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Shuttle XPC Mini X-100HA

Black Box

Viel Leistung, wenig Lärm – das ist der verständliche Wunsch vieler Computeranwender. Kann der Shuttle XPC Mini X-100HA ihn erfüllen?

Seit langem ist die Firma Shuttle für ihre Platz sparenden und meist auch leisen Mini-PCs bekannt. Die angebotenen Modelle sind häufig so genannte Barebones, bei denen Prozessor und Peripheriegeräte fehlen. Der Endkunde stellt sich im vorgegebenen Rahmen daraus sein Wunschsystem zusammen [1].

Uns erreichte zum Test ein Shuttle XPC Mini X-100HA, dessen "H" für »Home« steht – eine »Business«-Variante gibt es ebenfalls. Hauptunterschied: Der Business-X-100 enthält einen etwas schwächeren Celeron-Prozessor, im Home-Gerät steckt ein Intel Core Duo mit zwei Prozessorkernen im 1,6-GHz-Takt. Die Speicherausstattung des Testgeräts fiel mit 512 MByte im Verhältnis zur Prozessorbestückung etwas schmal aus, zudem waren damit die beiden Speichersteckplätze bereits belegt (Abbildung 1). Zur Ausstattung des Testgeräts gehört eine 200 GByte große SATA-Platte, die gut zugänglich in einem Extrafach auf der Gehäuseunterseite lagert.

Abbildung 1: Eng gepackt: das Innenleben des Shuttle XPC Mini X-100HA. Hier die beiden Speichersteckplätze.

Technische Daten

Hersteller Shuttle Europe
Modell XPC Mini X-100HA
Chipsatz i945PM / ICH7M-DH
Prozessor Intel Core Duo T2050, 1,60 GHz
Arbeitsspeicher 512 MByte (2 x 256 MByte SO-DIMM)
Grafik ATI Radeon X1400, 128 MByte GDDR (DVI)
Laufwerke Festplatte 200 GByte (SATA2), Slot-in Multiformat-DVD-Brenner (DVD: 8x, CD: 24x)
Sound 7.1-Kanal Intel HD-Audio (S/P-DIF, Line-in, Line-out, Mic)
Netzwerk Realtek 8119 (10/100/1000 Mbit/s), IPW3495 (802.11a/b/g)
Peripherie 5 USB 2.0, Firewire, 4-in-1-Cardreader
Netzteil 120 W SilentX
Maße 29.6 x 5.5 x 21 cm; 3,4 kg
Preis 1161 Euro (wie getestet)

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Beim Shuttle XPC Mini X-100HA handelt es sich um einen so genannten No-Legacy-PC, der keine der überkommenen seriellen und parallelen Schnittstellen mehr besitzt. Sogar spezielle Anschlüsse für Tastatur und Maus fehlen: Man steckt sie stattdessen an je einen der insgesamt fünf USB-Steckplätze an (Abbildung 2). Genauso verzichtet Shuttle auf einen VGA-Anschluss für den Monitor und setzt auf das moderne DVI. Ein DVI-VGA-Adapter liegt der Packung bei. Alternativ lässt sich an den S-Video-Ausgang ein Fernseher anschließen.

Abbildung 2: Die Rückseite des Shuttle Mini X-100HA mit Anschlüssen für USB, Firewire, Monitor (DVI), Audio (inklusive S/P-DIF), Netzwerk und TV.

Außer dem Ethernet-Controller Realtek 8110 für 10/100/1000 Mbit/s fand sich im Testgerät auch eine WLAN-Mini-Card von Intel. Mit ihm stellt sich für den Linux-Anwender ein erstes Problem: Weil es sich beim IPW3495 um einen relativ neuen WLAN-Chip handelt, fehlt in den meisten Distributionen der Support dafür. Selbst beim neuen Fedora Core 6 war es nötig, den Quellcode des Treibers von [2] herunterzuladen und selbst zu kompilieren. Zu allem Überfluss setzt das wiederum einen aktuellen IEEE80211-Stack voraus; die bei Fedora schon installierten Module passen nicht. Ähnlich sieht es bei Suse 10.1 und Ubuntu 6.06 Dapper Drake aus. Suse 10.2 (Beta 2) und Ubuntu 6.10 Edgy Eft unterstützen den WLAN-Chip dagegen out of the box.

Dumm nur, dass in Suse 10.2 die Unterstützung für die ATI-Grafikkarte Radeon Mobility X1400 fehlt. Der proprietäre Fglrx-Treiber von ATI lässt sich nicht installieren, weil der ATI-Treiber nicht zum neuen X.org 7.2 passt. So startete der X-Server nur in einem äußerst unansehnlichen Vesa-Modus. In Fedora bereitete der Vesa-Modus keine Probleme, und es ließ sich mit Hilfe des Livna-Repositories [4] leicht der Fglrx-Treiber installieren. Auch in den Ubuntu-Distributionen gab es mit der Grafikkarte keine Probleme.

Multimedia

Neben den üblichen Klinkenbuchsen (3,5 mm) für Audio bietet der Shuttle XPC Mini X-100HA einen S/P-DIF-Anschluss für 5.1-Surround-Sound, den wir mangels Home-Cinema-Anlage leider nicht testen konnten. Der normale Audio-Betrieb funktionierte unter allen getesteten Distributionen wie erwartet.

Probleme gab es mit dem eingebauten DVD-Brenner, einem Matshita UJ-845S. Zwar traten beim Lesen von Daten-DVDs kaum Lesefehler auf, beim Abspielen von Video-DVDs zeigte sich das Laufwerk aber manchmal sehr empfindlich. Das Abspielen mit Mplayer und der Libdvdcss funktionierte unter Ubuntu gar nicht, das kommerzielle LinDVD aus dem Mandrake Powerpack 2007 spielte Filme zwar, brach die Wiedergabe aber einfach irgendwann ab.

Ansonsten überzeugte die Performance des Shuttle XPC Mini X-100HA durchaus. In einem längeren Test encodierte er 10 Stunden lang ohne Aussetzer digitales Video aus dem DV-Format in Ogg/Theora. Eine DVD konvertierte das Ripper-Tool Handbrake mit knapp 60 Frames in der Sekunde – also mehr als doppelt so schnell wie die normale Wiedergabegeschwindigkeit. Bei all der Arbeit zeigte sich der Mini-PC sehr leise und startete den Lüfter nur gelegentlich.

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Kommentare
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Windows forever (unangemeldet), Samstag, 14. Februar 2009 18:04:02
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Linux=Schund!


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