Linux setzt sich im Server-Bereich auf breiter Front durch, gilt allerdings als schwer zu administrieren: Wer Linux-Power nutzen möchte, muss sich zunächst gründlich in die Materie einarbeiten. Etliche Distributoren liefern deswegen Administrationsfrontends mit, die dem Anwender erlauben sollen, den Server auch tiefere Kenntnisse einzurichten und zu verwalten.
Xandros [1] hat diesen Trend perfektioniert: Der auf Debian basierende Server spricht in erster Linie Microsoft-Umsteiger an, für die er eine der Microsoft Management Console MMC nachempfundene Verwaltungsoberfläche bereitstellt (Abbildung 1). Als Grundlage verwendet Xandros Kernel 2.6.11, KDE 3.4.2 sowie X.org 6.9.0.
Was bin ich?
Xandros sieht seinen Server als direkte Konkurrenz zum Small Business Server von Microsoft. Die anvisierte Zielgruppe bilden kleine und mittelständische Unternehmen mit bis zu 50 Arbeitsplätzen. Aber auch private Anwender profitieren von der einfachen Bedienbarkeit und dem großen Funktionsumfang des Servers.
Neben Standarddiensten wie DHCP, SSH, FTP, SMB- und Webserver enthält die Distribution auch den Helix-Streaming-Server [2] zum Broadcasten von Videos. Der BRU-Backup-Server [3] erlaubt das Sichern von Daten angeschlossener Clients, als Exchange-Ersatz dient Scalix [4].
Derzeit ist der Xandros Server lediglich in englischer Sprache erhältlich, eine deutsche Lokalisierung ist jedoch nach Auskunft von Xandros für das erste Quartal 2007 geplant.
Installation
Als Mindestvoraussetzung für den Betrieb des Servers nennt Xandros einen Rechner mit Pentium 4 oder vergleichbarem Prozessor, 512 MByte Arbeitsspeicher und 40-GByte-Festplatte. Speziell in Sachen RAM schadet es jedoch nicht, wenn der Rechner ein GByte oder mehr mitbringt: Die Distribution benötigt bereits im Leerlauf knappe 400 MByte Arbeitsspeicher.
Schon die Installationsroutine gibt sich Xandros-typisch aufgeräumt. Im Fenster Software (Abbildung 2) legen Sie fest, welche Dienste Sie installieren möchten. Eine individuelle Paketauswahl erlaubt der Installer jedoch nicht.
Im folgenden Fenster stellen Sie die Partitionierung Ihrer Festplatte ein. Da es im Test beim Einrichten der Festplatten vereinzelt zu Problemen kam, empfehlen wir, diese zuvor mit einem anderen Programm wie Gparted [5] nach Ihren Wünschen einzurichten.
Nach Eingabe des Root- und Admin-Passwortes sowie dem Einrichten der Benutzer beginnt die Installation – die jedoch in der Box-Version zunächst scheiterte. Erst ein erneuter Versuch mit einer Kopie des Datenträgers führte schließlich zum Erfolg. Vermutlich handelt es sich um einen Defekt der CD, da der Fehler mit zwei verschiedenen Versionen an der gleichen Stelle auftrat.



