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Zeig mir die Sterne

Astronomie mit dem PC: Cartes du Ciel 3 Beta

Teleskopsteuerung

Wer mit diesen kleinen Mankos leben kann, erhält mit Cartes du Ciel aber auch ein sehr schönes Feature: Die Programmierer haben eine Teleskopsteuerung in die Linux-Version eingebaut. Dazu benötigen Sie ein Gerät mit MAEDE-, Encoder- oder ASCOM-Steuerung; das angeschlossene Teleskop fährt dann die in CdC zentrierte Region automatisch an.

Nicht unerwähnt bleiben soll auch die Möglichkeit, sich alle Objekte des dargestellten Himmelsausschnittes auflisten zu lassen und Objektbeschriftungen (Labels) direkt in der Karte zu bearbeiten. Hinzu kommt eine Animationsfunktion. Das Fenster Ephemeris Calendar zeigt außerdem alle Ephemeriden von Kometen, Asteroiden und Planeten.

Fazit

Für eine Betaversion bietet Cartes du Ciel 3 bereits erstaunlich viel und läuft recht stabil. Eine durchdachte Funktionsvielfalt und die gelungene graphische Darstellung erheben dieses Planetariumsprogramm zu einer ernsthaften Konkurrenz für die etablierten Linux-Astronomieprogramme wie Xephem oder Stellarium.

Leider liegt CdC noch nicht mit deutscher Oberfläche vor. Auch eine aktuelle Dokumentation lässt noch auf sich warten. Ungeduldige müssen auf die alte Doku für CdC 2.76 zurückgreifen [4], die es aber wenigstens auf Deutsch gibt.

Datenumfang

Das CdC-Paket umfasst den Bright-Stars-Katalog mit den (vom irdischen Himmel aus) 9096 hellsten Sternen samt Eigennamen und weiteren Informationen (Abbildung 4), den SAC-7.2-Katalog mit 10 600 Gas- und Staubnebeln sowie den Messier-, NGC- und IC-Index (Galaxien, Gas- und Staubnebel).

Weiter enthält CdC die Daten und Oberflächentexturen der Planeten und unseres Monds sowie die Bahnelemente einiger Kometen und Asteroiden, die englischen und französischen Sprachdateien, RealSky-Hilfsdateien, Konturen der Milchstraße sowie Daten über Sonnen- und Mondfinsternisse.

Weitere Dateien finden Sie auf unserer Heft-CD sowie zum Download auf der CdC-Homepage: Dazu zählen große Sternenkataloge wie der Hipparcos-Katalog (118 000 Sterne bis zur Helligkeit 8.5 mag), Sky2000 v4 (300 000 Sterne bis 9 mag) und Tycho-2 (2 500 000 Sterne bis 12 mag), weitere Kataloge für veränderliche Sterne (68 179 Einträge) sowie Mehrfachsterne (100 626 von WDS 2004) und mehr. Noch mehr Dateien gibt es in der Sektion der älteren Versionen. Dabei handelt es sich jedoch in der Regel um Windows-Setup-Dateien.

Glossar

Präzession

Die Erdachse vollführt aufgrund der Gravitationskräfte von Sonne und Mond im Laufe von 25 784 Jahren eine volle Kreisbewegung. Dadurch ändert sich die Ausrichtung der Himmelskoordinaten und somit gibt es immer wieder einen anderen Polarstern.

Deep-Sky-Objekte

Alle Objekte außerhalb unseres Sonnensystems – also Sterne, Gas- und Staubnebel, Galaxien – werden in der Astronomie als Deep-Sky-Objekte bezeichnet. Sterne sind damit üblicherweise aber nicht gemeint.

Milchstraße

Die nebelartigen Filamente am Nachthimmel sind eigentlich nur die von uns aus sichtbaren Spiralarme unserer Heimatgalaxie Milchstraße, die aus Milliarden von Sternen bestehen. Jeder andere sichtbare Stern am Sternenhimmel gehört auch zu unserer Milchstraße, die etwa 300 Milliarden Sterne umfasst. Das helle Zentrum unserer Galaxie wird aber leider von so genannten Dunkelwolken verdeckt.

Himmelsäquator

Die Projektion unseres Erdäquators an die Himmelskugel trennt diese in die nördliche und südliche Hälfte des Himmels. Wo die Ekliptik den Himmelsäquator schneidet, befinden sich der Frühlingspunkt und der Herbstpunkt (um 180 Grad versetzt). Am Frühlingspunkt ist der Koordinatenursprung der Rektaszension.

mag

Die scheinbare (von der Erde aus gesehen) Helligkeit eines Objektes am Sternenhimmel wird in Magnituden (mag) angegeben: Je kleiner die Zahl, desto heller das Objekt. Der hellste Stern Sirius leuchtet mit -1.46 mag, der weniger helle Polarstern mit +2.02 mag.

Ephemeriden

Eine Liste mit Auf- und Untergangszeiten, Positionen, Scheibengröße, Helligkeit etc. eines ausgewählten Sonnensystemobjektes über einen definierten Zeitraum. Der Amateurastronom lässt sich diese berechnen, um beispielsweise Beobachtungen besser planen zu können.

Infos

[1] Cartes du Ciel 3: http://www.ap-i.net/skychart/index.php

[2] Stellarium: Kristian Kißling, "planetarium@home", LinuxUser 02/2006, S. 68, http://www.linux-user.de/ausgabe/2006/02/068-stellarium/

[3] Xplanet: http://xplanet.sourceforge.net

[4] Alte CdC-Website (Version 2.76): http://www.stargazing.net/astropc/index.html

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LinuxUser 06/2012

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