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Das Bitmap-Programm Mtpaint im Überblick

Schneller Pinselstrich

Für ein paar kleine Grafiken oder ein neues Icon ist Gimp mit seinen vielseitigen Funktionen eine Nummer zu groß. Mtpaint vereint als Alternative die grundlegenden Features eines guten Bitmap-Programms mit Schlankheit und Geschwindigkeit. @A:Mirko Albrecht

Zwischen Kolourpaint, Tuxpaint und Gimp tritt das pixelbasierte Malprogramm Mtpaint an, eine Lücke zu füllen. Der Funktionsumfang der Standardgrafiksoftware Gimp überfordert mitunter Anwender. Bei einfacheren Malprogrammen bleiben hingegen zu viele Wünsche offen, oder diese erledigen die Aufgaben in unbefriedigender Weise. Wenn Sie eine gute Mischung aus einfach zu bedienender Menüstruktur und ausreichendem Funktionsumfang für kleinere grafische Aufgaben suchen, lohnt sich es sich, das Programm Mtpaint einmal genauer anzuschauen.

Abbildung 1: Mtpaint bietet sich nicht nur für das Erstellen von Icons an.

Im Sommer 2004 schrieb Mark Tyler das Programm von Grund auf neu und stellte es unter die GPL. Seit dem entwickelt die Community die Software kontinuierlich weiter. Laut Autor läuft sie auch auf älterer Hardware flüssig. Die minimalen Anforderungen liegen bei einer CPU mit 200 MHz und mindestens 32 MByte Arbeitsspeicher. Auf der Projektseite [1] findet sich die Software mittlerweile in Version 3.02, wobei das Projekt die Plattformen Windows und Linux unterstützt.

Neben der mtpaint-setup.exe finden sie auch die Quellen, welche als Tarball oder als ZIP-Paket zum Herunterladen bereit liegen. Vorkompilierte Pakete liegen für die Toolkits GTK1 und GTK2 für Slackware-basierte Distributionen vor. Diese Pakete lassen sich aber auch für die meisten anderen Distributionen nutzen, in dem Sie sie einfach entpacken und den entstandenen Ordner /usr in ihr Root-Verzeichnis kopieren. Dadurch legen sie das Binary in /usr/local/bin und die Manpages, sowie die Lokalisationen in /usr/man beziehungsweise /usr/share/locale ab.

Wollen Sie das Programm aus den Quellen lieber selbst kompilieren, benötigen Sie zusätzlich die Devel-Pakete der Bibliotheken GTK2, Libpng, Zlib, Giflib und Libtiff. Legen Sie zusätzlich Wert auf eine deutsche Lokalisation, installieren Sie noch das Paket gettext-devel.

Die Sprachen Spanisch, Tschechisch, Französisch, Portugiesisch, brasilianisches Portugiesisch und Englisch sind ebenfalls verfügbar. Das Kompilieren und die Installation verläuft bei Mtpaint über den üblichen Dreisatz. Anwender, die die Internationalisierungspakete und die Manpages mitinstallieren wollen, verwenden den folgenden Aufruf für das Configure-Skript:

./configure intl man
make
su -c "make install"

Die lediglich englischsprachige Dokumentation laden Sie aus dem Netz [2] herunter. Im entpackten Ordner genügt ein simples make install als root, um das Handbuch an die entsprechende Stelle zu kopieren. Die Menüauswahl Hilfe | Dokumentation öffnet die HTML-Seiten im Browser Firefox. Wünschen Sie das Öffnen der Hilfeseiten in einem anderen Programm, zum Beispiel Konqueror, tragen Sie dies im Skript mtpaint-handbook ein. Schreiben Sie dazu einfach in Zeile 1 den Befehlsaufruf für ihren Lieblingsbrowser ein (beispielsweise BROWSER=konqueror).

Erster Start

Das Programm selbst begrüßt Sie bei entsprechend eingestellter Umgebungsvariable sofort in deutscher Sprache und präsentiert sich mit einer sehr aufgeräumten Oberfläche (Abbildung 1). Der Aufruf einer neuen Datei erlaubt das Erstellen von Bildern in 24-Bit RGB, Graustufen, einer indizierten Palette oder den Start mit einem direkt eingeholten Screenshot.

Die Farbpalette am linken Fensterrand nimmt zur direkten Wahl bis zu 256 Farben auf. Wenn Sie gerne etwas großzügiger mischen, finden Sie mittels Klick in das linke, obere Kästchen über der Farbpalettenleiste einen Farbeditor, der wie seine Pendants in Gimp oder Photoshop arbeitet. Die anderen Felder in diesem Kasten bestimmen die Form des Pinsels, sowie das Muster des Pinselstriches oder die Füllung.

Ihnen stehen zum Bearbeiten der Bilder außer dem Malwerkzeug verschiedenen Auswahlwerkzeuge, Tools zum Füllen und Verwischen sowie dem Klonen einzelner Pixelbereiche aus. Änderungen machen Sie zügig mit den Rücklauficons rückgängig, welche mit bis zu 100 Schritten ein recht großes Erinnerungsvermögen besitzen.

Das Skalieren des zu bearbeitenden Objektes ist zwar nicht frei wählbar, umfasst aber den Bereich von 10 bis 2000 Prozent und ist über das Scrollrad der Maus bedienbar. Eine sehr hübsche Idee verbirgt sich dazu hinter dem Icon Fenster verschieben. Ist der Zoom in das Bild allzu groß, behält der Benutzer über ein kleines eingeblendetes Fenster den Überblick und scrollt so schnell zum gewünschten Objektbereich (Abbildung 2). Ein Rechtsklick in das Miniaturfenster schließt diese Ansicht wieder.

Abbildung 2: Ein kleines Fenster hilft, den Überblick bei großen Objektflächen zu behalten.

Muster und Pinsel

Die auswählbaren Pinsel beschränken sich auf unterschiedlich große Punkte und Quadrate, sowie Quadrate, welche ein in drei Stufen definierbares Punktmuster enthalten. Diese ergeben einen Sprüheffekt, der aber optisch nicht überzeugt (Abbildung 3). Schräge, vertikale, sowie horizontale Striche in unterschiedlichen Größen erlauben kalligrafieartiges Zeichnen.

Abbildung 3: Die Auswahl an Malwerkzeugen beschränkt sich auf eine sinnvolle Auswahl, die aber nicht immer überzeugt.

Möchten Sie einen geraden Strich von A nach B mit der freien Hand ziehen, hilft ein Linealwerkzeug. Das Werkzeug zum Verwischen von Farbverläufen erzeugt interessante Effekte; das Klone-Werkzeug versetzt den Bereich unter dem Pinsel um jeweils 45 Grad. Mit einem Klick auf den unteren Balken im Auswahlfenster über der Farbpalette, wählen sie verschiedene Muster aus, um die Pinselstriche oder die Auswahlbereiche damit zu versehen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Pinselstriche und Füllungen versehen Sie über die entsprechenden Werkzeuge mit einem Muster.

Ein Symbolleiste zum Einstellen der Werkzeuge erlaubt das Verändern der Deckkraft, des Einfärbegrades und bestimmt, ob der Pinselstrich kontinuierlich verläuft oder beim schnelleren Ziehen nur seine Grundmuster hinterlässt (Abbildung 5)

Abbildung 5: Verschiedene Werkzeuge erlauben beispielsweise das Skalieren der Deckkraft einer Farbe bis hin zur Transparenz.

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