich hin siedeln und dabei in Ruhe eine Armee aufbauen. Nach spätestens fünf Partien haben Sie aber den Dreh raus und kommen mit den herbeiströmenden Computergegnern zurecht.
Mangels Abwechslung in Form von Kampagnen oder Mehrspielerpartien über ein Netzwerk eignet sich Glest somit unter dem Strich ideal für ein schnelles Strategiespiel zwischendurch. Konzeptionell und technisch hält es sogar mit kommerziellen Konkurrenten seines Genres mit. Die interessanten Ideen – insbesondere auf Seiten der Magier – wirken erfrischend innovativ. Freunde der Echtzeitstrategie dürfen also beherzt zum Installationsprogramm greifen.
[1] Glest Homepage: http://www.glest.org
[2] Deutsche Sprachdateien: http://www.glest.org/files/contrib/translations/
[3] Loki-Installer für Glest: http://liflg.org/?catid=6&gameid=58
[4] Jam, eine Alternative zum Werkzeug Make: ftp://ftp.perforce.com/pub/jam



