Neuer Spross der Ubuntu-Familie

Mit Fluxbuntu (http://fluxbuntu.org) bekommt die Ubuntu-Familie ein neues Mitglied: Das Projekt rund um den Windowmanager Fluxbox basiert auf Ubuntu 6.06 LTS. Die Entwickler haben nicht nur den Desktop ausgewechselt, sondern alle Pakete aus dem ursprünglichen Grundsystem entfernt, die ihrer Meinung nach überflüssig sind.

Alle mitgelieferten Anwendungen arbeiten ressourcenschonend: Abiword dient als Textprogramm; eine Tabellenkalkulation liegt in der Grundinstallation nicht bei. Als Webbrowser versieht Links seinen Dienst, Sylpheed Claws als E-Mailprogramm. Für Videos ist VLC Mediaplayer mit von der Partie, Xmms kümmert sich um Audio-Dateien.

Wer Programme mit umfangreicheren Funktionen haben möchte, installiert Software aus dem Ubuntu-Pool nach. Als Minimum in Sachen Hardware fordert Fluxbuntu einen Pentium 2 mit 233 MHz und 96 MByte RAM. Vollständig installiert belegt das System 1,2 GByte auf der Festplatte. Zur Zeit liegt mit Version Build 1 Alpha eine erste Vorabversion vor, die sich noch nicht für den Einsatz auf Produktivsystemen eignet.

Fluxbuntu nutzt Fluxbox als Windowmanager und geht sparsam mit Systemressourcen um.

Neues von Red Hat

Red Hat (http://www.redhat.de) hat die erste Betaversion des kommenden Red Hat Enterprise Linux 5.0 (RHEL) zum Download und Testen bereit gestellt. In der kommenden Version wird es nur noch zwei Varianten von RHEL geben: Eine Client- und eine Serverversion. Der Client bringt Arbeitsplatzsoftware für OpenOffice mit, die beim Server fehlt. Er läuft nur auf x86- und x86-64-Systemen, der Server zusätzlich auch auf IA64, PPC64 und S390x.

Der Server enthält Programme für Fail-Over-Cluster und Load Balancing. Auch unterstützt er das GFS-Dateisystem. Die Virtualisierungssoftware Xen haben die Entwickler integriert – obwohl Red Hat betont, das Programm sei noch nicht reif für den Unternehmenseinsatz.

RHEL 5 benutzt Kernel 2.6.17 und X.org 7.1. Red Hat plant, das fertige Produkt Ende 2006 auf den Markt zu bringen. Die Veröffentlichung hängt aber auch davon ab, ob das RHEL zugrunde liegende Fedora Core 6 (http://fedora.redhat.com) tatsächlich pünktlich Ende Oktober 2006 erscheint. Die aktuelle Beta-Version gibt es nur für registrierte Mitglieder des Red Hat Network. Angaben zu Preisen der endgültigen Version machte Red Hat noch nicht.

Kurz notiert

Die Distribution Ubuntu (http://www.ubuntu.com) hat sich ein Desktop Effects Team zugelegt, das sich um die Integration von XGL und AIGLX in die Distribution kümmert. Beide Techniken erlauben aufwendige grafische Effekte wie Transparenz oder das Darstellen verschiedener Desktops als drehender Würfel.

Ubuntu 6.10 (http://www.ubuntu.com) nähert sich unterdessen der Fertigstellung. Mit der zweiten Testversion riefen die Entwickler den Feature Freeze aus, so dass sie sich bis zum Erscheinen der endgültigen Version nur noch mit dem Beseitigen von Fehlern beschäftigen. In der aktuellen Testversion wurde das Init-System von Sysvinit auf Upstart umgestellt. Beim Gestalten der grafischen Oberfläche haben die Entwickler ebenfalls Hand angelegt und das Design leicht verändert. Ubuntu verwendet mit Gnome 2.16 und KDE 3.5.4 die aktuellen Desktops. Das System liegt für die x86-, x86-64- und PPC-Architektur in Form je einer Desktop-, Alternate- und Server-CD auf den Ubuntu-Servern zum Download bereit.

Daniel Robbins, einer der Gründer von Gentoo Linux (http://www.gentoo.org) kehrt zum Projekt zurück. Robbins hatte im letzten Jahr eine Stelle bei Microsoft angetreten, war aber dort nicht zufrieden. Er kümmert sich zur Zeit um den Bootloader Grub und die VMware-Tools.

Linspire (http://www.linspire.com) hat seinen Click-and-Run-Dienst (CNR) freigegeben. CNR erlaubt Benutzern von Linspire und Freespire (http://www.freespire.org) die einfache Installation von Softwarepaketen. Bisher kostete der Dienst einen jährlichen Beitrag von 20 US-Dollar. Kommerzielle Software bleibt nach wie vor kostenpflichtig. Für diesen Gold-Service fallen 50 US-Dollar im Jahr an. Auch die Arbeiten an einem vollständig freien CNR-Client für Freespire sind weit gediehen. Die erste Version für Linspire 1.1 planen die Entwickler für Ende 2006.

Mit Gentoo Linux 2006.1 (http://www.gentoo.org) ist eine aktualisierte Version des Distributionsbaukasten erschienen. Gentoo nutzt jetzt GCC 4.1 als Standard-Compiler und enthält die Glibc in Version 2.4. Der Installer wurde überarbeitet und erleichtert das Einrichten des Systems. Dieses steht in Form diverser Installations-CDs für die Architekturen AMD64, HPPA, x86, PowerPC und PowerPC64 auf der Homepage zum Download bereit.

Für Debian 3.1 (http://www.debian.org) steht eine neue aktualisierte Version bereit. Debian 3.1r3 fasst 120 Aktualisierungen und Sicherheitsupdates der letzten Zeit zusammen, neue Software ist nicht enthalten. Ein aktualisierter Firefox und neue OpenVPN- und Asterisk-Pakete stopfen Sicherheitslöcher. Wer regelmäßig Updates eingespielt hat, benötigt diese Version nicht: Sie empfiehlt sich vor allem für Neuinstallationen.

OpenSuse (http://www.opensuse.org) richtet ein Portal ein, das die Lokalisierung der Distribution in andere Sprachen koordiniert. Die Seite ist unter http://developer.novell.com/wiki/index.php/Suse-i18n zu erreichen. Die Entwickler von OpenSuse hoffen, dass Helfer Teile oder die ganze Distribution in ihre Sprache übersetzen. Eine Statistikseite gibt darüber Auskunft, welche Teile der Distribution noch der Mitarbeit bedürfen.

Das Slackware-Derivat Zenwalk (http://www.zenwalk.org) ist in Version 3.0 erschienen. Gegenüber der Vorversion haben die Entwickler 200 Pakete aktualisiert oder neu hinzugefügt. Zenwalk nutzt Kernel 2.6.17.11, Glibc 2.3.6 und X.org 6.9. Ein wichtiges Update betrifft das Automount-System, das eingelegte CDs und DVDs jetzt zuverlässig einbindet. Als Desktop verwendet Zenwalk Xfce 4.4RC1. Ein neues Icon-Set, das auf Tango basiert, lässt die Oberfläche einheitlicher erscheinen.

Das Portal Geole.info http://www.geole.info stellt vollständig deutsch lokalisierte Versionen von Ubuntu (http://www.ubuntu.com) und Kubuntu (http://www.kubuntu.org) zum Herunterladen bereit. Neben der deutschen Übersetzung enthalten die neu erstellten CDs auch eine erweiterte WLAN-Unterstützung und mit Network-Manager und Xorg-Edit auch Programme zur einfachen Systemkonfiguration. Zudem integrierte der Betreiber der Site alle bisher veröffentlichten Sicherheitsupdates und Aktualisierungen.

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