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Schneller Pinselstrich

Das Bitmap-Programm Mtpaint im Überblick

Effekte und Animation

Mtpaint wartet neben den grundlegenden Werkzeugen zum Zeichnen auch mit einigen Effekten auf: So ist es zum Beispiel möglich, die Farben eines geöffneten Bildes oder Fotos in Tonwert, Helligkeit, Kontrast und Sättigung zu verfälschen oder diese direkt per Mausklick zu invertieren, beziehungsweise in Graustufen umzuwandeln.

Die Software erstellt auch auf Wunsch ein Reliefbild des Ausgangsbildes, schärft das Motiv oder fügt eine Weichzeichner hinzu. Nützlich ist auch die Funktion zum Auffinden von Kanten im Bild. Alle Effekte laufen ohne Wartezeit ab, was auch für das gesamte Programm gilt: Es arbeitet ausgesprochen zügig und stabil.

Besonders gut gefällt die Möglichkeit, ein animiertes GIF-Bild zu erstellen. Dafür benötigen Sie allerdings noch die Pakete gifsicle beziehungsweise ungifsicle, welche in den meisten Distributionen jedoch enthalten sind. Erstellen Sie einfach ein neues Bild mit indizierter Farbpalette und 8 Farben. In diesem Bild schreiben Sie einen Beispieltext oder Zeichnen eine Kleinigkeit.

Speichern sie dieses über Datei | Speicher als... als frame-001.gif ab. Wiederholen sie diesen Schritt beliebig oft, in dem sie das Ausgangsbild etwas verändern oder den Text erweitern und das Ergebnis mit dem gleichen Präfix frame- speichern, jedoch die Nummer immer um eins erhöhen. Zum Schluss exportieren Sie das animierte GIF noch mit Datei | Animiertes Gif speichern und schon läuft der Minifilm ab.

Mtpaint benutzt als Standardformat PNG, kommt aber auch mit JPEG, GIF, TIFF, BMP, XPM und XBM klar. Durch das Arbeiten mit Transparenz und Pixelrastern bietet sich die Software vor allem zum Erstellen von Icons an. Sie beinhaltet mittlerweile sämtliche Grundfunktionen zum Zeichnen, sowie zum freien Drehen und Zuschneiden von Bildern. Selbst professionellere Methoden, wie das Ausblenden von Farben über Alpha-Kanäle, sind möglich. Damit verleihen Sie zum Beispiel einem Schwarz-Weiß-Foto eine partielle, farbige Nuance.

Dank unterschiedlicher Deckungsgrade der Farben erzielt das Programm einen Transparenz-Effekt, der das Erstellen moderner Icons im beliebten Glas-Look erlaubt. Durch die Möglichkeit, Ebenen einzufügen, vereinfacht Mtpaint den Umgang mit komplexen Grafiken. Für diese weiterführenden Methoden empfiehlt sich allerdings der Blick in die Dokumentation, da sich Funktionen, wie Alpha-Blending, Ebenenarbeit und das Erstellen von Animationen, nicht so einfach erschließen.

Außerdem hält die Dokumentation beeindruckende Beispiele bereit, was mit den begrenzten Möglichkeiten bereits möglich ist (Abbildung 6). Anhand zahlreicher praktischer Beispiele mit entsprechender Illustration gelingt es im Handumdrehen, ansprechende animierte und nichtanimierte Grafiken zu erstellen.

Abbildung 6: Die sehr gute, aber englischsprachige Dokumentation hilft mit vielen Illustrationen schnell zu ansprechenden Ergebnissen.

Fazit

Mtpaint schließt eine Lücke zwischen dem in der Linux-Welt bekannten Grafikprogramm Gimp mit seinen zahllosen Features und rudimentären Malprogrammen. Dabei konzentrieren sich die Programmierer der Software auf das Wesentliche und vermeiden es, den Anwender mit zu vielen Optionen und Parametern zu verwirren. Alle rudimentären Funktionen sind über Icons schnell erreichbar und selbsterklärend. Durch weiterführende Themen der Grafikbearbeitung führt die ausgezeichnete Dokumentation.

Für professionelle Fotobearbeitung und das Erstellen entsprechender Computergrafiken taugt das Programm freilich nicht. Allerdings entspricht dies auch nicht dem selbstgesetzten Anspruch des Autors oder der Zielgruppe. Nicht nur für den Gelegenheitsbildschirmkünstler mit langsamen Rechner lohnt es sich also, einmal ein Auge auf diese flinke Software zu werfen.

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