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Die dritte Dimension

Gnome 2.16 im Überblick

Ausblicke auf Gnome 2.18

Viel Spannendes ist in den nächsten Monaten zu erwarten. Wie schon erwähnt, soll Metacitys Composition Manager standardmäßig aktiviert und mit weiteren Effekten ausgestattet werden. Auch die Vereinheitlichung der Lesezeichenverwaltung und die Migration auf die neue Gtk+-Drucker-API wollen die Entwickler nachdrücklich vorantreiben.

Dank des Ridley-Projekts werden noch mehr Bibliotheken entfallen – was unter Umständen auch Libbonobo(ui), das Komponenten-Framework von Gnome, betrifft. Einige Anwendungen haben schon in der Vergangenheit das Bonobo/ORBit-Gespann durch die desktopunabhängige Kommunikationsbibliothek D-Bus ersetzt, die sich gleichermaßen für Gnome wie KDE eignet.

Es ist fast schon Tradition, immer mehr Anwendungen in den Gnome-Kern aufzunehmen. Momentan läuft die entsprechenden Vorschlagsphase für Gnome 2.18. Zu den aussichtsreichsten Kandidaten zählen ein Scannerprogramm, das während Googles "Summer of Code" entstanden ist, das GnuPG-Frontend Seahorse sowie ein LDAP-Administrationsprogramm, dass das Bearbeiten der teilweise kryptischen LDAP-Konfiguration wesentlich erleichtert soll. Daneben werden einige ältere, nicht mehr gewartete Applets entfernt und durch neue ersetzt.

Das Webteam [13] bemüht sich momentan, den Internetauftritt von Gnome interessanter zu gestalten. Alle Ideen und Planungen können Sie bei Interesse in der Gnome-Roadmap [14] nachlesen.

Der Autor

Christian Meyer beschäftigt sich seit zehn Jahren mit Linux und seit gut sechs Jahren intensiv mit Gnome. Er ist Vorsitzender des im Oktober 2004 gegründeten Gnome Deutschland e.V. Sie erreichen Christian per E-Mail unter chrisime@gnome.org.

Glossar

Gtk#

Implementationen des Toolkits Gtk+ für die Mono-Umgebung. Das "#" spricht man als "sharp" aus. Bei Mono handelt es sich um eine freie Implementation der Entwicklungs- und Laufzeitumgebung .NET von Microsoft.

C#

Implementationen der Programmiersprache C für die Mono-Umgebung. Das "#" spricht man als "sharp" aus. Bei Mono handelt es sich um eine freie Implementation der Entwicklungs- und Laufzeitumgebung .NET von Microsoft.

Cairo

Eine 2D-Grafikbibliothek mit einer geräteunabhängigenF, vektorbasierten Schnittstelle für die Ausgabe auf verschiedenen Backends. Cairo nutzt nach Möglichkeit die Beschleunigung durch den Grafikprozessor aus, etwa zur Kantenglättung.

Mono

Eine zu .NET von Microsoft kompatible Entwicklungs- und Laufzeitumgebung für plattformunabhängige Software auf Basis des Common-Language-Infrastructure-Standards. Da Mono Softwarepatente der Firma Microsoft berührt, besteht die Gefahr, dass Teile davon patentrechtlich verboten werden könnten.

Human Interface Guidelines

Die Richtlinien des Gnome-Usability-Projekts für das Aussehen und die Bedienung von Benutzerschnittstellen in Gnome-Programmen.

D-Bus

Ein Softwaresystem, das verschiedenen Programmen eine einfache Möglichkeit bietet, miteinander zu kommunizieren. D-Bus ist ein Teil des Freedesktop.org-Projekts.

XSPF

XML Shareable Playlist Format. Die Abkürzung wird "Spiff" ausgesprochen. XSPF ist ein offenes, portables Format für Wiedergabelisten unter dem Dach der Xiph.org Foundation.

SELinux

Eine Erweiterung des Linux-Kernels für verfeinerte Zugriffskontrollen auf der Basis allgemeiner Regeln für Benutzer und Ressourcen. SELinux wird maßgeblich vom US-Nachrichtendienst NSA und vom Linux-Distributor Red Hat entwickelt.

Access Control Lists

In der Unix-Welt versteht man unter Access Control List (ACL) eine Erweiterung der einfachen Zugriffssteuerung über das Benutzer/Gruppe/Welt-Modell. Bei ACLs lassen sich Zugriffsrechte spezifisch für einzelne Benutzer zuteilen oder unterbinden.

XML-RPC

XML Remote Procedure Call. Eine Spezifikation, die es Software auf verschiedenen Rechnern und unter verschiedenen Betriebssystemen erlaubt, miteinander über ein TCP/IP-Netzwerk zu kommunizieren.

Bugzilla

Freies Programm zur Verwaltung und Verfolgung von Fehlerhinweisen, ein so genannter Bugtracker. Bugzilla wurde ursprünglich zum Bugtracking bei Netscape entwickelt.

Gtk+

Das Gimp Toolkit, eine freie Komponentenbibliothek für grafische Benutzeroberflächen. Gtk wurde ursprünglich entwickelt, um eine GUI für das Grafikprogramm Gimp zu schaffen. Mittlerweile kommt es jedoch in zahlreichen Anwendungen sowie den Desktop-Umgebungen Gnome und Xfce zum Einsatz.

CUPS

Common Unix Printing System. Standardisiertes, modulares Drucksystem für Linux/Unix.

Lpr

Line Printer Remote. Teil des Berkeley Printing Systems, bei dem ein Line Printer Daemon (Lpd) via TCP Befehle entgegennimmt, um einen lokalen Drucker zu steuern. Entfernte Drucker werden als Lpr-Port eingebunden und wie lokale Drucker behandelt.

Bonobo

Teilprojekt von Gnome, das einen Standard und ein Komponenten/Dokumentenmodell für die Interaktion zwischen den Komponenten eines komplexen Dokuments definiert. Bonobo basiert auf der Common Object Request Broker Architecture (CORBA).

ORBit

CORBA-konformer Object Request Broker von Gnome. ORBit stellt die notwendigen Mechanismen bereit, um überall in Gnome CORBA zu verwenden.

LDAP

Lightweight Directory Access Protocol. Standardisiertes Verzeichnisdienst-Protokoll für den Umgang mit Benutzer- und Ressourcendaten.

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Infos zum Autor

Christian Meyer

Linux-Nutzer seit 1996, aktiv bei Gnome zwischen 2000 und 2006.


Infos zur Publikation

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