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Sandkastenspiele

Ubuntu 6.10 »Edgy Eft« in Test

Superuser gesucht

Wie bei Ubuntu üblich, gibt es keinen User root. Will der Anwender eine systemnahe Aufgabe erledigen, fragt die Distribution lediglich das Benutzerpasswort ab. Unter der Haube funktioniert dies über den Befehl sudo. Legen Sie allerdings Wert darauf, Ihrem Sicherheitsbewusstsein über die herkömmliche Methode via User root Rechnung zu tragen, geben Sie in der Konsole (Anwendungen | Zubehör | Terminal) sudo -s ein und ändern mittels sudo passwd dessen Passwort.

Unter dem Menüpunkt System | Administration | Benutzer und Gruppen entziehen Sie dem zuerst eingerichteten Benutzer wieder die unerwünschten Rechte und wechseln per Konsole wie gewohnt mittels su mit dem passenden Passwort in den Superuser-Account für Systemarbeiten.

Suche nach Neuem

Der Gnome-Desktop von Ubuntu ist so aufgebaut, dass sich auch Windows-Anwender ohne technisches Linux-Verständnis schnell zurechtfinden. Das aus der Redmond-Welt bekannte Speicherorte verbirgt hier unter dem Menüeintrag Orte Möglichkeiten zum Einbinden von Laufwerken, was zugegebener Maßen den Einsatz für Ein- und Umsteiger ungemein vereinfacht.

Lange fragt sich der Anwender aber, warum Ubuntu einige Programme in englischer Sprache auf einem deutschen Desktop installiert. Bei aller Einfachheit während der Installationsroutine, wäre dies tatsächlich ein Arbeitsschritt gewesen, den diese Ihnen bereits im Vorfeld abnimmt.

Bemühen Sie für diese kleine Nacharbeit den Menüeintrag System | Administration | Sprachunterstützung, um die fehlenden Pakete nachzuladen. Das Programm informiert Sie zuerst darüber, dass nicht alle Pakete für Ihre Sprache geladen wurden und überlässt Ihnen nun, Ihre Sprache noch einmal festzulegen und alle nötigen Pakete nachzuinstallieren (Abbildung 4).

Abbildung 4: Das installieren der kompletten Lokalisation geschieht bei Ubuntu immer noch nach der eigentlichen Installation.

Die erste optische Neuheit findet sich in der Paketverwaltung Synaptic und deren Zusatzprogramm zum Einbinden der Softwarequellen. Die verschiedenen möglichen Quellen (siehe Tabelle "Quellen") finden Sie nun auf einem übersichtlich gestalteten Programmreiter, welchen Sie über System | Administration | Softwarequellen aufrufen.

Sie sollten die guten Voreinstellungen aller fünf Reiter so belassen, es sei denn, Sie wünschen Programmpakete außerhalb des Supportbereichs von Canonical (universe) und die Installation von proprietärer Software (multiverse) mit Lizenzen außerhalb der bei Open Source üblichen GPL. Hierfür aktivieren Sie im ersten Reiter noch die entsprechenden Quellen per Häkchen.

Verfügen Sie nur über einen sehr langsamen der gar keinen Internetzugang, aktivieren Sie als Quelle die DVD, welche immerhin rund 4 000 Softwarepakete mit einem Gesamtumfang von 3,5 GByte enthält. Legen Sie die DVD ein und warten auf das automatische Mounten. Das System findet die DVD und fragt, ob es den Paketmanager Synaptic starten soll.

Dieser liest die DVD ein und bezieht sich bei Anfragen auf dort gefundene Software. Im ersten Kartenreiter des Dialogs Softwarequellen (Einstellungen | Paketquellen) aktivieren Sie, falls noch nicht automatisch geschehen, das Kästchen CD-ROM mit Ubuntu 6.10 Edgy Eft und deaktivieren die Internetquellen.

Quellen

Quelle

Inhalt

main Alle Software, die Canonical mit garantierten Updates unterstützt. Dazu gehören die grundlegenden Pakete zum Gnome-Desktop.
restricted Kostenlose, aber proprietäre Software (Grafik- und WLAN-Treiber einiger Hersteller, wie NVidia, ATI oder Atheros)
universe Erweitertes Softwareangebot aus dem Open-Source-Bereich, das aber keine direkte Unterstützung durch Canonical erfährt
multiverse Wie universe, aber keine Open-Source-Software (beispielsweise Realplayer, Flash, Adobe Reader)

Andere Änderungen und Neuerungen fanden eher unter der Haube von Ubuntu statt. Neben dem zeitgemäßen Anpassen der Software-Versionen (siehe Tabelle "Überblick Ubuntu 6.10") setzen die Entwickler nun ein ereignisgesteuertes System namens Upstart [5] ein. Dieses System löst nach und nach das alte System-V-Init ab.

Dem neuen System liegt die Überlegung zugrunde, verschiedene Startskripte in Abhängigkeiten zueinander zubringen und nicht wie jetzt noch üblich die Vielzahl der Startskripte nacheinander beim Booten aufzurufen. Auf diese Weise führt das System auch zwei Skripte parallel aus und zwar auch dann, wenn ein anderes dieses Skript zum Beispiel anfordert. Die Entwickler planen, damit auch Dienste wie den Crond oder den Xinetd in Zukunft abzulösen. Ferner fügten sie auch die Virtualisierungstechnik Xen ein.

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Infos zum Autor

Mirko Albrecht

Mirko Albrecht schreibt seit Ende 2004 regelmäßig Beiträge für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Wenn er nicht gerade eine neue Distribution ausprobiert, spielt er gern Schach oder fotografiert die Welt.
Seine Rechner werden meist von Xubuntu oder Opensuse bevölkert.


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LinuxUser 06/2012

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