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Datensilos für den Schrebergarten

Die richtige Datenbank finden

MySQL

MySQL zählt sicher zu den bekanntesten Open-Source-Datenbanken, was nicht zuletzt das Akronym LAMP widerspiegelt: Der Name des wohl verbreitetsten Softwarestacks für Webserver lautet ausgeschrieben Linux, Apache, MySQL und PHP. Daneben ist MySQL Bestandteil zahlreicher weiterer Open-Source-Produkte – zum Beispiel der Content-Management-Systeme Typo3 oder Drupal – und kommt auch bei namhaften kommerziellen Nutzern zum Einsatz, darunter Yahoo und die NASA.

Die Datenbank existiert als Produkt der schwedischen Firma MySQL AB seit 1995 und wird sowohl unter einer kommerziellen Lizenz wie der GPL angeboten. Lange ging ihr der Ruf voraus, zwar recht schnell zu sein, dafür aber auf Standards und fortgeschrittene Features zu verzichten. Diese Kritik ist heute nur noch bedingt berechtigt, denn die letzten Versionen, namentlich das Release 5.0, rüsteten zahlreiche lange vermisste Eigenschaften nach: etwa Stored Procedures, Views und Trigger oder Two-Phase-Commits.

Allerdings – das ist die hervorstechende Eigenheit von MySQL – kann nicht jede Tabelle alles. Insgesamt 11 so genannte Datenbank-Engines unterstützen jeweils einen Tabellentyp mit besonderen Eigenschaften. Kein Typ beherrscht sämtliche Features: So kennt nur der Typ InnoDB Foreign Keys oder Tablespaces, nur InnoDB und BerkeleyDB beherrschen Transaktionen. Andererseits ist Volltext-Indizierung nur mit MyISAM-Tabellen möglich und nur der Typ NDB taugt für Clustering oder Load Balancing.

Kürzlich erregte MySQL Aufsehen mit einem pikanten Detail: Die Entwicklerfirmen InnoBase und Sleepycat, die für zwei der wichtigsten Tabellentypen – InnoDB und BerkeleyDB – verantwortlich zeichnen, wurden 2005 vom Konkurrenten Oracle gekauft. Was das für die Zukunft von MySQL bedeutet, ist derzeit Anlass für Spekulationen.

PostgreSQL

Der Name der weitbekannten, freien Datenbank geht auf ein Forschungsvorhaben der Universität Berkeley im Jahre 1986 zurück, das an das Datenbankprojekt Ingres anschloss und deshalb Postgres getauft wurde. Nach Auslaufen der Forschungsarbeiten 1995 entließen die Wissenschaftler PostgreSQL unter der BSD-Lizenz in die Öffentlichkeit. Da diese Lizenz im Unterschied zur GPL das Schließen des Codes von abgeleiteten Entwicklungen erlaubt, existieren heute etliche Closed-Source-Verwandte von PostgreSQL, wie etwa EnterpriseDB oder Bizgres. Aber auch für PostgreSQL selbst gibt es kommerziellen Support (in Deutschland über die Firma Credativ). Unter den PostgreSQL-Nutzern finden sich wie bei MySQL zahlreiche bekannte Namen, etwa BASF, Fujitsu oder die Wochenzeitung "Die Zeit".

PostgreSQL bietet hervorragende SQL-Konformität und eine sehr große Funktionsvielfalt. So wartet es beispielsweise mit einer Fülle besonderer Datentypen auf, darunter solchen für geografischen Koordinaten, Boolsche Werte oder Netzwerkadressen. Auch an Index-Typen hat Postgres mehr zu bieten als alle Open-Source-Konkurrenten. Dafür fehlt ihm etwa im Vergleich zu MySQL die Möglichkeit, Hochverfügbarkeitscluster zu bilden, es gibt kein Load Balancing und kein Multi-Threading.

PostgreSQL wird wie auch MySQL von einer sehr aktiven Community getragen, zu den kommerziellen Unterstützern zählt seit Ende letzten Jahres die Firma Sun, die PostgreSQL in Solaris integrieren und auch Support anbieten will.

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LinuxUser 06/2012

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