LPI erweitert Zertifizierungsprogramm

Nachdem sich die Prüfungen LPIC 1 und 2 des Linux Professional Institute (http://www.lpi.org) in der IT-Branche etabliert haben, steht nun das Prüfungsprogramm für die LPIC-3-Prüfungen kurz vor dem Start. Auf der Linux World in Utrecht im Oktober nahmen bereits die ersten Teilnehmer an einer Art Betatest teil. Auch auf der kommenden Linux World in Köln will das LPI noch einmal Testprüfungen abhalten.

Der Fragenkatalog für die beiden LPIC-3-Prüfungen 301 und 302 umfasst Authentifizierungstechniken, Verzeichnisdienste und Dateiserver sowie die Fehlersuche und das Beseitigen von Störungen. Ab Januar 2007 geht LPIC-3 als fester Bestandteil in den Prüfungskatalog ein.

Kurz notiert

Das Dateisystem Ext4, der Nachfolger des bekannten Ext3, findet bereits Eingang in die kommende Version 2.6.19 des Linux-Kernel. Linus Torvalds verzichtet damit bewusst auf die sonst übliche längere Testphase im Kernel-Zweig von Andrew Morton. Der Grund für das verkürzte Verfahren liegt in der Technik, die sich relativ stark an das erprobte Ext3 anlehnt. Ext4 verwaltet Partitionen bis zu einem Exabyte Größe; Ext3 geht dagegen bei acht Terabyte die Luft aus. Dank eines Kompatibilitätsmodus bindet die Ext4-Implementation auch Ext3-Partitionen ein. Auf lange Sicht planen die Entwickler deshalb, den Ext3-Code aus dem Kernel zu entfernen.

Anfang Oktober trat mit Fujitsu Siemens Computers ein weiterer großer Hardware-Hersteller der Linux Solutions Group (LiSoG) bei. Der Verein zählt zur Zeit 63 Mitglieder – darunter IBM, Novell, Red Hat, Siemens und MySQL. Sie alle eint das Ziel, Open Source im Allgemeinen und Linux im Besonderen zu fördern. So verwundert es nicht, dass Fujitsu mit seinem Engagement seine eigenen Linux-Aktivitäten vorantreibt, um auf die gestiegene Linux-Nachfrage zu reagieren.

Wie bereits vor 12 Monaten, so ruft auch dieses Jahr das Amarok Projekt (http://amarok.kde.org/) seine Anwenderschaft und alle Open-Source-Enthusiasten wieder zu einer kleinen Spende auf. Um den Obolus reizvoller zu machen, verlost Amarok einen iPod Nano unter allen, die im Oktober eine Spende von mehr als 10 Dollar einzahlen. Laut dem Team benötigt das Projekt rund 5 000 US-Dollar, um die Server zu betreiben, Hardware anzuschaffen und ein Treffen zu finanzieren, bei dem die Entwickler die Arbeiten an Amarok 2.0 grundlegend koordinieren. Amarok 2.0 erscheint in einer KDE-Version sowie in einer Windows-Version.

Das Grafikformat GIF (http://de.wikipedia.org/wiki/GIF) ist seit dem 1. Oktober 2006 komplett patentfrei. Dies gab das Software Freedom Law Center jetzt bekannt. Das Unternehmen Compuserve entwickelte GIF 1987 und legte es offen. Es stellte sich aber heraus, dass GIF ein LZW-Komprimierungsverfahren verwendet, für das Unisys ein Patent besaß. Unisys drohte Mitte der 90er Jahre, jeden zu verklagen, der ohne gültige Lizenz GIF-Unterstützung in seiner Software implementiert. Daraufhin entwickelte die Community 19997 das GIF in vielen Bereichen überlegene Grafikformat PNG.

Dass Open-Source-Software das Bearbeiten von Bilder auf hohem Niveau ermöglicht, zeigte der Sieger des Spiegel-Wettbewerbs für Fotoretuschen. Gewinner Tobias Jakob bearbeitete sein Bild auf einem Linux-Rechner mit Gimp (http://www.gimp.org). Für das Einfügen eines Wanderers mit Schlapphut in die Ornamente einer antiken Vase benötigte Jakob laut eigenen Aussagen nur vier Stunden. Das zeigt, dass Gimp als Photoshop-Ersatz konkurrenzfähig ist.

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