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Devil inside

Hochsicherheitsdistribution

Installation

Die Installation verläuft recht unspektakulär: Sie entpacken über tar xvjf devil-linux-1.2.11-i586-SMP.tar.bz2 das Archiv von der Heft-CD und brennen die ISO-Datei als Image auf eine CD. Das funktioniert zum Beispiel mit K3b über ExtrasCD-Abbilddatei brennen. Nun haben Sie eine vollwertige Live-CD. Damit der Rechner von der CD bootet, stellen Sie eventuell noch im BIOS das CD-Laufwerk als Bootmedium ein. Anschließend legen Sie die CD ins Laufwerk und starten den Rechner neu.

Beim Start findet dieser ein bootfähiges System auf der CD und lädt ein Bootmenü, über das Sie die Software mit verschiedenen Bildschirmauflösungen starten. Leider sehen Sie das Menü gerade einmal fünf Sekunden lang, dann wählt es automatisch die erste Einstellung. Verwenden Sie einen vergleichsweise aktuellen Monitor, geben Sie schnell eine 3 ein und bestätigen Ihre Wahl durch [Eingabe]. Über [F1] erreichen Sie weitere Menüs, die Ihnen Optionen anzeigen, die Sie beim Booten einsetzen können.

Devil-Linux versucht nun, Ihre Hardware zu erkennen und zu nutzen. Findet es keine bestehende Konfigurationsdatei, will es wissen, auf welches Medium es schreiben soll. Die Software schlägt verschiedene Medien vor. Sie entscheiden mit [Y] und [N], ob sie das jeweilige Medium zum Speichern der Datei verwenden soll. Dabei fällt auf: Devil-Linux nutzt zunächst eine englische Tastaturbelegung. Das können Sie später ändern, zunächst benutzen Sie einfach [Z] für ein [Y] und umgekehrt.

Lehnen Sie sämtliche Speichermedien ab, erkundigt sich Devil-Linux schließlich, ob es ganz ohne Config-Datei starten soll (Abbildung 1). Das funktioniert natürlich auch, macht aber nur Sinn, wenn Sie nicht vorhaben, irgendwelche Änderungen an dem System vorzunehmen. In diesem Fall gehen alle Modifikationen nach dem Neustart verloren.

Abbildung 1: Stellen Sie der Distribution kein Medium zur Verfügung, um Veränderungen zu speichern, verschwinden diese nach einem Neustart.

Wundern Sie sich nicht über ein paar merkwürdige Piepgeräusche während des Bootens: Die verursacht der kleine Teufel ohne wirklichen Grund. Sie bedeuten nicht, dass Ihr Rechner kurz vor der Explosion steht. Geben Sie nach dem Login /etc/init.d/beep restart ein, reproduzieren Sie die lustigen Piepser übrigens.

Nach erfolgtem Bootvorgang landen Sie beim Login. Geben Sie als Benutzer root ein und drücken Sie anstelle eines Passworts zunächst einfach [Eingabe]. Ein neues Passwort sollten Sie natürlich als erstes festlegen, handelt es sich doch bei dessen Fehlen um ein Sicherheitsrisiko. Dazu geben Sie den Befehl setup ein, der ein Menü mit grafischen Elementen aufruft, über das Sie die komplette Konfiguration der Distri erledigen (Abbildung 2). Durch das sich öffnende Menü bewegen Sie sich mit Hilfe der Cursor-Tasten, um mit [Eingabe] eine Auswahl zu treffen. Wollen Sie eine unter vielen Optionen ankreuzen, nutzen Sie [Leer]. Um nun das Root-Passwort zu ändern, wählen Sie die Option LoginPW und geben ein neues Passwort ein.

Abbildung 2: Funktionales Design: Devil-Linux bringt keine grafische Oberfläche mit und hält auch den Setup-Dialog eher schlicht.

Dann lokalisieren Sie Ihre Version von Devil-Linux. Wechseln Sie mit [Eingabe] in das Menü Basic und bewegen Sie den Cursor zum Parameter Keyboard. Dort drücken Sie [Eingabe] und erhalten nun eine ganze Liste von Keymaps(Abbildung 3). Suchen Sie nach der deutschen Tastaturbelegung (de), setzen Sie mit [Leertaste] ein Kreuzchen und kehren Sie mit OK ins Menü Basic zurück. Erst nach dem Speichern der Konfiguration über Config und einem Neustart funktionieren die neue Tastaturbelegung und das Passwort. Wo Sie schon einmal hier sind, passen Sie auch gleich die Timezone an.

Abbildung 3: Die Tastaturbelegung ändern Sie über das Menü Basic. Bis dahin nutzen Sie [Z] statt [Y] und umgekehrt.

Dienste einrichten

Welche der zahlreichen Dienste die Distribution beim Starten lädt, bestimmen Sie auch selbst. Dazu wechseln Sie zum Menüpunkt Services, suchen die gewünschten Dienste aus und drücken jeweils [Leer]. Devil-Linux lädt diese Dienste dann nach einem Neustart. Sicher kennen Sie nicht sämtliche Dienste mit Namen. Eine kleine Beschreibung, die unterhalb des Fensters erscheint, sobald Sie eine Software auswählen, erleichtert die Wahl.

Um ins Internet zu gelangen, brauchen Sie eine Netzwerkkarte. Die konfigurieren Sie über den Menüpunkt NET. Wählen Sie hier den ersten Eintrag 1NIC für die erste Karte aus. Im nächsten Fenster steht als oberster Eintrag rechts Network card Module [Unknown] (Abbildung 4). Devil-Linux kennt den zur Netzwerkkarte gehörenden Treiber nicht. Sie müssen diese Information selbst herausfinden. Bewegen Sie den Cursor über den Eintrag und drücken [Eingabe], bietet Ihn eine Oberfläche eine Reihe von Treibern zur Auswahl an. Am besten wäre es natürlich, wenn Sie bereits wissen, welchen Treiber die Grafikkarte braucht. Sie bewegen den Cursor dann an die entsprechende Stelle und drücken [Leer] und [Eingabe], dann Load Module.

Abbildung 4: Zeitintensiv: Wissen Sie nicht, welchen Treiber Ihre Netzwerkkarte benötigt, können Sie die vorhandenen Treiber durchprobieren.

Sie können hier aber auch einen beliebigen Treiber wählen. Das Laden des Moduls schlägt dann höchstwahrscheinlich fehl. Sie erfahren dadurch aber zumindest, welche Netzwerkkarte Sie verwenden (Abbildung 5), und stoßen mit ein bisschen Recherche im Netz vielleicht auch auf den passenden Treiber. Alternativ probieren Sie alle vorhandenen Treiber durch. Das ist mühselig, führt aber auch zum Ziel.

Abbildung 5: Um zu erfahren, wie Ihre Netzwerkkarte überhaupt heißt, laden Sie ein beliebiges Kernel-Modul als Treiber.

Im Untermenü 1NIC legen Sie auch fest, wie die erkannte Karte später ihre IP-Adresse erhält. Um sie fest zu vergeben, schalten Sie die Option UseDHCP ab. Über die Punkte 2NIC und 3NIC richten Sie weitere Netzwerkkarten ein, um zum Beispiel eine so genannte demilitarisierte Zone aufzubauen.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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LinuxUser 03/2012

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