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Wer hat Angst vor ODT?

Open Document Format im Praxistest

01.11.2006 Was passiert, wenn man ein mit OpenOffice erzeugtes ODT-Dokument durch Textverarbeitungen wie Abiword, Writely und KWord jagt? Sehen Sie selbst.

Jahre hat es gedauert, nun rückt er in greifbare Nähe: der offene Standard für den Austausch von Office-Dokumenten zwischen verschiedenen Betriebssystemen. Das Open-Document-Format (ODF) basiert auf XML. Mit ihm transportieren Sie ein Textdokument (ODT), eine Zeichnung (ODG), eine Präsentation (ODP), ein Diagramm (ODC) oder andere Formate verlustfrei von OpenOffice nach Writely oder von KWord nach Abiword – so jedenfalls die Theorie. Tatsächlich unterstützen Textverarbeitungen das offene Format bisher nur mäßig, die Implementierung des sehr umfangreichen Standards ist noch im Gange. Die Stichprobe mit einem Text im ODT-Format zeigt, ob ODF bereits für den Praxiseinsatz taugt.

Eine kurze Geschichte des ODF

Entwickelt hat den Standard ein technisches Komitee, das auf die Abkürzung OASIS [1] (Organization for the Advancement of Structured Information Standards) hört. Es nutzte zwar das XML-Format von OpenOffice als Vorlage für die Spezifikation, fügte dem Modell allerdings über 100 Änderungen hinzu, erweiterte es um zusätzliche Fähigkeiten und unterzog es ausgiebigen Tests. Ein Jahr lang begutachteten OASIS-Experten die Spezifikation, dann gab es eine einmonatige öffentliche Testphase, und schließlich stimmten sämtliche OASIS-Mitglieder – sie repräsentieren rund 600 Organisationen – über den Standard ab. Der als OpenDocument 1.0 bezeichnete Standard basiert also auf einem recht breiten Konsens und steht kurz davor, als ISO/IEC 26300 auch internationale Weihen zu erfahren.

ODF in der Praxis

Unser Referenzdokument [2] haben wir mit einer Debian-Version von OpenOffice Witer 2.0.3 erstellt. Es bringt ein paar Schikanen mit, um die getesteten Programme ins Schwitzen zu bringen (siehe Kasten "Das Testdokument").

Die Entscheidung für OpenOffice Writer als Referenzprogramm fiel aufgrund der Tatsache, dass sich die Entwickler des Open-Document-Standards bei OpenOffice bedienten und die Suite trotz Schwächen offensichtlich mehr ODF-Features unterstützt als andere freie Büroprogramme. Das bekräftigte auch ein Vortrag von Lotzi Boloni und Waldo Bastian auf der diesjährigen KDE-Entwicklerkonferenz Akademy. Ein mit der ODF-Spezifikation erstelltes Dokument wurde in OpenOffice 2.0.1 und KOffice 1.5.2 geöffnet. Es zeigte sich [3], dass keines der beiden Programme die Spezifikation vollständig erfüllt, aber OpenOffice die Funktionen tendenziell besser unterstützte als KOffice.

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Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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