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Abschied von Dirk Haaga

01.11.2006

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

üblicherweise kommentieren wir an dieser Stelle die aktuellsten Entwicklungen in und um die Linux-Community. Darauf verzichten wir diesen Monat aus traurigem Anlass und widmen diese Seite dem Gedenken an einen der aktivsten und sympatischsten Exponenten der deutschen Open-Source-Gemeinschaft.

Am 2. Oktober 2006 ist Dirk Haaga, zuletzt Channel Manager für Red Hat Europa, bei einem Motorradunfall in den österreichischen Alpen tödlich verunglückt. Mit ihm verliert die Community einen langjährigen, überzeugten Mitstreiter, der sich fast seit der Geburtsstunde von Linux privat wie beruflich für Open Source im allgemeinen und für das freie Betriebssytem im besonderen stark gemacht hat.

Dirk Haaga (+)

1993 startete Dirk Haaga die Entwicklung der Deutschen Linux Distribution (DLD), um Linux mitsamt der Dokumentation in deutscher Sprache zur Verfügung zu stellen. 1994 gründete er die delix Computer GmbH, ein Systemhaus und Entwicklungs- und Vertriebscenter für die DLD. Im Jahr 1999 verkaufte er die delix Computer GmbH mit DLD 6.1 an den US-Distributor Red Hat und wechselte als Geschäftsführer zur Red Hat GmbH. Dort war er zuletzt im weltweiten Geschäft für den Produktvertrieb in Europa verantwortlich.

Den Weg ganz an die Unternehmensspitze nahm Dirk Haaga nie. Ihm war wichtig, dass er sich für freie Software einsetzen und damit auch seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte. Dabei glaubte er fest daran, dass kommerzieller Erfolg nicht zur Voraussetzung hat, dass man ethische Grundsätze über Bord wirft. In seinem Unternehmen machte er sich immer dafür stark, dass jede Software, die Red Hat verwendet, der GPL unterliegt und auch als freie Software verfügbar ist.

Er engagierte sich in zahlreichen Ämtern und Ehrenämtern: Als Coach beim neu gegründeten Linux Business Campus in Nürnberg förderte er OSS-Startups. Als Vorstandsmitglied und Aufsichtsrat in Open-Source-Unternehmen trieb er die Entwicklung und Verbreitung freier Software voran. In Vorträgen und Diskussionen auf zahlreichen Veranstaltungen und Foren rund um Linux warb er für Open Source.

Dirk Haagas jäher Tod reißt eine schmerzliche, bleibende Lücke in die Reihen der deutschen Open-Source-Community. Jedem, der das Privileg hatte, den humorvollen Lebenskünstler und bekennenden Schwaben persönlich zu begegnen, bleibt er als liebenswerter Mensch in Erinnerung. Unser tiefes Mitgefühl gilt der Familie Haaga.

Die Redaktion

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