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Alles unter einem Dach

Kommunikationsserver Open SBS 2.0.7

Rollen, Benutzer und Profile

Zur Rechteverwaltung bringt der Open SBS verschiedene Instrumente mit. Zum einen enthält er vordefinierte Rollen, die Sie Anwendern zuordnen. Zum Beispiel legitimiert die Rolle ftpuser den Benutzer zum Zugriff auf den FTP-Dienst des Servers. Der Punkt Administration | Arbeitsplatzprofile erlaubt, gewisse Rechte statt Benutzern bestimmten Rechnern einzuräumen.

Die anfänglich stringent erscheinende Benutzer- und Rechteverwaltung entpuppt sich alsbald als ein Irrgarten an sich zum Teil überschneidenden Berechtigungen und Regeln, die dem zügigen Einrichten des Rechners im Wege stehen.

Ein Beispiel: Das Einrichten der Arbeitsplätze beinhaltet das Zuweisen eines Zugriffsprofiles (Abbildung 4). Dieses wiederum baut auf den zuvor zu erstellenden Webfilterprofile und Firewallprofile auf.

Da der Server nach Herstellerangaben für die Verwaltung von maximal 25 Clients ausgelegt ist, stellt sich die Frage nach dem Sinn dieser feinen Granulierung, die im täglichen Leben wohl kaum jemand braucht.

Abbildung 4: Zur Verwaltung von maximal 25 Client-Rechnern ist die fein granulierte Zugriffsverwaltung völlig überdimensioniert.

Dienste und Services

Über den Menüpunkt Dienste erreichen Sie die Konfigurationsoberflächen der Dienste, wie Datei-, Druck- und Mailserver oder Open-XChange. Dateiserver meint die Konfiguration des Samba-Servers, der je nach Auswahl als normaler Peer, Domain Master oder Domain Controller arbeitet. Sehr komfortabel gestaltet sich das Einrichten der Drucker, da die Oberfläche in einer Spalte alle im Netz und lokal gefundenen Drucker auflistet. Mit einem Klick darauf öffnen Sie das entsprechenden Bearbeitungsfenster.

Die Konfiguration des Mailservers gliedert sich in mehrere Abschnitte. Im ersten (Allgemeine Einstellungen) legen Sie zum Beispiel den Relay-Host, das Abholintervall und das Mail-Forwarding fest. Der leicht zu übersehende Link weiter in der oberen linken Ecke des Fensters öffnet die Folgefenster, in denen Sie unter anderem die maximal zulässige Mailgröße einstellen sowie die Spam- und Virenprüfung (de)aktivieren. Das Einrichten des Spamfilters erlaubt die Oberfläche jedoch nicht. So lassen sich auch keine Whitelists einrichten, sodass die Gefahr droht, dass der Filter wichtige Mails ebenfalls als Spam deklariert.

Das nächste Fenster, Externe Mailkonten, erlaubt Ihnen, Nachrichten von externen Mailkonten im Internet abzuholen und an lokale Accounts zu verteilen, die sie im Fenster Interne Mailkonten einrichten. Den Webmailer von Open SBS erreichen Sie über die URL https://IP-Adresse :444/webmail/, als Login verwenden Sie den Benutzernamen und das Passwort eines eingerichteten Users.

Die ausgewiesene Spezialität des Servers stellt jedoch der integrierte Open-Xchange-Server dar, dessen Verwaltung Sie über den gleichnamigen Link erreichen. Das Benutzer-Login erreichen Sie über https://Ihre IP-Adresse /cgis/login.pl. Die Konfiguration unterteilt sich in die Kategorien Benutzer und Resourcen. Über Benutzerprofile (Abbildung 5) legen Sie fest, welche Services von Open-Xchange (Kalender, Adressen, Bookmarks etc.) der zugewiesene Benutzer verwenden darf. Welches Profil der Anwender bekommt, stellen Sie über Benutzer | Benutzer verwalten ein.

Abbildung 5: Über die Benuzterprofile des Open-Xchange-Servers legen Sie fest, welche Dienste der zugewiesene Benutzer in Anspruch nehmen darf.

Die zweite Kategorie, Ressourcen, dient zum Verwalten gemeinsam genutzter Objekte wie etwa Dienstwagen oder Besprechungsräume. Wo diese Ressourcen jedoch auftauchen, und wie der Anwender sie benutzt, verrät weder die Web-GUI noch das Administrationshandbuch. Auch eine intensivere Recherche brachte kein Licht ins Dunkel. Importfunktion alter Adressbestände im Excel- oder CVS-Format erreichen Sie über Datenübernahme>i><>importe nach Open-Xchange. Eine Exportfunktion fehlt leider.

Dafür verfügt der Open SBS über ein ausgeklügeltes Backupsystem, das Sie über Datensicherung erreichen. Es sorgt für einen stets konsistenten Datenbestand. Über den Unterpunkt Mailsicherung erstellen Sie eine Sicherkungskopie der Mailkonten – als Download auf den lokalen Rechner. Da speziell IMAP-Konten die Eigenschaft besitzen, kontinuierlich zu wachsen, kommen schnell mehrere hundert MByte zusammen, die es dann via Up- und Download zu handlen gilt.

Da sich die Mailboxen auch über das normale Backup sichern lassen, sollten Sie diese effektivere Sicherungsmethode wählen. Um den Zeitrahmen der Backups festzulegen, klicken Sie auf Sicherungen (Abbildung 6). Das Erstellen differentieller oder inkrementeller Backups ermöglicht die Verwaltungsoberfläche nicht.

Abbildung 6: Das Backup-Modul der Verwaltungsoberfläche erlaubt neben dem Turnus auch die Auswahl des Zielmediums.

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Thomas Leichtenstern

Thomas Leichtenstern

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LinuxUser 06/2012

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