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Echt bewegend

Adobes Flashplayer 9 für Linux

01.01.2007 Adobes Beta-Version des Flashplayer 9 für Linux gibt sich bereits recht ausgereift. Lohnt der Umstieg schon jetzt?

Flashplayer 7 fiel meist dann auf, wenn er fehlte: Da erschien eine Animation nicht, startete ein Film aus dem Netz nicht oder blieben die Lautsprecher stumm, anstatt den Stream eines Webradios abzuspielen. Linux-Anwender beschwerten sich daher häufig und das Gnash-Projekt begann, die proprietäre Software als freien Clone nachzubauen.

Vielleicht brachte das Adobe zum Umdenken: Mitte des Jahres kündigte die Firma jedenfalls überraschend einen linuxtauglichen Flashplayer 9 für 2007 an. Ihre Fortschritte kommentierten die Entwickler in einem eigenen Blog [1], das sich in der Community großer Beliebtheit erfreute, wenn auch die Kommunikation zwischen Linuxern und Adobe-Entwicklern meist recht einseitig verlief.

Im Oktober war es dann soweit: Eine erste Beta des Flashplayer 9 wartete auf den Download. Seit dem 20.11.2006 gibt es eine zweite Beta-Version, die weniger Abstürze und besseren Audio-Support verspricht [2]. Eigentlich sollten Sie keine neue Lösung benutzen, wenn die alte gut funktioniert – im Fall des Flashplayers können Sie das aber getrost tun. Abgesehen davon, dass Flashplayer 7 nur sehr begrenzt Inhalte abspielt, gab es im Test mit der Beta-Version auch keine nennenswerten Probleme.

Varianten

Den Flashplayer liefert Adobe in zwei Spielarten aus: In einer Standalone-Variante mit GTK-Interface (Abbildung 1) sowie als Bibliothek, die Sie als Plugin in den Browser integrieren. Am Support für Opera arbeiten die Entwickler noch; Firefox, Mozilla und der Konqueror kommen mit dem Plugin bereits klar. Mit Flash konsumieren Sie nicht nur filmische News-Happen auf Nachrichtenportalen und lustige kleine Spiele, Sie gewähren auch Seitenbetreibern den Zugriff auf Ihre Webcam oder Ihr Mikrofon. Das setzt allerdings Ihre explizite Einwilligung voraus.

Abbildung 1: Die Standalone-Variante des Flashplayer 9 spielt lokale und entfernte Flash-Inhalte ab, auch die berüchtigten Flash-Spiele.

Die neue Version des Players zeichnet sich laut Adobe vor allem durch mehr Stabilität, bessere Performance und höhere Kompatibilität aus. So stützt sich der Player nun auf Actionscript 3.0 und hält sich an den Ecmascript-Standard. Mit SSL-Verschlüsselung wartet nur das Plugin auf. Dank OpenSSL erreichen Sie über das Browser-Plugin auch HTTPS-Seiten. Um den Flashplayer sinnvoll zu nutzen, sollte Ihr Rechner laut Empfehlung von Adobe wenigstens 512 MByte RAM mitbringen und eine Taktfrequenz ab 800 MHz aufweisen.

Flash for Linux

Die Installation des Standalone Player und des Browser-Plugins unterscheiden sich nur wenig. Da Adobe seine Beta-Version nicht auf einer Heft-CD sehen will, laden Sie das jeweilige tar.gz-Archiv von der Webseite herunter [2], entpacken es und wechseln in das neue Verzeichnis. Um die Standalone-Variante zu starten, tippen Sie ./gflashplayer. Eventuell müssen Sie die Datei zuvor noch ausführbar machen, indem Sie chmod u+x gflashplayer eingeben. Der Player startet zunächst mit einem großen, leeren Fenster. In dem spielen Sie sowohl lokale als auch entfernte Flash-Inhalte ab. Über Datei | Öffnen zeigen Sie dem Player SWF-Dateien auf Ihrer Festplatte, URLs schreiben Sie einfach in die entsprechende Zeile.

Im Archiv, das das Plugin enthält, liegt eine Datei namens libflashplayer.so. Dank dieser spielen auch Browser Flash-Content ab – vorausgesetzt, sie finden die Bibliothek auch. Arbeiten Sie an einem Rechner, für den Sie keine Root-Rechte besitzen, oder wollen das Plugin generell nur als lokaler Benutzer verwenden, kopieren Sie die Datei in das Verzeichnis ~./mozilla/plugins. Dort finden es sowohl Mozilla als auch Firefox und der Konqueror. Letzterer bemerkt den neuen Gast allerdings nicht sofort: Sie müssen KDE erst neu starten und ihm mitteilen, wo es das Plugin suchen soll. Rufen Sie dazu den Menüpunkt Einstellungen | Konqueror einrichten | Plugins auf, kreuzen Sie die Option Beim Start von KDE nach neuen Plugins suchen an und prüfen Sie, ob Konqueror den Ordner auflistet, in dem sich das Plugin befindet. Falls nicht, fügen Sie ihn hinzu.

Um systemweit auf das Plugin zuzugreifen, kopieren Sie die Bibliothek mit Root-Rechten in den Ordner /usr/lib/firefox/plugins, wo Konqueror und Firefox sie finden. Mozilla sucht global im Verzeichnis /usr/lib/mozilla/plugins nach ihr. Zum Testen verwenden Sie eine Seite, die Inhalte für die neue Flashplayer-Generation anbietet, etwa ein Nachrichtenmagazin oder ein Spieleportal.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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