Gnome 2.16 erschienen

Das Warten hat ein Ende: Gnome 2.16 ist endlich da. Laut Entwicklern bietet die neue Version dem Benutzer deutlich mehr Komfort und läuft stabiler als ihr Vorgänger. Darüber hinaus glänzt Gnome 2.16 durch zahlreiche neue Komponenten, wie das Notizzettelprogramm Tomboy oder die Bildschirmlupe Orca, die Sehbehinderten den Umgang mit Gnome ermöglicht.

Die Festplattenverwaltung Baobab hilft, die Datenverteilung auf lokalen und entfernten Systemen im Auge zu behalten. Weitere bemerkenswerte Neuerungen: Der Gnome-Desktop bringt ein Unicode-5.0-Zeichensatzdatenbank mit, der Windowmanager Metacity unterstützt jetzt 3D-Effekte. Für die Bereiche Desktop und Administration haben die Entwickler nun auch Programme zugelassen, die sich von Gtk# und Mono abhängen – ein Punkt, der lange umstritten war. Mit Alacarte bringt Gnome nun endlich auch offiziell einen Menüeditor mit – Ubuntu-Nutzer kennen das Programm bereits aus früheren Distributionen.

Einen ausführlichen Bericht zum neuen Gnome-Desktop finden Sie in dieser Ausgabe. Zu den ersten größeren Distributionen, die Gnome 2.16 führen, gehören die kommende Fedora Core 6 und Ubuntu 6.10. Auch ein Erscheinungstermin für Gnome 2.18 ist schon im Gespräch: Laut Roadmap soll es am 14. März 2007 erscheinen.

Frauen an die Entwickler-Front

In einem Interview auf Newsforge zeigten sich die geistigen Eltern von Gnomes Women's Summer Outreach Program 2006 (WSOP) zufrieden mit dem Erfolg ihrer Initiative. Enttäuscht darüber, dass sich keine weiblichen Entwickler an Gnome-Projekten im Rahmen des diesjährigen Google Summer of Code beteiligt hatten, starten Chris Ball und Hannah Wallach die WSOP-Initiative mit sechs ausschließlich für Frauen offenen Projekten.

Neben den sechs erfolgreichen Projekten war insbesondere der PR-Effekt ein großer Gewinn und inspirierte die Fedora Community zum Fedora Women Projekt. Andere Open-Source-Projekte wie Gentoo, Ubuntu oder KDE planen inzwischen ähnliche Initiativen. Selbst bereits bestehende Initiativen wie Debian Women profitierten von der Aufmerksamkeit, die dem WSOP zuteil wurde. Chris Wallach hofft, dass sich künftig mehr Frauen in Open-Source-Projekten engagieren, so dass im nächsten Jahr kein weiteres WSOP notwendig wird.

Kurz notiert

Mit der Website SpreadGnome.org (http://www.spreadgnome.org/) startet eine weitere Initiative, um die Verbreitung von Gnome voranzutreiben. Die Inspiration kam dabei durch den Erfolg von SpreadFirefox.com. Zur Zeit befindet sich die Webseite noch in einer Umstrukturierungsphase und verlinkt lediglich die wichtigsten Gnome-Informationsquellen wie Gnomedesktop.org oder Live.gnome.org. Konstruktive Kritik ist ausdrücklich erwünscht und kann über ein Web-Formular mitgeteilt werden. Bei SpreadGnome.org handelt es sich nicht um eine offizielle Seite der Gnome-Foundation, sondern um ein Projekt von Phoronix Networks. Das Unternehmen hat sich auf Hardwaretests für Linux-Server- und Desktop-Systeme spezialisiert.

Ein Jahr lang war es ruhig um die einfache Podcast-Software Monopod geworden, nun erschienen binnen weniger Tage zwei neue Versionen. Monopod wurde ursprünglich von Edd Dumbill entwickelt und basiert auf der Mono-Laufzeitumgebung. Nachdem Dumbill die Entwicklung nicht fortführte, griff im August 2006 der Russe Nickolay V. Shmyrev das Projekt auf und integrierte als erstes eine russische Sprachunterstützung. Es folgten Korrekturen von Fehlern, die mit Sqlite und dem iPod auftraten. Wer einen einfachen Podcast-Client sucht, sollte sich das Programm (http://monopod.berlios.de) anschauen.

Noch bevor eine der großen Distributionen das neue Gnome 2.16 integrieren konnte, liefert Foresight Linux (http://www.foresightlinux.com) mit seiner Version 0.9.8 bereits die erste Gnome-2.16-basierte Version. Dies ist nicht weiter verwunderlich, hat es sich Foresight doch zum Ziel gesetzt, immer eine Distribution bereitzustellen, die den vollen Funktionsumfang von Gnome ausnutzt. Neben der neuen Gnome-Release glänzt Foresight 0.9.8 durch das Softwareverwaltungssystem Conary des Appliance-Herstellers rPath. Bei diesem kann man auch die Distribution, bestehend aus einer DVD oder zwei CD-Images, herunterladen.

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