Kompetentes Web-Buch mit Gewichtsproblem
Stefan Münz kennt man als HTML-Experten – seit 1995 betreibt er die Website SelfHTML (http://de.selfhtml.org). In seinem Buch "Professionelle Websites" löst der Autor auf 400 Seiten zu HTML, CSS-Stylesheets und Javascript ein, was sein guter Name verspricht.
Anfänger und Fortgeschrittene erfahren in den bestens verständlichen Kapiteln, wie sie benutzerfreundliche und barrierefreie Webseiten in sauberem und zeitgemäßem Code erstellen. Münz achtet dabei auch auf häufig vernachlässigte Details wie Zeichensätze und Dokumententypen. Daneben praktiziert er konsequent die Trennung von Inhalt und Präsentation. Praxisnahe Workshops führen den Leser durch die Umsetzung von typischen Seitenlayouts.
Leider beschränkt sich das Buch nicht auf diese Kernkompetenzen des Autors. Auf seinen mehr als tausend Seiten möchte es wesentlich mehr bieten – doch die Abschnitte über PHP, MySQL und Serveradministration erreichen bei weitem nicht die Qualität der vorhergehenden Kapitel. Das "Basiswissen Linux für Webworker" enthält sogar grobe Schnitzer.
Außerdem ist es ärgerlich, dass alle Abbildungen nur in schwarzblauem Zweifarbdruck ausgeführt wurden – selbst Screenshots von vermutlich farbenfrohen Websites. Eine einzige bunte Tafel am Ende des Bands listet hexadezimale HTML-Attribute für Farben auf.
Infos
Stefan Münz
Professionelle Websites, 2. überarbeitete Auflage
Addison-Wesley, 2006
ISBN 3-8273-2370-3
1136 Seiten, 1 CD, 59,95 Euro
Mit der Shell auf Du und Du
Seit nunmehr drei Ausgaben hilft Rainer Krienke ungezählten Anwendern und Administratoren beim Einstieg in die Arbeit mit der Shell. Zur dritten Auflage spendierte der Hanser-Verlag dem Buch nun einen neuen, stabilen Einband und ein etwas größeres Format. Inhaltlich hat der Autor das Buch aktualisiert und mit einem eigenen Kapitel zu regulären Ausdrücken erweitert.
Wer sich unter Linux mit der Shell befasst, der arbeitet unweigerlich mit der Bourne Again Shell, kurz Bash. Da es daneben aber noch andere Shells gibt, setzt das beim Programmieren einiges an Erfahrung voraus, damit die Skripte portabel bleiben. Hier hilft Krienke dem Leser, indem er an den wichtigen Stellen die Konzepte der unterschiedlichen Interpreter gegeneinander stellt. Darüber hinaus befasst er sich mit Fragen zum Optimieren der Performance und besonders eleganten Lösungsstrategien.
Das Buch eignet sich sowohl für den Einsteiger als auch für den Experten. Letzterer findet mit der Referenz im letzten Kapitel eine Hilfe beim Schreiben ausgefallener Konstrukte. Den Einsteiger leitet die Lektüre Schritt für Schritt auch an komplexere Themen heran, wie beispielsweise den Einsatz von Awk oder Sed. Das gehört zwar nicht zum eigentlichen Shell-Programmieren, erweist sich aber im Alltag oft als nützliche Hilfe.
Infos
Rainer Krienke
Shell-Programmierung für Linux und Unix
Hanser, 2007
ISBN 3-446-40737-5
329 Seiten, 29,90 Euro



