Home / LinuxUser / 2007 / 02 / Geheimsache Ulteo

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Eingedost
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Aufteiler
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

Aufmacher

Geheimsache Ulteo

So plant Mandrake-Entwickler Gael Duval die Revolution auf dem Desktop

01.02.2007 Mandrake-Gründer Gael Duval geht in diesen Tagen mit einer neuen Distribution an den Start: Das bislang streng geheim gehaltenen Ulteo soll alles besser machen. Wir zeigen, was die Alpha 1 auf Lager hat.

Beim Namen Gael Duval klingelt es vor allem bei Mandriva-Nutzern: Duval hat den Vorläufer Mandrake Linux mitgegründet und arbeitete lange Zeit als Chefentwickler für die Distribution. Vor Monaten stellte ihm das mittlerweile in Mandriva umbenannte Unternehmen den Stuhl vor die Türe.

Comeback

Kürzlich meldete Duval sich nun wieder zu Wort: Mit großem Tamtam vermeldete er die Verfügbarkeit der Alpha 1 seines neuen Distributionsprojekts Ulteo (siehe Kasten "Ulteo in Kürze"). Das hatte er zwar vor Monaten schon in Aussicht gestellt, doch bis zum Release eines vorzeigbaren Ergebnisses vergingen fast zwei Monate mehr, als Duval ursprünglich erwartet hatte.

Ulteo in Kürze

Das System basiert auf Kernel 2.6.15 und benutzt X.org 7.0. Als Desktop ist KDE 3.5.2 mit von der Partie, Firefox und Thunderbird sind in Version 1.5.0.8 dabei. Als erstes eigenes Programm enthält die Distribution mit dem Ulteo General Daemon einen Dienst, der automatisch nach Updates für installierte Programme sucht. Ulteo ist zur Zeit nur für x86-Systeme erhältlich. Duval plant für die Zukunft auch Varianten für x86-64. Zusätzlich zu KDE sollen auch Varianten mit Enlightenment und Gnome als Desktop erscheinen. (Frank Wieduwilt)

Was bringt Duval jetzt dazu, mit einer neuen Distribution auf die Linux-Bühne zurückzukehren? In einem Interview mit Bruce Byfield von Linux.com [1] erläuterte er die Motivation hinter Ulteo so: Linux-Anwender aber auch Mac-OS- und Windows-User litten laut Duval darunter, dass sie häufig mit den Aufgaben eines Systemadministrators konfrontiert würden. Weil sie jedoch oft nichts anderes tun müssten, als auf Weiter oder Abbrechen zu klicken, entstehe der falsche Eindruck, dass sie zum Administrieren eines Systems in der Lage seien.

Außerdem sei es oft kaum möglich, von einer Version des Betriebssystems auf eine neue zu aktualisieren. Dass die Anwender bei einer Neuinstallation praktisch ihre gesamte gewohnte Umgebung verlören und sich ihre Daten häufig mühsam aus Backups wieder zusammensuchen müssten, störte Duval so sehr, dass er Ulteo mit dem Gedanken schuf, die genannten Probleme zu lösen.

Das Ulteo-Prinzip

Wie das technisch funktioniert, war kurz bis zur Alpha 1 von Ulteo Gegenstand wilder Spekulationen – Duval trug selbst kräftig zu den Gerüchten um Ulteo bei, indem er sich öffentlich praktisch nicht äußerte. Fest steht mittlerweile allerdings soviel: Praktisch all die Administrationsaufgaben, die aktuelle Distributionen vom User verlangen, bei Ulteo nicht mehr beim Benutzer liegen, sondern beim System selbst. Weil zu Administrationsaufgaben auch die Pflege der Software im System gehört, bedeutet das freilich, dass das System sich selbst auf dem aktuellen Stand halten soll.

Zu diesem Zweck plant das Ulteo-Projekt neben dem Betriebssystem selbst einen relativ breit gefächerten Fundus an Grundprogrammen. Mit Blick auf den Begriff "Operating system" nennt Duval diesen Fundus "Application System". Anders als bei aktuellen Distributionen gelangt der Fundus an Grundprogrammen aber nicht in Form von Paketen in das System – de facto ist das Paketsystem nämlich für den Benutzer unsichtbar. Ulteo lädt beim Systemstart stattdessen ähnlich wie Knoppix oder andere CD-Distributionen eine Image-Datei und hängt diese so in das System ein, dass sie anschließend Basis bildet.

Nur die lokalen Daten des Benutzers speichert das System noch dynamisch auf der Festplatte. Das Kalkül ist simpel: Wenn jeder Nutzer auf seinem System die exakt gleiche Image-Datei hat, dann gelingt der Austausch dieses Images durch eine aktualisierte Version relativ leicht. Überdies ermöglicht dies – von Hardwarefragen abgesehen – fast die gesamte Konfiguration ebenfalls zentral zu verteilen, weil ja alle Ulteo-Benutzer die gleichen Voraussetzungen haben.

Durch diesen Trick erreicht Duval sein Ziel: Der Benutzer nimmt im Grunde keine Administrationsaufgaben mehr wahr und auch um die ungeliebten Updates kümmert sich das System selbst – und zwar so, dass es nach dem Einspielen von Updates noch immer reibungslos seine Arbeit tut.

Tip a friend    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

1084 Hits
Wertung: 168 Punkte (10 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 05/2014

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,95 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 60,60) können Sie im Medialinx-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Bilder vergleichen mit diffimg
Bilder vergleichen mit diffimg
Tim Schürmann, 01.04.2014 12:40, 1 Kommentare

Das kleine Werkzeug diffimg kann zwei (scheinbar) identische Bilder miteinander vergleichen und die Unterschiede optisch hervorheben. Damit lassen sich nicht nur Rätsel a la „Orignial und Fäls...

Aktuelle Fragen

programm suche
Hans-Joachim Köpke, 13.04.2014 10:43, 8 Antworten
suche noch programme die zu windows gibt, die auch unter linux laufen bzw sich ähneln sozusagen a...
Funknetz (Web-Stick)
Hans-Joachim Köpke, 04.04.2014 07:31, 2 Antworten
Bei Windows7 brauche ich den Stick nur ins USB-Fach schieben dann erkennt Windows7 Automatisch, a...
Ubuntu 13.10 überschreibt immer Windows 8 Bootmanager
Thomas Weiss, 15.03.2014 19:20, 8 Antworten
Hallo Leute, ich hoffe das ich richtig bin. Ich habe einen Dell Insipron 660 Ich möchte gerne Ub...
USB-PTP-Class Kamera wird nicht erkannt (Windows-only)
Wimpy *, 14.03.2014 13:04, 15 Antworten
ich habe meiner Frau eine Digitalkamera, AGFA Optima 103, gekauft und wir sind sehr zufrieden dam...
Treiber
Michael Kristahn, 12.03.2014 08:28, 5 Antworten
Habe mir ein Scanner gebraucht gekauft von Canon CanoScan LiDE 70 kein Treiber wie bekomme ich de...