Aufmacher

Distribits

01.02.2007

Mandrivas neue Kleider

Mandriva (http://www.mandriva.com) kehrt zu einem halbjährlichen Release-Zyklus für Mandriva Linux zurück. Eine allererste Alpha des kommenden Mandriva 2007.1 zeigt ein auf Kernel 2.6.7 basierendes System, das mit KDE 3.5.5 und Gnome 2.17 als Desktop ausgerüstet ist. Die Drakxtools tragen die Versionsnummer 10.4.88 Zudem brachten die Entwickler die enthaltenen Anwendungen auf den neuesten Stand.

Die Distribution steht als installierbare Live-CD für x86- und x86-64-Systeme jeweils mit KDE und Gnome zum Download bereit. Zugleich gibt es noch eine Installation-CD, die ebenfalls auf beiden Hardwareplattformen läuft. Die ISO-Dateien finden Sie unter ftp://ftp.ciril.fr/pub/linux/mandrakelinux/devel/iso/2007.1/.

Die Live-CD von Mandriva 2007.1 erlaubt einen ersten Blick auf die kommende Version der Distribution.

Systemverwalters Werkzeugkasten

Die Debian-basierende Live-Distribution Grml (http://www.grml.org) ist in Version 0.9 erschienen. Das Projekt integriert wichtige Werkzeuge zum Einrichten, zur Pflege und zum Testen von Systemen. Als Shell setzt Grml auf die Z-Shell; bei der grafischen Oberfläche tut Fluxbox seinen Dienst. In der aktuellen Version kommt Kernel 2.16.8 zum Einsatz. Dieser enthält etliche neue Treiber, insbesondere für Intels WLAN-Chipsätze. Außerdem enthält der Kernel Patches aus den Projekten Squashfs und Speakup.

Die Entwickler schraubten seit der letzten Version unter anderem am Startverhalten: So bindet Grml Swap-Partitionen jetzt nicht mehr automatisch ein. Den Einsatz eines Software-RAIDs haben sie dagegen vereinfacht. Das System bindet Blockgeräte automatisch via Udev ein und trägt die Dateisysteme über ein Label oder UUID in /etc/fstab nach.

113 Pakete hoben die Entwickler in der aktuellen Version auf eine neue Version oder fügten sie neu hinzu. Unter den neuen Programmen befinden sich Aamath, Inotail, Iwatch Mathomatic und Ruby-prof. Verbesserungen an den Skripten zur Netzwerkkonfiguration erleichtern die Konfiguration des Systems. Mit dem Skript grml-debootstrap existiert ein Wrapper um Debootstrap, der ein einfaches Einrichten eines Debian-Systems ermöglicht. Eine neue Boot-Option dos erlaubt das Starten von Freedos 1.0.

Neben der knapp 700 MByte großen Vollversion gibt es mit Grml-small 0.3 eine Variante, die etwa 58 MByte groß ist und nur die wichtigsten Werkzeuge enthält, allerdings nun zum ersten Mal den Einsatz im Wlan unterstützt.

Grml enthält alles, was der Systemverwalter an Werkzeugen braucht.

OpenSuse 10.2 vorkon

Der Millin-Verlag (http://www.millin.de) hat unter dem Namen OpenSuse Linux 10.2 vorkon erneut eine Variante von OpenSuse herausgegeben, die sehr weit vorkonfiguriert ist und den Einstieg in die Arbeit mit der Distribution erleichtert. Ein Test von OpenSuse 10.1 vorkon finden Sie in LinuxUser 11/2006.

Die DVD enthält neben der Download-Version von OpenSuse 10.2 rund zwei GByte Zusatzsoftware, darunter Treiber für NVidia- und ATI-Grafikkarten, AVM-Geräte, Hauppauge-Videokarten, verschiedene Wlan-Karten oder die Logitech USB Quickcam.

Unter der Addons befinden sich der Adobe Reader 7.0, Adobe Flash Player 7, die Homebanking-Software Moneyplex, der aktuelle Realplayer sowie die Büroprogramme Planmaker und Textmaker. OpenSuse 10.2 vorkon ist unter der ISBN 978-3-938626-07-0 erhältlich und kostet 19,95 Euro. Die Distribution steht nur für x86-Systeme bereit. Der Verlag leistet keinen Support.

Knoppix reloaded

Klaus Knopper hat das Livesystem Knoppix 5.1 (http://www.knopper.net/knoppix/) freigegeben. Es kommt wahlweise auf einer CD oder einer DVD und erlaubt neben dem Betrieb vom Datenträger die Installation auf eine Festplatte. Klaus Knopper hat das aktuelle Knoppix auf den Stand von Debian Etch aktualisiert: So enthält das System Kernel 2.6.19, bringt aber mit KDE 3.5.5 und Gnome 2.14 im letzteren Fall eine nicht ganz aktuelle Versionen der beliebten Desktops mit. OpenOffice liegt in Version 2.1 in Deutsch und Englisch bei.

Die zum Komprimieren des Systems verwendete Cloop-Kompression ist jetzt in Version 2.05 enthalten. Sie unterstützt das Block-Buffering und wartet daher mit einer geringeren Zugriffslatenz auf die Medien auf.

Mit NTFS-3g bietet Knoppix vollen Schreibzugriff auf NTFS-formatierte Partionen. Dank Beryl, einem Fork des Composition- und Windowmanagers Compiz (siehe Artikel ab Seite 36), beherrscht Knoppix im Zusammenspiel mit dem Thememanager Emerald nun auch transparente Fenster, Rotation des Desktops und andere spielerische OpenGL-Effekte.

Beim Livesystem Knoppix steht nach wie vor der Einsatz auf dem Desktop im Vordergrund.

Fedoras Zukunft

Bill Nottingham vom Fedora-Team (http://fedora.redhat.com) hat erste Pläne für das kommende Release der Distribution vorgestellt. Lau Nottingham markieren drei Testversionen den Weg bis zur geplanten Veröffentlichung von Fedora Core 7 am 24. April 2007. Dann erscheinen voraussichtlich mehrere Varianten: So planen die Entwickler eine Server-, eine Gnome- und eine KDE-Version. Mit diesem Release streben die Developer das Verschmelzen von Fedora Core und Fedora Extras an. Um sich von Red Hat zu distanzieren, führen künftige Versionen der Distribution nicht mehr das Wort "Core" im Namen.

Eine der wichtigste für den Benutzer sichtbare Modifikation ist die Möglichkeit, den aktuellen Benutzeraccount ohne Logout zu wechseln. Weiterhin planen die Entwickler einen verbesserten Support für WiFi-Karten. Außerdem wollen Sie den Boot- und Shutdown-Vorgang beschleunigen.

Als weitere wichtige Baustelle identifizierten das Projektteam die Paketverwaltung mit Yum und RPM. Welche Änderungen tatsächlich in die Distribution einfließen, hat sich aber noch nicht endgültig entschieden.

Debian verspätet sich

Eigentlich hätte die nächste Version von Debian (http://www.debian.org), Debian 4.0 Codename Etch, bereits am 4. Dezember 2006 fertig sein sollen. Da sie jedoch noch zu viele Fehler enthielt, war dieser Termin für das Projekt nicht zu halten. Am 10. Dezember 2006 haben die Debian-Entwickler aber den Freeze verkündet, so dass die Archive seitdem nur noch Fehlerkorrekturen erhalten.

Vor allem ein Fehler am Debian-Installer warf den Zeitplan noch mal zurück. Jetzt schieben die Entwickler mindestens eine weitere Beta-Version ein und nehmen auch Anpassungen am Kernel 2.16.8 vor. Andreas Barth, Debian-Releasemanager, berichtet ferner von 130 Release-kritischen Fehlern, die dem Veröffentlichen noch im Wege stehen. Wenn alles gut geht, erscheint Debian Etch noch im Januar oder Februar 2007.

Mantel kommt, Allison geht

Suse-Mitgründer Hubert Mantel ist nach einjähriger Pause zurück bei Novell/Suse. Im November 2005 hatte er Suse nach der Übernahme durch Novell mit der Begründung verlassen, das sei "nicht mehr die Firma, die ich vor 13 Jahren gegründet habe". Jetzt scheint er seine Meinung geändert zu haben: "Ich war einfach ausgebrannt und brauchte einige Zeit zum Ausspannen", erklärte er dem italienischen Portal D.M.O. (http://www.datamanager.it/articoli.php?idricercato=17639). "Ich habe viele gute Freunde bei Suse und möchte gern mit und für Linux arbeiten. Also bin ich einfach zurück gegangen.", begründete Mantel seinen Sinneswandel. Die Kooperation von Novell und Suse hält er aus Anwendersicht für eine gute Sache.

Ganz anders sieht das sein (Ex-)Kollege Jeremy Allison, ein prominenter Samba-Entwickler. Er kehrt Novell/Suse jetzt unter Verweis auf den Pakt mit Microsoft den Rücken und wechselt zu Google, um dort weiter an Samba zu arbeiten (http://www.groklaw.net/article.php?story=20061221081000710). Er meint, zwar verletze das Patent-Abkommen die GPL nicht dem Buchstaben nach, wohl aber dem Sinne, weil die Linux-Nutzer dadurch nicht mehr alle gleich behandelt würden. (Frank Wieduwilt, Jörg Luther/agr)

Kurz notiert

Red Hat Enterprise Linux 5 (RHEL) (http://www.redhat.com) erscheint voraussichtlich Ende Februar 2007. RHEL 5 basiert auf Fedora Core 6 und unterstützt die Virtualisierungstechnik mit Xen. Auch die Netzwerk Storage-Techniken Autofs und iSCSI sind an Bord. Die Kernel-Erweiterung SELinux ist standardmäßig aktiviert. Der Hersteller liefert das System mit einem verbesserten Installationsprogramm aus.

Hubert Mantel, Gründer von Suse, der im November 2005 auf eigenen Wunsch bei Novell ausgeschieden war, kehrt zum Unternehmen zurück. Bereits seit Anfang Dezember 2006 leitet er die Qualitätskontrolle des Kernelteams.

Die Entwickler von Ubuntu (http://www.ubuntulinux.com) haben die erste Alpha-Version des kommenden Ubuntu 7.04 vorgestellt. Basis der Alpha bildet der Linux Kernel 2.6.19; die fertige Version setzt aber vorraussichtlich 2.6.20 nutzen. Als Desktop enthält das System die aktuelle Entwicklerversion Gnome 2.17, dessen stabile Version im April mit Erscheinen von Ubuntu 7.04 erscheint. Kubuntu bringt als Desktop das aktuelle KDE 3.5.5 mit, für Entwickler und Tester wird ein Schnappschuss von KDE 4.0 verfügbar sein. Die erste Beta plant das Ubuntu-Projekt für den 22. März 2007, die stabile Version für den 19. April 2007.

Unter dem Namen Ulteo (http://www.ulteo.com) hat Mandrake-Gründer Gael Duval eine neue Distribution vorgestellt, die durch neue Konzepte ein einfacheres Bedienen verspricht. Über diese Konzepte schweigt sich Duval allerdings aus. Die erste Alpha-Version von Ulteo zeigt eine Ubuntu-basierende Distribution mit KDE-Desktop. Einen ausführlichen Test des Systems finden Sie in dieser Ausgabe ab Seite 76.

Novell (http://www.novell.com) hat seinen Novell Enterprise Server 2 angekündigt, der voll auf Linux als System setzt. Bisher kombinierte das Produkt Linux und Netware und ließ die angebotenen Dienste auf einer der beiden Plattformen laufen. In der nächsten Version laufen alle Datei-, Druck- und Verzeichnisdienste auf Linux-Basis. Weitere Veränderungen zur Vorversion sind der Support für Virtualisierung und das Verwalten virtueller Maschinenen über Zenworks.

Das Entwicklerteam um Ken VanDine hat Foresight Linux 0.9.9 (http://www.foresightlinux.com) zum Download freigegeben. Die Macher von Foresight Linux haben sich zum Ziel gesetzt, immer die aktuellsten Versionen der enthaltenen Softwarepakete anzubieten. Zugleich will die Distribution eine Vorschau auf interessante Technologien bieten. Als Basis verwendet Foresight den Kernel 2.6.19.1. Etwa 25 Pakete wurden aktualisiert. Als Desktop nutzt Foresight Gnome 2.16, weiter sind F-Spot, Beagle, Tomboy und die Paketverwaltung Conary dabei.

Trolltech (http://www.trolltech.com) hat die Embedded-Plattform Qtopia 4.2 unter der GPL veröffentlicht. Das Toolkit enthält Komponenten zum Entwickeln von Programmen für Handhelds, Handys und Smartphones. Die GPL-Variante unterscheidet sich von der kommerziellen Version durch das Fehlen von Telefonkomponenten und die nicht vorhandenen Unterstützung von Digital Rights Managment (DRM). In der aktuellen Version ergänzten die Entwickler Qtopia um Support für WLAN und VoIP. Auch das Verarbeiten von SVG-Grafiken ist nun möglich, ebenso der Einsatz von mehr als einem Display.

Die Security-Distribution Hardened Linux 1.6.1 (http://hardenedlinux.sourceforge.net) enthält erstmals einen gehärteten Kernel der Reihe 2.6. Maintainer Stefan Wenzel kommt damit dem Wunsch vieler Anwender nach, die sich den Support für eine breitere Hardwarebasis gewünscht hatten. Der mit Gsecurity abgesicherte Kernel trägt die Versionsnummer 2.6.18-5grsec. Hardened Linux ist für den Einsatz auf Routern, Firewalls und anderen direkt ans Netz angeschlossenen Geräten gedacht. Als Basis dient das aktuelle Slackware 11.0.

Die Entwickler von Fedora Linux (http://fedora.redhat.com) haben eine auf Fedora Core 6 basierende Live-CD zum Download bereit gestellt. Bisher gab es keine offizielle Live-CDs von Fedora, mit der jetzt erschienen Beta wollen die Entwickler diesem Mangel abhelfen. Das Livesystem entspricht genau dem aktuellen Fedora Core 6. Das zur Zeit nur für i386-Systeme erhältliche ISO-Image steht via Bittorrent zum Download bereit.

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