Mensch oder Maschine

Für ein wenig Abwechslung sorgen in Globulation 2 zahlreiche Spielmodi. Einsteiger sollten zunächst zum Tutorial greifen. Es führt Schritt für Schritt in das Spielgeschehen ein und macht Sie mit der den Bedienkonzepten, der Oberfläche und den Einheiten vertraut (Abbildung 5). Anschließend wagen Sie sich entweder an die mitgelieferte Kampagne und somit an einige vorbereiteten Missionen oder besiedeln im so genannten Endlosspiel einfach eine der vorhandenen Karten bis zum Sankt Nimmerleinstag (Abbildung 6).

Abbildung 5: Die Statistiken am rechten Rand helfen die Übersicht im Getümmel zu bewahren.
Abbildung 6: Im Laufe des Spiels nimmt der Wuselfaktor automatisch zu.

Haben Sie schließlich gegen den Computer genug Erfahrungen gesammelt, empfiehlt sich ein Spiel gegen einen menschlichen Gegner – entweder in einem kleinen Netzwerk oder über das Internet. Für letzteres steht das Ysagoon Online Game (YOG) bereit. Ein Spiel über diesen Dienst erfordert allerdings das Registrieren beim Ysagoon-Server.

Wer danach immer noch nicht genug von den kleinen Globules bekommt, greift zum integrierten Karteneditor: In ihm wählen Sie ein paar Eckdaten, wie die Kartengröße oder Landschaftsform, klickt auf Ok, und schon berechnet das Programm mit einer Prise Zufall die fertige Karte (Abbildung 7). Anschließend dürfen Sie das Gelände nach eigenen Wünschen umformen, sowie die beim späteren Start vorhandenen Gebäude und Einheiten platzieren. Ereignisse und Aktionen steuern Sie detailliert über die eingebaute Skriptsprache.

Abbildung 7: Die Bedienung des Karteneditors lehnt sich an die des Spiels an.

Installation

Auf der Homepage von Globulation 2 unter [1] stehen bereits mehrere fertige Pakete für einige gängige Distributionen bereit. Beim Redaktionsschluss waren dies Debian, Ubuntu und Mandriva. Weitere Pakete sollen auf einem externen Server lagern, der bis zum Redaktionsschluss jedoch unerreichbar blieb.

Besitzern einer anderen Distribution, wie beispielsweise dem weit verbreiteten Suse Linux, bleibt nichts anderes übrig, als auf das Quellpaket zurückzugreifen und Globulation 2 selbst zu erstellen. Dazu installieren Sie zunächst alle SDL-Bibliotheken sowie die Pakete zu Speex, Ogg Vorbis und die Boost-Bibliotheken, jeweils samt ihrer Entwicklerpakete.

Jetzt entpacken Sie Globulation 2, öffnen ein Terminalfenster, wechseln in das Globulation-2-Verzeichnis und rufen ./configure; make; make install auf. Damit erstellen Sie das Spiel und installieren es zugleich im System. Der anschließende Start erfolgt dann ebenfalls in einem Terminalfenster über den Befehl glob2.

Schwankende Qualität

Spielerisch liegt Globulation 2 am ehesten auf dem Niveau der frühen Teile der Spielereihe "Die Siedler". Dort wie hier erleben Sie einen extrem hohen Wuselfaktor. Im Gegensatz zum kommerziellen Konkurrenten wirkt das Geschehen bei Globulation jedoch eher unkoordiniert und chaotisch. Da hilft auch kein Druck auf [T], das das Ziel aller Arbeiter und Krieger mit einer Linie einzeichnet.

Die Grafik von Globulation 2 präsentiert eine kunterbunte Welt aus dem Reagenzglas eines Forschungslabors, die als eine Mischung aus Fantasy und naiver Malerei einher kommt. Ihre Qualität schwankt sehr stark und erschwert gerade Einsteigern die Identifikation der einzelnen Gebäude. So erscheint der Gasthof mehr wie ein Zirkus, das Krankenhaus wie eine Arena für Gladiatorenkämpfe und der Weizen wie bunte Smarties. Die klumpigen Arbeiter sind hingegen mit viel Liebe modelliert, wenngleich sie sich nur schwer von den nur etwas größeren Kriegern unterscheiden lassen.

Globulation 2 bietet gerade einmal zehn verschiedene Gebäudetypen, was im Vergleich zu anderen Strategiespielen nicht besonders üppig ausfällt. Einen umfangreichen Technologiebaum suchen Sie hier vergebens. Folglich müssten eigentlich die Angriffe mehr in den Vordergrund des Geschehens rücken, wie einst im Klassiker "Z". Hier offeriert Globulation 2 jedoch nur recht schwammige Mitteln zur Koordination.

Das Spiel verfügt nicht über verschiedene Einheiten mit unterschiedlichen Fähigkeiten, die ein taktisches Planen und Vorgehen ermöglichen würden. Da zudem meist alle Gebäudetypen direkt bereit stehen, führt dies in der Summe zu einer immer gleichen Strategie: Sie geben einmal alle Gebäude in Auftrag, weisen die Anzahl der nötigen Globules zu und warten sich anschließend einen Wolf. Auf vielen Karten ist es noch nicht einmal nötig weiter einzugreifen: Sofern Sie stetig Krieger produzieren, erobern diese irgendwann von ganz alleine die Karte – oder Sie verlieren, weil die Taktik nicht schnell genug aufging (Abbildung 8).

Abbildung 8: Den Abschluss einer jeden Mission krönt eine schmucklose Statistik.

Alle Rohstoffe wachsen bis auf die Steine unaufhaltsam nach. Um Wildwuchs zu verhindern, kennzeichnen Sie die Flächen explizit als Rodungsgebiete. Ansonsten passiert es mitunter, dass ein zu nahe am Wald gelegenes Gebäude plötzlich zuwächst und damit gleichzeitig von den Globules nicht mehr erreichbar ist. Andere Spiele haben dieses Problem etwa mit Förster-Figuren und Bauern wesentlich anspruchsvoller und eleganter gelöst.

Extrem grausam ertönt die Hintergrundmusik. Sie übersteuert nicht nur regelmäßig, sondern nervt zudem durch eine wenig eingängigen Komposition. Hier lautet der Tipp: Einfach abschalten. Anlass zum Ärger geben auch die unvollständigen Übersetzungen. Diese wechseln munter zwischen Deutsch und Englisch. So steht neben dem "Gasthof" ein "Hospital" und sämtliche Missionsbeschreibungen erscheinen durchgehend in der Sprache des Spieleschöpfers.

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