Mit dem Internetprotokoll FTP (File Transfer Protocol) übertragen Sie Daten zwischen zwei Rechnern. Dabei kommunizieren ein FTP-Client und ein FTP-Server miteinander. Die meisten Server bieten so genanntes anonymes FTP an: Benutzer melden sich in der Regel mit dem Benutzernamen anonymous oder ftp und meist ohne Passwort an – dennoch gehört es zum guten Ton, die eigene E-Mail-Adresse anzugeben. Andere FTP-Server, etwa bei Webspace-Anbietern, verlangen eine Authentifizierung mit Benutzername und Kennwort.
Doch Vorsicht: Anders als sichere Protokolle (wie die Secure Shell SSH) überträgt FTP Benutzernamen, Passwort und die restlichen Daten im Klartext und eignet sich daher nicht für den Austausch vertraulicher Informationen.
Wer nicht den eingebauten FTP-Client des Webbrowsers oder Dateimanagers verwenden möchte, sollte sich die beiden Kommandozeilen-Alternativen Ftp und Ncftp anschauen.
Ftp: Kontaktaufnahme
Ein einfacher Kommandozeilenclient, der auf jeder Distribution zur Standardausstattung gehört, ist Ftp. Zum Verbinden tippen Sie beispielsweise:
ftp ftp.Server .de
Alternativ starten Sie den Client mit ftp und verbinden sich dann am Kommandoprompt über den Befehl
ftp> open ftp.Server .de
mit dem gewünschten Ziel. Nach der Kontaktaufnahme sehen Sie die Aufforderung zum Login: Hier geben Sie wie schon erwähnt entweder anonymous, ftp oder den vom Webspace-Anbieter festgelegten Benutzernamen und das zugehörige Passwort ein (Listing 1). Das Kennwort tippen Sie dabei "blind" – im Gegensatz zu Ncftp zeigt dieser Client keine Sternchen an.
ftp> open ftp.debian.org Connected to ftp.debian.org. 220 saens.debian.org FTP server (vsftpd) Name (ftp.debian.org:huhn): ftp 331 Please specify the password. Password:
Ftp: Am Prompt
Nach der Anmeldung fordert Ftp über den Prompt ftp> zur Eingabe von Befehlen auf. Die Kommandos help oder ? blenden eine Übersicht der möglichen Kommandos ein (Abbildung 1). Viele erinnern von der Syntax her an bekannte Bash-Befehle (cd, ls, exit etc.). Einige sind selbsterklärend, andere eher etwas kryptisch. Weitere Informationen zu den einzelnen Kommandos zeigt das Programm über:
ftp> help Befehl
Um zu erfahren, in welchem Verzeichnis auf dem Server Sie sich befinden, tippen Sie (wie auf der Bash) pwd ("print working directory"), und auch den Inhalt erfahren Sie über den vertrauten Befehl ls. In einen anderen Ordner bringt Sie der Befehl cd Verzeichnis
, cd .. führt eine Ebene höher, und mit cd landen Sie im Basisverzeichnis des FTP-Servers.
TIPP
Um auf dem lokalen Rechner ein Verzeichnis zu wechseln, steht Ihnen der Befehl lcd zur Verfügung. Andere lokale Kommandos geben Sie mit einem vorangestellten Ausrufezeichen ein, z. B. !ls, um den Inhalt des lokalen Ordners aufzulisten.
Über get bzw. mget laden Sie Daten vom FTP-Server ins aktuelle Verzeichnis auf den eigenen Rechner herunter. Während Sie bei get den Dateinamen genau angeben müssen, versteht mget auch Wildcards. Um beispielsweise alle Dateien eines bestimmten Verzeichnisses auf den lokalen Rechner zu schaufeln, tippen Sie am Prompt mget *. Bei Bedarf geht es auch genauer:
ftp> mget *.tar.gz
lädt nur Dateien mit der Endung .tar.gz herunter. Standardmäßig bittet Ftp nun für jede einzelne Datei, auf die das Muster zutrifft, um Bestätigung. Geben Sie entweder y oder n ein, um den Transfer zu starten oder eine Datei zu überspringen. Möchten Sie diese Abfrage abschalten, erledigen Sie das über das Kommando prompt:
ftp> prompt Interactive mode off.
Gleiches gilt für die Befehle mput (überträgt Daten zum Server) und mdelete (löscht Daten auf dem Server) – eine entsprechende Zugriffsberechtigung (Schreibrechte) auf dem FTP-Server vorausgesetzt.
Sie verabschieden sich von der Gegenseite mit dem Kommando close. Entsprechend beendet der Befehl quit nicht nur die Sitzung, sondern auch das Programm.



