Software-News

01.12.2006

Browsen wie ein Luchs

Um sich im Internet zu bewegen, benötigen Sie nicht zwingend eine grafische Oberfläche: Schnell und komfortabel navigiert auch der textbasierte Browser Lynx (http://lynx.isc.org/) durchs Netz. 1992 von Studenten der University of Kansas aus der Taufe gehoben, entwickelt und pflegt ihn noch heute eine rege Nutzergemeinde.

Grafische Elemente einer Website, wie Bilder oder Flash, zeigt der Browser allerdings nicht an. Auch beim Darstellen von Webseiten mit Frames muss Lynx passen. Dafür entschädigt das Programm mit extrem kurzen Ladezeiten, da es jede Webseite auf das Wesentliche – den Inhalt – reduziert.

Das Bedienung des Browserserfolgt im Wesentlichen über die die Cursorrasten. Im aktuellen Dokument bewegen Sie sich mit [Pfeil oben] und [Pfeil unten] von Link zu Link. Mit [Pfeil rechts] verfolgen Sie den aktuellen Link, mit [Pfeil links] gehen Sie eine Seite zurück. Auch alle weiteren Funktionen sind mit Tasten verknüpft, deren Funktion sich an Programme wie Less oder Vim anlehnt.

Neben dem Web-Standardprotokoll HTTP beherrscht Lynx auch Gopher, Wais, Finger, FTP und NNTP. Damit eignet sich das Programm ebenso zum Übertragen von Dateien via FTP wie auch als Newsreader. Kompilieren Sie Lynx mit SSL-Support, so steht Ihnen zusätzlich das HTTPS-Protokoll zur sicheren Kommunikation mit Webseiten zur Verfügung. Die meisten Distributionen liefern von Hause aus eine SSL-fähige Lynx-Version mit.

Der größte Vorteil von Lynx liegt darin, dass es auf nahezu jeder Betriebssystemplattform verfügbar ist. Selbst auf einem entfernten Rechner arbeitet es sich via SSH oder Telnet mit Lynx ebenso zügig, als wäre es eine lokale Applikation. Das macht den schlanken Browser zu einem elementaren Werkzeug, das wie der Editor Vi auf keinem System fehlen darf.

Trotz der einfachen Darstellung bleiben die wichtigsten Informationen auf der LinuxUser-Website in Lynx erhalten.

Remotezugriff auf Windows

Seit Windows XP besitzen auch die Client-Betriebssysteme aus Redmond einen Mini-Terminalserver, der den Remotezugriff auf den jeweiligen Rechner erlaubt. Mit Rdesktop (http://www.rdesktop.org) verfügen Sie über das passende Tool, mit dem Sie sich eine entfernte Windows-Oberfläche ins Fenster holen. Dazu verwendet Rdesktop Microsofts Remote Desktop Protokoll RDP, dessen Versionen 4 und 5 das Programm unterstützt.

Im Gegensatz zu anderen Remote-Control-Lösungen wie VNC übernimmt der aus der Ferne zugreifende Anwender nicht die Oberfläche eines lokalen Anwenders, sondern meldet sich regulär mit Benutzernamen und Passwort am Windows-System an. Arbeitet bereits ein lokaler Anwender am fraglichen Windows-XP-Rechner, beendet das System dessen Sitzung. Umgekehrt terminiert Windows die Remote-Session, sobald sich ein Anwender lokal anmeldet. So entstehen auf dem Arbeitsplatz keine Konflikte.

Ein weiterer Vorteil von Rdesktop gegenüber anderen Lösungen liegt in der Möglichkeit, die Tastaturbelegung und Bildschirmauflösung unabhängig vom Remote-System festzulegen. Als ebenso vorteilhaft erweist sich das optionale Umlenken von Geräten: So leiten Sie bei Bedarf etwa Druckaufträge auf das lokale System um, auch wenn Sie diese auf dem Remote-System gestartet haben.

In Bezug auf die Kommunikationssicherheit weist RDP aber Schwächen auf: Zwar verschlüsselt es die zu übertragenden Daten mit einem 128-Bit-RC4-Schlüssel; allerdings gilt dieser als nicht mehr zeitgemäß, da es Programmierern bereits gelang, ihn zu knacken. Es empfiehlt sich daher, die Daten durch ein VPN oder SSH zu tunneln. Um die Windows-XP-Maschinen im heimischen Netzwerk fernzuwarten, reicht Rdesktop in der aktuellen Version 1.5.0 jedoch vollkommen aus.

Für einen schnellen Blick auf eine Windows-Maschine im lokalen Netzwerk reicht das Programm Rdesktop vollkommen aus.

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