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Alles unter einem Dach

Kommunikationsserver Open SBS 2.0.7

Betrieb

Im Betrieb fiel auf, dass die webbasierte Oberfläche selbst bei kleinen Änderungen sehr träge arbeitet. Es dauert mitunter eine Minute, bis eine Aktion abgeschlossen war. Der Grund dafür besteht darin, dass Open SBS sämtliche Aktionen über Java abwickelt, was die Arbeit beträchtlich verzögert und gleichzeitig die Serverlast erhöht.

Die ausgesprochen gute Dokumentation informiert sowohl über das Einrichten des Servers als auch über das der angeschlossenen Clients. Jedoch bezieht sich die Doku ausschließlich auf die Konfigurationsinterfaces. Technische Informationen, beispielsweise über die eingesetzten Applikationen und Techniken, sucht der Anwender vergeblich. Bei der anvisierten Zielgruppe spielt das aber eine eher untergeordnete Rolle.

Da das System auf Debian basiert und auch dessen Paketverwaltung verwendet, besteht die theoretische Möglichkeit, die Pakete via apt-get auf den neuesten Stand zu bringen. Der Test zeigte jedoch, dass die meisten Kernkomponenten von Open SBS angepasst wurden und Abhängigkeiten benötigen, die normale Debian-Pakete nicht erfüllen.

Fazit

Um Open BSB zu bändigen, empfiehlt sich erst einmal ein ausführlicher Blick ins Administrationshandbuch. Zwar gestaltet sich die Installation recht simpel, die Konfiguration jedoch gestaltet sich durch das Ineinandergreifen einer Vielzahl von Rollen und Profilen knifflig. Die teilweise unübersichtliche Benutzerführung trägt auch ihren Teil dazu bei.

Das liegt jedoch nicht zuletzt auch daran, dass der Server einiges zu bieten hat. Neben einem Mailserver mit eingebautem Spam- und Virenschutz sowie einer Webmailerfunktion bringt Open SBS diverse Dienste mit, darunter auch Samba, FTP, Open-XChange, PPTP oder Webfilter. Diese Kombination macht aus dem Rechner einen vollwertigen Kommunikationsserver, der auch zu Hause gute Dienste verrichtet.

Ein echtes Manko der freien 5-Benutzer-Variante von SBS stellt die fehlende Update-Möglichkeit dar, die den Betrieb aus Sicherheitsgründen auf das lokale, vertrauenswürdige Netz beschränkt.

Bekommen die Entwickler von Open SBS die logischen Unzulänglichkeiten der Verwaltungsoberfläche in den Griff, dann kann der Allround-Server halten, was die Werbung verspricht. Die 350 Euro für die Vollversion ist er allemal wert.

Infos

[1] Open SBS: http://www.open-sbs.de

[2] Open-SBS-Bezugsquelle: http://www.linuxland.de/software/server/open-sbs

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Thomas Leichtenstern

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LinuxUser 06/2012

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