Aufmacher

Neue Distributionen

01.01.2007

Dynebolic 2.3

Dynebolic (http://www.dynebolic.org), gerade in Version 2.3 ("Dhoruba") erschienen, legt den Schwerpunkt auf Multimedia-Bearbeitung. Das Livesystem findet auf einer CD Platz und lässt sich auch auf die Festplatte oder einen Flash-Speicher installieren. Ein auf Echtzeit-Anwendungen optimierter Kernel der Version 2.6.18 sorgt dafür, dass das System verlässlich läuft.

Multimedia-Anwender finden im neuen Release ein aktuelles Gimp für die Bildbearbeitung, MPlayer mit Ffmpeg-Codecs für Ton und Bild sowie Muse zum Streamen von Sound über das Internet. FreeJ sorgt für die Übertragung von Videodaten ins Netz. Scribus 1.3.3.1 dient zur Gestaltung von Drucksachen

Den Programmumfang runden der HTML-Editor Bluefish, die Textverarbeitungen Abiword und Ted sowie die E-Mail-Clients Sylpheed und Gpa ab. Die Entwickler versprechen, dass sich Dynebolic auch auf älterer Hardware wohlfühlt.

Dynebolic bietet Programme zur Bearbeitung multimedialer Inhalte in kompakter Form.

Ubuntu ganz und gar befreit

Die irischen Entwickler Brian Brazil und Paul O'Malley haben ein Ubuntu-Derivat zusammen gestellt, das nur wirklich freie Software enthält. Bei der Arbeit an dem Gnewsense (http://www.gnewsense.org) getauften Projekt erhielten sie Unterstützung durch die Free Software Foundation (http://www.fsf.org).

Gnewsense soll die Einfachheit von Ubuntu mit der Philosophie freier Software im Sinne der Free Software Foundation verbinden. Daher entfernten Brazil und O'Malley sämtlichen unfreien Firmware-Pakete aus dem Kernel und deaktivierten alle Software-Repositories, die unfreie Software enthalten. Obendrein kappten sie die Abhängigkeiten zum Ubuntu-eigenen Entwicklungswerkzeug Launchpad, das teilweise proprietär ist.

Das Ergebnis ist eine Live-Distribution mit Gnome-Desktop, die auf den meisten Rechnern funktionieren sollte. Auf Annehmlichkeiten wie 3D-beschleunigte Grafik oder einfache Einbindung von WiFi-Treibern müssen die Benutzer allerdings verzichten, sofern für die entsprechende Hardware kein freier Treiber zur Verfügung steht. Das System schafft es mit Hilfe eines grafischen Installationsprogramms mit dem Namen Ubiquity auf die Festplatte.

Neben einer Live-CD findet sich auf der Homepage des Projekts ein Online-Build-Dienst, der die Zusammenstellung einer angepassten Version von Gnewsense ermöglicht. Die Entwickler versprechen, die Benutzer der Distribution in vollem Umfang mit Sicherheitsupdates zu versorgen. Anders als bei Ubuntu gibt es nur eine Version der Distribution für x86-Systeme.

Gnewsense befreit Ubuntu von Software, die nicht unter einer GPL-konformen Lizenz steht.

Multimedia in 64 Bit

Die auf Debian basierende Multimedia-Distribution 64 Studio (http://64studio.com) ist, wie der Name schon andeutet, für den Einsatz auf 64-Bit-Architekturen optimiert. Die aktuelle Version 1.0 setzt auf einem Kernel der Version 2.6.17 auf, dem ein Realtime-Preemtion-Patch eine besonders niedrige Latenz bescheren soll.

Als Desktop kommt das nicht mehr taufrische Gnome 2.14 zum Einsatz, an Software bringt die Distro Programme für 2D- und 3D-Grafik, für Musik- und Tonbearbeitung, Webpublishing und Druckvorstufe mit. Auch Büroprogramme sowie Browser und E-Mailprogramme für die tägliche Arbeit fehlen nicht.

Neben der 64-Bit-Version gibt es auch eine Variante für 32-Bit-Prozessoren. Beide liegen auf der Homepage des Projekts zum Download bereit liegen. Wer eine frühere Version von 64 Studio installiert hat, aktualisiert das System mit Hilfe eines Skripts.

Neben der kostenlosen Variante offerieren die Entwickler von 64 Studio auch kostenpflichtigen Support und auf individuelle Wünsche angepasste Varianten.

Vorschau auf Xfce 4.4

Xfld 0.3 (http://www.xfld.com) ist eine auf Xubuntu (http://www.xubuntu.org) basierende Live-Distribution, die einen Vorgeschmack auf die kommende Desktop-Umgebung Xfce 4.4 bietet. Gegenüber Ubuntu erweiterten die Entwickler das Softwareangebot deutlich. Xfld enthält den Dateimanager Thunar, Firefox 2.0, Gaim, den Mailserver Exim4 und das Netzwerkanalyse-Tool Wireshark. Als Skriptsprachen sind Ruby, Perl und Python mit an Bord, zum Abspielen von Multimedia-Inhalten bringt Xfle Xine mit. Xfld steht in deutscher Sprache auf der Homepage des Projekts und einigen Spiegelservern zum Download bereit.

Xfld erlaubt das gefahrlose Ausprobieren von Xfce 4.4.

Linux für Windows

Andlinux (http://wiki.gp2x.org/wiki/AndLinux) ermöglicht das Ausführen von Linux-Programmen unter Windows 2000, XP und 2003. Als Grundlage dient Colinux (http://www.colinux.org), ein Windows-Port des Linux-Kernels, der das Ausführen von Linux-Programmen unter Windows möglich macht.

Andlinux benötigt mindestens 128 MByte freien Arbeitsspeicher und 4 GByte Festplattenplatz. Der Datenaustausch mit dem zugrunde liegenden Windows-System erfolgt über ein Verzeichnis auf der Festplatte. Für die Verbindung ins Netz legt Andlinux eine neue Netzwerkverbindung an.

Die Grafikausgabe übernimmt Xming, ein freier X-Server für Windows. Die Linux-Programme erscheinen dabei jeweils in einem eigenen Fenster auf dem Windows-Desktop. Als Programmstarter dient ein Xfce4-Panel, das als zusätzliche Taskleiste erscheint. Weitere Software lässt sich über Synaptic nachinstallieren. Die Entwickler versprechen, dass die meisten Linux-Programme problemlos unter Andlinux laufen.

Andlinux erlaubt das Ausführen von Linux-Programmen unter Windows.

Ubuntu multimedial

Um einen weiteren Ubuntu-Abkömmling handelt es sich bei der Single-CD-Distribution Linux Mint (http://linuxmint.com). Sie lädt während der Installation einige Pakete aus dem Internet nach und konfiguriert die Repositories so, dass Universe und Multiverse ohne zusätzliche Eingriffe zur Verfügung stehen. Ferner installiert das System unter anderem MP3-Codecs und ermöglicht es, verschlüsselte DVDs abzuspielen.

Als Desktop kommt in der aktuellen Version 2.0 Gnome statt wie bisher KDE zum Einsatz. Der Desktop trägt ein anderes Artwork als das zugrunde liegende Ubuntu 6.10. Von KDE blieb in der Standardinstallation nur Amarok übrig, das anstelle des Gnome-eigenen Multimediaplayers Rhythmbox Verwendung findet.

Kurz notiert

Das Inside Security Rescue Toolkit Insert (http://www.inside-security.de/INSERT.html) steht in Version 1.3.8a zum Download bereit. Es basiert auf Knoppix 5.0.1 und enthält die neue Version des Virenscanners ClamAV sowie Gparted. Lese- und Schreibzugriffe auf NTFS-formatierte Partionen erledigt Insert mit Ntfs-3g. Das nur 60 MByte große CD-Image passt knapp auf eine Visitenkarten-CD, aber auch auf anderen Medien wie USB-Sticks.

Hardened Linux (http://drlinux.doomed-reality.org), ein minimalistisches System auf Basis von Slackware, ist in Version 1.5.0 erschienen. Es eignet sich für den Einsatz auf Routern, Firewalls und anderen Rechnern gedacht, die ständig ans Netz angeschlossen sind. Hardened Linux nutzt einen mittels grsecurity abgesicherten Kernel, OpenLDAP und OpenVPN. Hardened Linux ist noch nicht fertig: So fehlt noch ein Webinterface zur Einrichtung des Systems und die Dokumentation. Die beiden Entwickler suchen nach Mitstreitern.

In einer ersten Alpha-Version erschien jetzt Freespire 2.0 (http://www.freespire.org), die freie Variante von Linspire. Gegenüber der im August 2006 freigegebenen Version 1.0 wurden vor allem die Paketverwaltung verbessert sowie ein freier Client für das Click'n'Run-Warehouse von Linspire implementiert. Das voll LSB-3.1-konforme Freespire 2.0 basiert komplett auf Debian Etchund soll im ersten Quartal 2007 veröffentlicht werden.

Das Projekt Fedora Unity (http://www.fedoraunity.org) hat eine Live-CD der stabilen Variante von Fedora Core 6 (http://fedora.redhat.com) zum Download via Bittorrent bereit gestellt. Unter dem Namen Fedora Live Spins geführt, bringen die Live-Versionen von Fedora Spins Kernel 2.6.18, X.org 7.1, Compiz und AIGLX mit. Als Desktops kommen wahlweise Gnome 2.16 und KDE 3.5.4 zum Einsatz.

Sun (http://www.sun.com) und Canonical (http://www.canonical.com) haben vereinbart, dass Canonical die Open-Source-Implementierung von Java in Ubuntu aufnimmt. Zugleich intensivieren die Partner ihre Zusammenarbeit. Sun zertifizierte zudem die Server Sun Fire X4100 und X4200, sowie die Workstations Sun Ultra 20 und 40 für den Betrieb mit Ubuntu Linux.

Die kompakte Distribution Zenwalk (http://www.zenwalk.org) ist in Version 4.0 erschienen. Die wichtigste Neuerung stellt die die Integration von X.org 7.1 dar. Zenwalk 4 verwendet den Linux-Kernel 2.6.18, der Suspend-to-Disk unterstützt. Als Desktop findet Xfce Verwendung, KDE und Gnome lassen sich nachinstallieren. Zur Installation von Software steht mit Netpkg ein neues Gtk-basierendes Werkzeug zur Verfügung. Am Udev-System haben die Entwickler Verbesserungen vorgenommen, so dass Firewire-, Smartcard- und PCMCIA-Geräte sich mit dem Udev-Watchdog-Daemon automatisch mounten lassen.

Nach dem heiß diskutierten Abkommen zwischen Novell (http://www.novell.com) und Microsoft (http://www.microsoft.com) hat sich Mark Shuttleworth, Initiator von Ubuntu Linux, in seinem Blog an die Entwickler von Opensuse gewandt und sie aufgefordert, einen Wechsel zu Ubuntu in Erwägung zu ziehen.

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