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Eleganter Brückenschlag

Drei WLAN-Ethernet-Adapter im Test

01.12.2006 Zwischen Linux-PC und WLAN-Netz befindet sich ein tiefer Graben voller inkompatibler Hardware. WLAN-Ethernet-Adapter helfen Ihnen, eine sichere Brücke zu bauen.

Einstecken, spielen – so soll Hardware unter Linux funktionieren. Mit Ausnahme von einigen USB-WLAN-Sticks und Karten der 11-Mbit/s-Generation (802.11b) tut sich Linux allerdings mit WLAN-Geräten immer noch schwer. Einen Ausweg aus dem Treiber-Problem stellen spezielle WLAN-Adapter dar, die Sie an den Ethernet-Port Ihres Rechners anschließen. Diese Geräte haben den Vorteil, dass sie immer und auch auf Rechnern ohne PCI- oder USB-Schnittstelle funktionieren. Zudem arbeiten sie unabhängig vom Betriebssystem – das Setup erledigen Sie von einem beliebigen Browser aus.

Daheim und unterwegs

Ethernet-WLAN-Adapter gibt es in verschiedenen Ausführungen und mit diversen Namen. Einige Hersteller verkaufen sie zum Beispiel als "Game Adapter" für die XBox. Wenn Sie das Gerät vorwiegend unterwegs einsetzen möchten, sollten Sie sich nach einer portablen Lösung umsehen. Diese fällt nicht nur durch den kleineren Formfaktor auf, sondern bezieht zudem den Strom wahlweise über ein USB-Kabel. Achten Sie aber darauf, kein Gerät zu kaufen, das ausschließlich über USB mit dem PC kommuniziert: Solche Adapter funktionieren – wenn überhaupt – nur mit Ndiswrapper [1].

Bei Geräten für zu Hause spielen Gewicht und Form in der Regel eine kleinere Rolle. Hier empfiehlt sich eventuell ein größerer Adapter mit externer Stromversorgung, der zusätzlich noch weitere Ethernet-Ports mitbringt. Bei beiden Lösungen gibt es zudem Hardware, die nicht nur die Client-Aufgabe wahrnimmt, sondern wahlweise auch als Access Point arbeitet. Damit richten Sie in kürzester Zeit ein kleines WLAN-Netz zum Arbeiten oder spielen ein.

Der Nachteil der Adapter-Lösung besteht erstens im Adapter selbst, den Sie natürlich immer dabei haben müssen. Zudem verhindert die Einrichtung über den Browser, dass Sie sich bequem per Netzwerkmanager oder selbstgebasteltem Script in verschiedenen Funknetzen bewegen. Sie müssen dann jedesmal von Hand die IP-Adresse Ihres PCs ändern, um Ihrem Rechner per Browser die neuen Gegebenheiten mitzuteilen.

Der Kleine

Der DWL-G730AP von D-Link kommt in einem praktischen Etui verpackt. Der Adapter bezieht den Strom wahlweise über USB oder ein Netzgerät. Er eignet sich somit für den stationären wie den mobilen Gebrauch. Auch das geringe Gewicht von nur 50 Gramm (siehe Tabelle "Testgeräte") macht den DWL-G730AP zum idealen Begleiter in der Notebook-Tasche.

Nach dem Anschließen des WLAN-Adapters an die Ethernet-Buchse müssen Sie zunächst die Netzwerkadresse Ihres Rechners passend zum D-Link-Adapter einstellen. Das Gerät benutzt in der Grundeinstellung die Adresse 192.168.0.30, der Befehl /sbin/ifconfig verrät Ihnen die aktuelle Netzwerkadresse Ihres Rechners. Benutzt dieser keine IP-Adresse aus dem gleichen Bereich, müssen Sie eine neue einstellen. Dazu geben Sie als Root zum Beispiel folgenden Befehl ein:

ifconfig eth0 192.168.0.2

Um spezielle Routing- oder DHCP-Einstellungen zu vermeiden, schalten Sie vorher am besten sämtliche Netzwerkeinstellungen aus. Dies gilt insbesondere auch für Benutzer, die Suse Linux 10.1 mit dem Netzwerkmanager einsetzen. Der entsprechende Befehl als Root lautet unter Suse rcnetwork stop, bei Ubuntu führt

sudo /etc/init.d/networking stop

zum gewünschten Erfolg. Danach richten Sie die IP-Adresse mit ifconfig ein. Nachdem Sie das erledigt haben, öffnen Sie die Administrationsoberfläche des D-Link-Adapters in einem Browser über die Adresse http://192.168.0.30; der Benutzername lautet admin, ein Passwort ist nicht nötig (Abbildung 1).

Abbildung 1: In der Grundeinstellung melden Sie sich beim D-Link-Adapter als admin an, ohne ein Passwort zu benötigen.

Die Weboberfläche von D-Link bietet sehr viele Einstellungsmöglichkeiten. Um das Gerät einfach als WLAN-Client einzurichten, klicken Sie auf die Schaltfläche Run Wizard (Abbildung 2) und folgen dann den Anweisungen des Setuptools. Im Assistenten richten Sie auch die Verschlüsselung des Funknetzes ein (Abbildung 3).

Abbildung 2: Die Adminoberfläche des DWL-G730AP erlaubt sehr viele Einstellungen. In der Regel benötigen Sie aber nur den Wizard.

Abbildung 3: Im dritten Schritt des D-Link-Assistenten richten Sie die Verschlüsselung ein.

Der WLAN-Zugangs lässt sich freilich auch ohne Assistent einrichten, die Onlinehilfe der Weboberfläche beschränkt sich allerdings nur auf ein Minimum. Grundlegendes WLAN- beziehungsweise Netzwerk-Know-how ist deshalb unumgänglich. Nach dem erfolgreichen Setup startet sich der Ethernet-WLAN-Adapter neu und bezieht nun seine Adresse vom DHCP-Server des Access Points. Da Ihr Rechner dann in der Regel eine neue IP-Adresse bekommt, können Sie dann nicht mehr auf die Weboberfläche des D-Link-Adapters zugreifen. Nach einem erfolgreichen Setup ist das in der Regel aber auch nicht mehr nötig.

Haben Sie bei der Konfiguration einen kapitalen Fehler gemacht (zum Beispiel das Passwort gesetzt, aber vergessen), setzen Sie einfach das Gerät über den Resetknopf zurück und beginnen die Einstellung von vorne. Dazu halten Sie den Resetknopf im laufendem Betrieb für rund fünf Sekunden gedrückt.

Testgeräte

Modell DWL-G730AP WLI3-TX1-G54 WLI-TX4-G54HP USR805432
Hersteller D-Link Buffalo Buffalo US Robotics
WLAN-Modi 802.11b,g 802.11b,g 802.11b,g 802.11b,g
Verschlüsselung WPA, WEP WPA, WEP WPA (TKIP,AES), WEP WPA, WEP
Betriebsmodi Ad-Hoc, Managed, AP Ad-Hoc, Managed Ad-Hoc, Managed Ad-Hoc, Managed
Stromversorgung USB oder Netzteil Netzteil Netzteil Netzteil
Besonderes     4 Ethernet-Ports
Gewicht 50 g 200 g 240 g 220 g
Preis ca. 50 Euro 55 Euro 65 Euro 70 Euro
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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

Zum Blog von Marcel Hilzinger →


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LinuxUser 06/2012

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