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01.02.2007

Barrierefreie Websites praktisch umgesetzt

Leicht benutzbare Websites sind für alle Surfer angenehm – für Behinderte sind sie unabdingbar. Was die viel beschworene Barrierefreiheit (englisch: Accessibility) beim praktischen Gestalten von Webseiten bedeutet, erklären Angie Radtke und Michael Charlier in ihrem Buch "Barrierefreies Webdesign".

Nach einer kurzen Einführung zu Behinderungen stellen sie die Accessibility-Richtlinien des W3C vor und übersetzen die deutsche Barrierefreie Informationstechnikverordnung (BITV) für den Webdesigner. Der Hauptteil des Buchs widmet sich jedoch dem praktischen Umgestalten einer Beispiel-Site: Unter http://www.bad-seendorf.de findet sich als Demonstrationsobjekt der Online-Auftritt eines fiktiven Kurorts in einer schwer zugänglichen und einer barrierefreien Version.

An diesem gelungenen Beispiel zeigen die Verfasser weit verbreitete Unsitten wie das veraltete Tabellen-Layout und unbenutzbare Ausklapp-Navigationen. Schritt für Schritt arbeiten sie sich mit dem Leser zu einer barrierefreien Website vor – vom Grundgerüst der Seite über Navigation und Kontaktformular bis zu Bildern und Links mit sinnvollen alt- und title- Attributen. All das machen sie mit zahlreichen Code-Listings und farbigen Abbildungen anschaulich. Ein eigenes Kapitel erläutert, wie der Entwickler die Content-Management-Systeme Joomla und Typo 3 auf Barrierefreiheit trimmt. Wer eine barrierefreie Website plant, sollte zu diesem Buch der projekterfahrenen Autoren greifen.

Infos

Angie Radtke, Dr. Michael Charlier

Barrierefreies Webdesign

Addison-Wesley, 2006

ISBN-13: 978-3-8273-2379-8

276 Seiten, 39,95 Euro

http://addison-wesley.de

Erste Schritte mit Ubuntus nervösem Molch

Das Buch "(K)Ubuntu" aus dem Verlag Open Source Press erklärt Linux-Einsteigern und Kubuntu-Neulingen leicht verständlich, wie sie das Linux aus Südafrika installieren und welche Programme sich für die täglichen Aufgaben anbieten. Autor Tim Schürmann kennt die Materie, schreibt er doch auch regelmäßig Artikel im LinuxUser und im Linux-Magazin.

Das Buch nimmt gleichermaßen Anwendungen für KDE und Gnome unter die Lupe. Schwerpunkte legt es auf die Bereiche Multimedia, Büroanwendungen und Paketverwaltung, Ausflüge auf die Kommandozeile bleiben die Ausnahme. Im Multimedia-Bereich empfiehlt es Totem (Gnome) und Kaffeine (KDE) zum Abspielen von Videoinhalten, zum Hören von Musik legt es dem Leser Rhythmbox (Gnome) und Amarok (KDE) ans Herz. Knapp widmet es sich auch der Problematik mit der rechtlich umstrittenen Bibliothek Libdvdcss

Für die Büroarbeit unter Gnome und KDE stellt Schürmann desktopübergreifend OpenOffice vor, das Microsoft Office funktional sehr ähnelt. Synaptic und Adept dienen der Software-Verwaltung. Der Autor erklärt zudem Unterschiede zwischen den Repositories main, universe, multiverse und restricted. Im letzten Kapitel widmet er sich typischen Fallstricken im Umgang mit Grub, der Datei /etc/fstab sowie dem X-Server.

Das Buch richtet sich vornehmlich an Leute, die beim Einsatz des freien Betriebssystems gerade Neuland betreten. Sie finden sich nach der Lektüre vor einem gut eingestellten Desktop-Linux wieder und erkunden von dort aus die schöne neue Linux-Welt – für fortgeschrittene Benutzer eignet es sich sicherlich weniger.

Infos

Tim Schürmann

(K)Ubuntu

Open Source Press, 2006

ISBN-10 3-937514-30-9

320 Seiten, 2 DVDs, 19,90 Euro

https://www.opensourcepress.de

Schöner Wohnen im Web

An CSS kommt heute niemand beim Webdesign vorbei. Viele Effekte brauchen kein Javascript mehr, sondern nur noch wenige Zeilen HTML plus ein Cascading Style Sheet. Oft geraten die Webseiten dann auch benutzbarer für diejenigen, denen sperrige Designs früher Barrieren aufbauten (siehe Rezension "Barrierefreies Webdesign"). Mit dem Buch "Webdesign mit CSS" zeigen die Autoren Jens Meiert und Ingo Helmdach, welche Möglichkeiten die Technik bietet.

Dabei beackern Sie drei wichtige Gebiete: Seitenlayout, Listen und Menüs sowie Formulare und Tabellen. Ein Kapitel mit Tipps für Hingucker rundet das schlanke Buch ab. Lobenswerterweise hat der Verlag dem Buch farbigen Druck und gutes Papier spendiert. Das quadratische Format schafft Platz für breite Marginalspalten, in denen die Ergebnisse der Codebeispiel aus dem Text Platz finden.

Meiert und Helmdach ist, wie vielen anderen Autoren, die sich mit dem Thema beschäftigen, daran gelegen, dass der Leser lernt, aus einfachen HTML- beziehungsweise CSS-Code ein ansprechendes Ergebnis zu formen. Dabei verweisen sie immer wieder auf die Problematiken, die sich in diesem Zusammenhang mit dem Interpretieren durch verschiedene Browser ergeben. Sie zeigen auch Schwierigkeiten auf, die sich für Menschen mit einer Behinderung bei bestimmten Techniken ergeben, allerdings nicht detailliert.

Das Buch bietet einen guten Einstieg in die Materie. Es ist ansprechend aufgemacht, nicht zu umfangreich, so dass es nicht abschreckt und logisch aufgebaut. Wer allerdings öfter mit CSS arbeitet, kommt um eine etwas umfangreichere, zusätzliche Lektüre nicht herum. Zudem scheint der Preis angesichts des Umfangs ein wenig hoch. (Mathias Huber, Kristian Kißling, Andreas Bohle,/agr)

Infos

Jens Meiert, Ingo Helmdach

Webdesign mit CSS

O'Reilly, 2006

ISBN-13: 978-3-89721-422-4

210 Seiten, 29 Euro

http://www.oreilly.de

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