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Neuer Linux-Client für Second Life

01.12.2006 Die eigene Traumvilla ohne Millionenkredit? Die Online-Welt Second Life machts möglich. Für virtuelle Häuslebauer mit Linux-Rechnern gibt es nun auch einen Client.

Pünktlich um 20 Uhr fängt der Kurs an (Abbildung 1): Der Klassenraum schwebt über dem Meer und Maia Patton erklärt den sechs Teilnehmern, wie sie in der virtuellen Welt Second Life [1] eine Flaschenpost verschicken. Im wirklichen Leben ist das einfach: Flasche auf, Nachricht rein, Flasche zu. In Second Life designen Sie solche Dinge mit einigem Aufwand und über einen grafischen Editor: Das grenzt an Handwerk, das müssen Sie erlernen.

Abbildung 1: Virtuelles Teach-In: Hier lernen die Besucher, wie sie eine Flaschenpost verschicken.

Wie im wirklichen Leben verkaufen Sie die hergestellten Artefakte und kaufen für den Erlös andere Dinge, angefangen von Kloschüsseln über Whirlpools bis hin zu Grundstücken. Sie tratschen mit anderen Besuchern und Bewohnern der Welt und nehmen an zahlreichen Events teil – ein virtueller Club Med sozusagen. Die Basis-Mitgliedschaft kostet nichts, das erste Grundstück bekommen Sie zum Vorzugspreis, Zukäufe kosten mitunter echtes Geld [2].

Seit einiger Zeit dürfen Linux-Nutzer in Second Life mithausieren, ein Client im Alphastadium ermöglicht den Zugang zur virtuellen Welt. Momentan fehlen diesem die Bibliotheken für die Sound-Unterstützung: Konzerte, wie das mit der amerikanischen Liedermacherin Suzanne Vega im August, können Sie leider noch nicht hören. Aber Karen Clark aus der Programmentwicklung von Linden Labs – der Firma hinter Second Life – verspricht schon für Ende Herbst/Anfang Winter eine Betaversion der Software.

Spielwiese

Zuerst richten Sie sich auf der Webseite [1] einen Account ein. Zum Mitspielen brauchen Sie eine Grafikkarte mit 3D-Beschleunigung – mindestens eine Nvidia der Geforce2-Serie oder ATI Radeon 8500 – und den Second Life Client [3]. Den entpacken Sie in ein Unterverzeichnis und starten ihn über die Eingabe von ./secondlife.

Nach dem Anmelden finden Sie sich in der künstlichen Welt auf "Help Island" wieder: So heißt die Insel für Neuankömmlinge. Dort stehen zahlreiche Tutorials sprichwörtlich am Wegesrand herum, auf einer freien Fläche – im so genannten Sandkasten (Sandbox) – lernen Sie, Objekte zu fabrizieren. Über [Enter] aktivieren Sie die Chat-Funktion und tauschen mit anderen Ihre Erfahrungen aus. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen Gegenstand, öffnet sich ein Menü, das Ihnen verschiedene Aktionen ermöglicht.

Um längere Strecken zu überbrücken, fliegen Sie entweder mit Hilfe von [F] oder teleportieren sich an den entfernten Ort. Dazu klicken Sie im unteren Bereich auf Map, wählen mit der linken Maustaste einen Ort aus und dann Teleport. Irgendwo auf "Help Island" verbirgt sich auch der Weg nach "Main Island": Fragen Sie einfach danach.

TIPP

Der Weg zur Hauptinsel führt über ein Exit-Schild, das sich in der Nähe des Sandkastens befindet.

Aber: Erstmal auf "Main Island" (das architektonisch sehr viel interessanter und vor allem größer ist) angekommen, führt kein Weg mehr nach "Help Island" zurück – es sei denn Sie legen einen komplett neuen Account an. Welche Möglichkeiten "Main Island" eröffnet, finden Sie am besten selbst heraus: Lesen Sie Anleitungen [4] oder unterhalten Sie sich einfach mit den Leuten vor Ort – eben wie im wirklichen Leben.

Infos

[1] Webseite der virtuellen Welt: http://secondlife.com

[2] Preise, reale und virtuelle: http://secondlife.com/whatis/pricing.php

[3] Linux-Client: http://secondlife.com/community/linux-alpha.php

[4] Hilfe im zweiten Leben: http://secondlife.com/tiki/tiki-index.php

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

Zum Blog von Kristian Kißling →


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