Leserbriefe

01.11.2006

Disketten-Distro

LinuxUser 10/2006, S. 9: Mit Freuden erwarte ich immer wieder das Erscheinen der neuesten Ausgabe der LinuxUser in meinem Briefkasten. Es ist wirklich die beste Computerzeitschrift, die ich kenne.

Ich habe eine Anmerkung zu einem Leserbrief in Ausgabe 10. Es geht dort um eine Anfrage zu einem Diskettenlinux. Dort sagt ihr, es gäbe kein Linux im Diskettenformat, das der Hardware dieses Users entspräche, und verweist auf TomsRootBoot. Es gibt aber doch eine Distro, die unter Umständen laufen könnte.

Das ist das winzig kleine muLinux des Italieners Michele Adreoli (http://mulinux.nevalabs.org) Es kommt auf einer respektive mehreren Disketten daher, und behauptet, mit etwas Glück sogar mit 4 MByte RAM ein X-Window-System zur Verfügung stellen zu können. Die Boot-Disk ähnelt dabei TomsRootBoot und hat per se kein X. Allerdings lässt sich dieses als Addon-Diskette nachinstallieren, genauso wie ein C-Compiler, Netscape und vieles mehr.

Es lässt sich als Gast in einer DOS-Umgebung oder direkt auf eine Ext2-Partition installieren. Ich habe es selbst nicht mit der vom Leser beschriebenen Hardware ausprobiert, aber auf diversen anderen Uralt-Rechnern getestet. Einen Versuch wäre es in jedem Fall wert. Matthias Probst

LinuxUser: Für muLinux gibt es auch eine sehr ausführliche, gut verständliche deutschsprachige Einführung unter http://rowa.giso.de/german/. (jlu)

Lehrreich

LinuxUser 10/2006: Ich bedanke mich für das lehrreiche Heft. Die Smart-Beschreibung ist gelungen. Der Hinweis auf den Beesoft-Commander war für mich sehr nützlich, denn KBear funktioniert ja seit Suse 10.x nicht mehr. Nun habe ich vollen Ersatz. Und nach einem Programm wie Ext2 IFS habe ich schon lange gesucht. Nun gibt's für alle Aufgaben doppelte und dreifache Wege – prima! Roland Welcker

Sitzung wechseln in Konsole

LinuxUser 10/2006: Ich finde die neue Teilung der Hefte in eine DVD-Edition und eine No-Media-Ausgabe gut – aber warum auch gleich unterschiedliche Cover? Das verwirrt nur wieder, und man meint, in dem einem Heft stünde etwas anderes als im anderen.

Der Linux-Jux auf Seite 96 finde ich sehr zutreffend. Offensichtlich sinkt das Bewusstsein für Privatsphäre und Vertraulichkeit der Daten ebenso rapide, wie die naive Annahme steigt, man "habe ja nichts zu verbergen".

Zum Schluss noch eine Linuxfrage: Ich versuche seit einiger Zeit herauszufinden, mit welcher Tastenkombination ich innerhalb des Konsolenfensters in KDE zwischen den einzelnen Befehlsfenstern schnell hin und her wechseln kann. Ich verwende ein Linux zur Fernadministration von Unix- und Linux-Rechnern und möchte nicht für jede Session eine eigene Konsole öffnen. Enrico Hellwig-Nuhanovic

LinuxUser: Das unterschiedliche Aussehen der beiden Editionen ergibt sich schon aus der Tatsache, dass auf der No-Media-Ausgabe naturgemäß der CD/DVD-Bereich fehlt. Die Themen finden sich auf beiden Ausgaben an den selben Positionen des Covers; am einfachsten orientieren Sie sich am Schwerpunktthema.

Was Ihre KDE-Frage betrifft: Zwischen den einzelnen Fenstern in Konsole wechseln Sie mit [Umschalt]+[Pfeil rechts] beziehungsweise [Pfeil links]. (jlu)

OpenOffice und DBMS

LinuxUser 10/2006, S. 10: In den Leserbriefen der letzten Ausgabe schreibt Steffen Weiss von seinen guten Erfahrungen beim Einsatz von HSQLDB mit OpenOffice und von den Problemen mit MySQL. Neben den dort erwähnten technischen Aspekten sprechen meines Erachtens auch noch eine ganze Reihe anderer Gründe für HSQLDB:

  • Es hält sich stärker an ANSI-SQL;
  • es ist embeddable (wie in OOo genutzt), aber auch standalone nutzbar;
  • es ist in Java geschrieben, und somit wirklich portabel;
  • es ist sehr schnell beim Lesen und Schreiben sehr großer Datenmengen;
  • es lässt sich leicht installieren;
  • es läuft auf nahezu beliebigen Systemen bis hin zum Mobiltelefon; und
  • es gehört keinem kommerziellen Datenbank-Hersteller. @L Bitte keine Flames: Ich sehe klar auch ein paar Stärken von MySQL. Als integrierte Datenbank in einer Office-Suite eignet sich HSQLDB aber viel besser. Alex Bär

Vom Teufel geritten?

LinuxUser 10/2006:Ich habe mir heute meine Linux-User gekauft und bin ebenfalls sehr zufrieden, dass es jetzt eine No-Media-Ausgabe gibt. Der Preis dafür stimmt ebenfalls, und ich habe einem Freund auch schon erklärt, dass die No-Media-Ausgaben diverser Windows-Zeitschriften nur die Hälfte kosten, da für die ansonsten beiliegenden CDs die Lizenzkosten ein Vielfaches des Rohlings betragen.

Ich frage mich allerdings welcher Teufel Sie geritten hat, für ein 30-Cent-Medium mit kostenloser Software, deren einmalige Zusammenstellung bei einem Profi maximal einen Tag dauert, den Preis um 3 Euro pro Heft zu erhöhen. Frank Kessler

LinuxUser: Lizenzkosten fallen bei der Heft-DVD freilich keine an; wir hoffen doch sehr, dass sich das auch in Zukunft nicht ändert. Tatsächlich kostet die Produktion einer DVD in größeren Stückzahlen rund 30 Cent, da hat Frank Kessler – als Fachinformatiker muss er das auch wissen – völlig recht. Allerdings bezieht sich das lediglich auf die reinen Medienkosten im Presswerk – und die machen den geringsten Teil des Aufwands aus.

Zum einen schustern wir unsere DVD-Inhalte mitnichten an einem Tag zusammen. Auf dem Datenträger im Heft finden Sie eine handverlesene Auswahl aus den innerhalb der letzten vier Wochen erschienenen Distributionen, wobei wir es nicht beim Augenschein belassen, sondern alle Kandidaten testen und in einem KO-Verfahren aussieben.

Um ihnen auf der DVD einen echten Mehrwert anbieten zu können, ergänzen wir anschließend die ausgesuchten Distributionen nach Möglichkeit um Sicherheitsupdates und Bugfixes oder um – wiederum sorgsam evaluierte – Erweiterungen.

Nun müssen die oft mit unterschiedlichen Bootverfahren arbeitenden Distributionen unter einem gemeinsamen Bootloader integriert werden. Dabei gilt es nebenher die zahlreichen Hilfe- und Beschreibungstexte, die üblicherweise in Englisch vorliegen, einzudeutschen.

Jetzt kann ein erster, bootfähiger Prototyp der künftigen Heft-DVD gebrannt werden, um mit der Qualitätssicherung zu beginnen. Er wird anschließend auf den verschiedensten Rechnern in der Redaktion ausführlichen Boot- und Installationstests unterzogen und beim Auftreten von Fehlern vom Typo im Beschreibungstext bis zum Hardwareproblem auf bestimmten Grafikkarten entsprechend nachgebessert. Dazu bauen wir in der Regel auch eine Feedback-Schleife zum Distributionsmaintainer auf.

Ist dieser Prozess abgeschlossen, geht der nun finalisierte Master ans Presswerk, wo er – tatsächlich für die erwähnten in etwa 30 Cent pro Kopie – gebrannt und gelabelt wird.

Anschließend wird jede Kopie von Hand in so genannte Vogeltaschen verpackt – also die Papiertasche, in der Sie sie erhalten. Per Lkw gehen diese Vogeltaschen anschließend an die Druckerei, wo sie später beim Zusammenstellen der Druckbogen zu Heften zwischen Seite 18 und 19 ins Heft "eingeschossen" werden.

Dort treffen sie auch mit den acht Extra-Seiten mit Artikeln zum CD-Content zusammen, die in den Wochen zuvor von zwei bis drei Redakteuren und Autoren zusammengestellt worden sind. Die werden ausbelichtet, die Maschinen entsprechend eingerichtet und der Content anschließend gedruckt und weiterverarbeitet.

Nach dem Binden gilt es die Exemplare an mehrere hundert Verkaufsstellen in Deutschland und den Nachbarländern auszuliefern. Da die DVD-Edition deutlich mehr wiegt als die No-Media-Ausgabe, fallen auch hier wieder Extrakosten an.

Mit einem Manntag eines Profis ist es also bei weitem nicht getan; am Weg einer Heft-DVD von der Idee im Redakteursgehirn bis in Ihre Hand sind Dutzende von Menschen in vielen hundert Arbeitsstunden beteiligt. Das kostet zwar Geld, für das Sie aber – davon sind wir zumindest überzeugt – einen reellen Gegenwert erhalten.

Jede LinuxUser-Heft-DVD ist ein sorgfältig zusammengestelltes, für den problemlosen Einsatz handoptimiertes Unikat, das Sie weder als Ganzes noch in den einzelnen Bestandteilen (von einzelnen Ausnahmen abgesehen) so irgendwo zum Download finden. Falls Sie diesen Mehrwert nicht brauchen können oder nicht honorieren wollen, bieten wir Ihnen als Alternative die No-Media-Edition an.

Über den Tisch ziehen wollen wir niemand, und eine goldene Nase verdienen wir uns mit der DVD-Edition sicher auch nicht. Und wie es sich für die Open-Source-Welt gehört, haben Sie die Wahl – das halten wir für einen fairen Vorschlag. (jlu)

DVD für Abonnenten?

LinuxUser 10/2006: Das man in Zukunft zwischen der DVD- und der CD-Heftversion wählen kann, finde ich nachvollziehbar. Dass Sie für den zusätzlichen Aufwand, eine DVD beizulegen, einen erhöhten Preis verlangen, ebenfalls.

Aber wäre es nicht schön,  wenn Sie die Heft-DVD auch als ISO zum Download anbieten würden? Man  könnte sich beispielsweise mit seiner (CD-)Abo-Nummer einloggen und das ISO runterladen. Das könnte mir gefallen: Sonst muss ich nämlich als CD-Abonnent extra ein zweites LinuxUser-Heft mit DVD kaufen, wenn mich diese (wie aktuell) interessiert. Ingmar von Franque

LinuxUser: Einen Download der Heft-DVD als ISO können wir Ihnen derzeit schon aus technischen Gründen nicht anbietet: Zudem steckt in der der DVD ein erheblicher Arbeitsaufwand (siehe Antwort zur Zuschrift "Vom Teufel geritten"), so dass ein freier Download schon von daher nicht machbar wäre, von den anfallenden Volumenkosten ganz abgesehen.

Als Abonnent erhalten Sie zwar momentan weiter eine Ausgabe mit Heft-CD, wie Sie sie ja auch beim Abschluss des Abos bestellt haben. Sie können ihr Abo aber jederzeit zum nächst erreichbaren Heft auf die DVD-Edition oder die No-Media-Ausgabe umstellen. Dazu genügt eine E-Mail an abo@linux-user.de beziehungsweise für unser Schweizer Leser an aboschweiz@linuxnewmedia.de. Dabei schreiben wir Ihnen den Restwert Ihres bestehenden Abonnements gut und verrechnen die Gutschrift dann mit den Kosten für das "neue" Abo.

Kombi-Abos mit unseren Schwesterzeitschriften gibt es allerdings nur noch mit der DVD-Edition von LinuxUser, da es anderenfalls zu viele Kombinationsmöglichkeiten gäbe und der sich der resultierende Verwaltungsaufwand kaum mehr sinnvoll handhaben ließe. Alle Kombi-Abos umfassen jedoch drastische Rabatte, so dass Sie die Heft-DVD und die acht Seiten zusätzliche Artikel bei diesen Abonnementformen beinahe schon gratis obendrein bekommen: Beim Mega-Kombi-Abo mit Linux-Magazin, monatlicher DELUG-CD und beiden Jahres-CDs etwa beträgt der Unterschied pro Jahr gerade einmal 10 Euro.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare