Suse künftig mit Ext3

Das kommende OpenSuse 10.2 (http://www.opensuse.org) setzt erstmals das Dateisystem Ext3 anstelle von ReiserFS ein, das seit Suse Linux 6.4 als Standard diente. Jeff Mahoney, einer der OpenSuse-Entwickler, begründete diese Wahl damit, dass ReiserFS große Probleme beim Skalieren habe und zudem mit erweiterten Attributen nicht zurechtkomme. Das sei vor allem deshalb ein Problem, weil der auf OpenSuse basierende Suse Linux Enterprise Server immer mehr als Samba- und NFS-Server im Einsatz sei und daher die Nutzung von erweiterten Attributen noch zunähme.

Ein Wechsel auf die in Arbeit befindliche Version 4 von ReiserFS sei keine Alternative, da dieses Dateisystem ein vollständiges Neuformatieren erfordere und seine Stabilität noch nicht bewiesen habe. Mit der kürzlichen Verhaftung des ReiserFS-Entwicklers Hans Reiser – er steht unter dem Verdacht, seine Ehefrau ermordet zu haben – hänge der Schwenk auf Ext3 nicht zusammen, betont Suse – die Koinzidenz sei rein zufällig.

Der Dinosaurier lebt

Slackware (http://www.slackware.org), die älteste noch aktiv gepflegte Linux-Distribution, ist jetzt in Version 11 erschienen. Erstmals bringt es einen Kernel der 2.6er-Serie mit, der aber nur optional zum Einsatz kommt: Als Standardkernel dient Linux 2.4.33, das die Entwickler mit Unterstützung für SATA, ATA-RAID und SCSI ausgestattet haben. Falls Sie bei der Installation Kernel 2.6 wählen, benutzt Slackware automatisch Udev anstelle des schon etwas betagten Hotplug.

Laptop-Benutzer dürfen sich darüber freuen, dass sich Slackware von den überholten PCMCIA-Tools verabschiedet und jetzt die aktuelleren PCMCIA-Utils einsetzt. Für den Desktop bringt Slackware KDE 3.5.4 und Xfce 4.2.3.2 mit, Gnome bleibt außen vor. Das Projekt Gware (http://www.gware.org/) stellt aktuelle Gnome-Pakete für Slackware bereit. Seamonkey 1.0.5 ersetzt die Mozilla-Suite, auch Firefox und Thunderbird sind in aktuellen Versionen dabei.

Für Entwickler liefert Slackware unter anderem Python 2.4.3, Perl 5.8.8, Ruby 1.8.4 sowie SVN 1.4 mit. Der Webserver Apache liegt in Version 1.3.37 vor und unterstützt SSL, PHP und Dynamic Shared Objects. Über das Extra-Repository stellt Slackware Software wie Java und Programme zur Einwahl via ISDN zur Verfügung.

Neben der Vollversion der Distribution, die wahlweise auf sechs CDs oder einer DVD zu haben ist, gibt es mit Zipslack ein nur etwa 70 MByte großes Kompakt-Slackware, das Sie problemlos auf einer bestehenden Windows-Partion entpacken und über eine Batch-Datei starten.

Die Entwickler versprechen, dass ein Update auf die aktuelle Version mit den Slackware-Werkzeugen problemlos möglich ist. Aufgrund der umfangreichen Änderungen, wie der Integration von Udev, sei Updatewilligen aber eine genaue Lektüre der "Slackware Changes and Hints" (http://www.slackware.com/announce/changes11.0.php) angeraten.

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