KDE-News

01.11.2006

KDE feiert zehnten Geburtstag

Unter der Überschrift "Kool Desktop Environment. Programmers wanted!" an die Usenet-Gruppe comp.os.linux.misc suchte ein Tübinger Student namens Matthias Ettrich am 14. Oktober 1996 Mitstreiter für einen konsistenten Linux-Desktop. Seitdem hat sich eine Menge getan, denn nicht nur das "Kool" im Projektnamen wandelte sich still und heimlich zu einem schlichten "K": Heute hat das Projekt das Ziel eines homogenen Desktops weitgehend erreicht, die Entwickler arbeiten mit KDE 4 bereits an der kommenden Generation der Desktop-Umgebung.

Anlässlich des Jubiläums veranstalten einige Landesgruppen des Projekts daher Parties. Die zentrale Veranstaltung findet am 13. Oktober in der Technischen Akademie in Esslingen bei Stuttgart statt. Als Laudator wird unter anderem Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth erwartet und auch Matthias Ettrich – mittlerweile Entwicklungsleiter bei der norwegischen Firma Trolltech – gibt sich die Ehre.

Wer anlässlich des Jubiläums noch einmal in Nostalgie schwelgen möchte, kann unter http://groups.google.de/group/comp.os.linux.misc/browse_frm/thread/4836e257721ab7fb/cb4b2d67ffc3ffce noch einmal das Original-Posting nachlesen, das den Linux-Desktop nachhaltig verändert hat.

Knapp zwei Jahre von der Idee zum fertigen Produkt: KDE 1.0 erschien im Sommer 1998.

Studenten erweitern KOffice

Der von Google gesponsorte "Summer of Code" hat sich vor allem für das KOffice-Projekt ausgezahlt. Gleich vier Studenten erhielten so die Möglichkeit, den ganzen Sommer lang vorher genau definierte Funktionen in die KDE-Office-Suite einzubauen. Die Teilnehmer erhielten dafür von Google eine Vergütung im Wert von je 4000 US-Dollar.

Das Mal- und Zeichenprogramm Krita, das das Projekt als Corel-Draw-Konkurrenten ins Rennen schickt, verfügt dank Emanuele Tamponi aus Sardinien nun über Bezierkurven und ein "magnetisches" Auswahlwerkzeug.

Der Baske Alfredo Beaumont brachte dem Formeleditor KFormula Unterstützung für MathML und OpenDocument das Formel-Markup bei – ein wichtiger Schritt in Richtung Kompatibilität mit dem OpenDocument-Standard. Nach Ende des Projektes besteht KFormula 70 Prozent der ODF-Testszenarien und hat damit die Nase sogar vor OpenOffice Math, das gerade einmal 22 Prozent korrekt absolviert. Der neue Code findet sich bereits im Release-Kandidaten von KOffice 1.6.

KWord erhielt Unterstützung aus Schweden: Der Student Fredrik Edemar implementierte in der Textverarbeitung eine Ansicht, die die Überschriften hierarchisch strukturiert, und spendierte der Anwendung außerdem Versionierungsunterstützung. Beides fließt jedoch erst in KOffice 2.0 ein.

Schlussendlich war es die Aufgabe von Gábor Lehel, ein speziell für die Grafikverarbeitung Krita geschriebenes Widget für alle KOffice-Komponenten nutzbar zu machen. Auch dieses Feature kommt erst in KOffice 2.0 zum Zuge.

Ein Googles Code-Sommer ähnliches Projekt, der "Dutch Programmeerzomer", ermöglichte zudem dem niederländischen Studenten Thomas Schaap, initiale Unterstützung für verschlüsselte Dokumente für KOffice 2.0 zu implementieren.

Das "magnetische" Auswahl-Werkzeug für Krita ist nur eines von vielen Features, die fünf Studenten dank Sponsoring in KOffice implementieren konnten.

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