Hut ab!
Fedora Core 6 im Test
Multimediales
Nicht neu und daher auch nicht weiter überraschend ist die fehlende Unterstützung für MP3s, verschiedene Video-Codecs und kopiergeschützte DVDs. Wer Musik hören oder Filme schauen möchte, muss daher auf das Repository rpm.livna.org [10] zurückgreifen. Am schnellsten machen Sie die neue Quelle als Administrator über das Kommando
rpm -Uvh http://rpm.livna.org/livna-release-6.rpm
verfügbar. Anschließend installieren Sie die fehlenden Pakete nach. Wer beispielsweise MP3s abspielen möchte, rüstet für Gnomes eigenen Player Rhythmbox über
yum install gstreamer-plugins-ugly
das entsprechende Paket nach. Verwenden Sie stattdessen XMMS, installieren Sie das Paket xmms-mp3; diverse KDE-Programme verlangen stattdessen nach kdemultimedia-extras-nonfree.
Fazit
Die Installation von Fedora Core 6 ist dank Anaconda ein Kinderspiel – lediglich im Bereich der Partitionierung könnten sich die Entwickler an anderen aktuellen Distributionen orientieren und eine Funktion zum Verkleinern vorhandener Partitionen anbieten.
Wer Gnome als Desktopumgebung bevorzugt, kann sich freuen: Hier haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet. KDE-Anhänger dagegen haben unter Fedora Core 6 noch immer das Nachsehen – die distributionseigenen Tools sind eher lieblos oder gar nicht integriert, sodass hier Handarbeit erforderlich wird. X.org 7.1 mit der AIGLX-Erweiterung macht durchaus etwas her; ob die 3D-Effekte bei der täglichen Arbeit helfen oder doch eher behindern, ist allerdings Geschmackssache.
Das Instrumentarium zur grafischen Paketverwaltung enttäuscht nach wie vor: Wer die Kommandozeile nicht mag, muss sich mit den absoluten Grundfunktionen zufrieden geben; es fehlt jegliche Möglichkeit, die Paketquellen anzupassen. Freunde der Shell haben hier eindeutig die Nase vorn und finden in Yum ein zuverlässiges Programm an ihrer Seite.
Trotz der erwähnten Mängel macht Fedora Core 6 jedoch einen runden Eindruck – ein Update auf die neue Version lohnt sich also durchaus. Ob die Community-Distribution allerdings wie angekündigt in der Lage ist, die Weltherrschaft zu übernehmen, muss sich erst noch zeigen.
Glossar
Yum
"Yellowdog Updater, Modified" ist ein Paketverwaltungswerkzeug, das ursprünglich für Yellow Dog Linux (eine Portierung von Red Hat Linux auf Apples Mac-Rechner) entwickelt wurde. Mit dem gleichnamigen Kommandozeilenprogramm kann nach RPM-Paketen gesucht, Software installiert und wieder entfernt werden.
AIGLX
"Accelerated Indirect GLX" ist seit Version 7.1 ein Bestandteil des X.Org-Servers und wird hauptsächlich vom Fedora-Core-Projekt entwickelt. Ähnlich wie Xgl von Novell ermöglicht AIGLX grafische Effekte für den Linux-Desktop, wie beispielsweise echte Transparenz, stufenlosen Zoom und 3D-Effekte.
Infos
[1] "Zod"-Ankündigung: http://www.redhat.com/archives/fedora-announce-list/2006-October/msg00008.html
[2] Wer ist Zod? http://en.wikipedia.org/wiki/Zod
[3] Fedora-Website: http://fedoraproject.org
[4] Fedora Artwork: http://fedoraproject.org/wiki/Artwork
[5] Fedora Core 6 Download: ftp://ftp.tu-chemnitz.de/pub/linux/fedora-core/6/
[6] Fedora Extras: http://fedoraproject.org/wiki/Extras
[7] SELinux: http://fedora.redhat.com/docs/selinux-faq/
[8] Informationen zu AIGLX: http://fedorawiki.de/index.php/Aiglx
[9] Artikel zu Yum: Roman Jordan, "Immer auf dem Laufenden", LinuxUser 10/2004, S. 52, http://www.linux-user.de/ausgabe/2004/10/052-yum/
[10] Livna-Repository für FC6: http://rpm.livna.org/fedora/6/



