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Buchtipp

01.11.2006

Verwirrung bei der Firewall-Konfiguration

Rasch und unkompliziert zu einem Linux-Rechner mit installierter Firewall samt geeigneten Regeln – das verspricht das Buch von Till Dierkesmann. Der Autor beginnt mit den Grundlagen und erläutert zunächst IP-Adressen, Netzwerkmasken und Routing. Daneben erklärt er Begriffe wie DMZ und IP-Spoofing.

Doch bereits im dritten Kapitel dürfte beim Leser Verwirrung einsetzen: Bei diesem Abschnitt handelt es sich um einen Gemischtwarenladen, der unter anderem die Installation von Fwbuilder und OpenSwan beschreibt, auf 16 Seiten eine Bedienungsanleitung für das zentrale Kommando iptables gibt und außerdem SSH, Sudo und die Sicherheitseinstellungen in Yast verhandelt – bevor der Leser überhaupt erfährt, welche Software er wann wozu benötigt.

Erst das folgende Kapitel stellt die Szenarien für eine Firewall mit und ohne DMZ vor und gibt Empfehlungen für die Regeln. Darauf folgt eine reich bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Konfiguration der Firewall mit Fwbuilder. Die Screenshots lassen allerdings erkennen, dass hierbei noch Kernel 2.4 im Einsatz ist.

Kurzanleitungen für die Kommandozeilenwerkzeuge des Linux-Netzwerk-Administrators wie Netstat, Traceroute und Nmap füllen den Rest des Buchs. Dazu gibt es noch eine überflüssige Einführung in die Spambekämpfung, die nichts mit dem Titel dieses Bands zu tun hat. Das Ergebnis dieser Lektüre dürfte kaum eine funktionierende Linux-Firewall sein.

Infos

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Till R. Dierkesmann

Linux Firewall Schnellkonfiguration

Mitp 2006

ISBN 3-8266-1584-0

224 Seiten, 24,95 Euro

http://www.mitp.de

Datenbank im Eigenbau

Mit dem Datenbankmodul Base hat OpenOffice 2.0 ein nützliches Feature an Bord, dass aber wegen der Komplexität des Themas Datenbank bei vielen Benutzern ein Nischendasein führen dürfte. Autor Günther Neubauer versucht mit seinem Grundlagenbuch, diese Scheu zu nehmen. Wer das Übungsbuch durchackert, hat am Ende eine kleine Beispieldatenbank, die sich für eigene Zwecke ummodeln lässt.

Den Weg dorthin macht das Buch im Modus der Schulungsunterlage nicht immer einfach. Schon der zweifache Zeilenabstand und die übergroße Schrift stören die Übersichtlichkeit, auch wenn Schulungsunterlagen schon einmal für den Seitenblick bei der Eingabe am PC auf dem Schreibtisch liegen und nicht direkt vor der Nase stecken.

Die kompletten Übungsdatenbanken bietet der Verlag zum Download an, was Tipparbeit spart, dem Verständnis aber abträglich ist, weil die manuelle Eingabe von Feldtypen und Indizes das Gelernte verfestigt. Mit Hintergrundinformationen spart der Autor, eine Tabelle mit Erklärungen zu möglichen Feldtypen in Tabellen einer relationalen Datenbank zählt zu den löblichen Ausnahmen, ansonsten ist Schritt-für-Schritt-Arbeit angesagt.

Der unerfahrene Benutzer, und den sprechen die Base-Grundlagen im Stil der "Klicken-Sie-hier-wählen-Sie-dort-Anleitung" an, dürfte dennoch an einigen Stellen ins Schleudern kommen, etwa wenn die Tabellenverknüpfung nach einer Java-Runtime-Engine fragt. Hier hätte der Hinweis, wie die zu installieren ist und wofür das Programm sie benötigt, eher geholfen, als der, in welchem Menü zu sehen ist, dass sie fehlt.

Infos

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Günther Neubauer

OpenOffice.org 2.0.0 Base Grundlage

Redmond's Linux Training

ISBN: 3-902116-52-8

130 Seiten, 14,30 Euro

http://www.redmonds.de

Büropaket für alle Fälle

Michael Kolberg, erfahrener Autor von Windows-Literatur und mittlerweile begeisterter Anhänger von OpenOffice, hat sich des freien Büropaketes in einem Buch angenommen. Diese wendet sich vor allem an Einsteiger und versucht diesen, die vielfältigen Funktionen der Software näherzubringen.

Die Hauptanteile des Buches umfassen dabei die Komponenten Writer (Textverarbeitung), Calc (Tabellenkalkulation), Base (Datenbanken) sowie Impress (Präsentation). Über das ebenfalls enthaltene Zeichenmodul sowie den Formeleditor lässt sich der Autor nur am Rande aus. Erfreulich fällt das kurze Kapitel über das Werkzeug zum Erstellen von Webseiten aus.

Kolberg liefert solide Information, die gut aufbereiten sind. Akribisch arbeitet er sich durch Dialoge und Menüstrukturen. Alle wichtigen Details finden Erwähnung, so dass der Leser am Ende gut orientiert ist. Der Autor gibt am Anfang eines Kapitels jeweils sinnvolle Vorschläge zur Arbeitsweise, beispielweise im Umgang mit Formatvorlagen oder der Auswahl der Schriften.

Da das Buch in erster Linie auf die Nutzer von Windows abzielt, nutzen dem Linux-Anwender die Hinweise zur Installation wenig. Es bleibt aber dennoch genügend plattformübergreifender Stoff übrig. Insgesamt stört beim Lesen das etwas ungewöhnliche Schriftbild. Hier sollte sich der Verlag die Hinweise des Autors vielleicht zu Herzen nehmen – weniger ist manchmal mehr. (Mathias Huber, Uli Bantle, Andreas Bohle/agr)

Infos

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Michael Kolberg

OpenOffice.org 2.0

Markt+Technik

ISBN: 3-8272-6976-8

640 Seiten, 24,95 Euro

http://www.mut.de

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