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Schnelle Netzwerkfestplatte von Trekstor

Platte registrieren

Nach der Installation der benötigten Pakete registrieren Sie die Festplatte zunächst am System. Dies geschieht über folgenden Befehl:

ndasadmin register Seriennummer
↩
-n Name

Die Seriennummer setzt sich aus der ID und dem Code der Trekstor-Platte zusammen. Diese Informationen finden Sie auf der Gehäuseunterseite und praktischerweise auf einem Aufkleber des Handbuchs. Eine Platte bleibt so lange registriert, bis Sie diese mit dem Befehl ndasadmin unregister -n Name wieder abmelden. Das Paket ndas-admin legt bei der Installation automatisch die benötigen Init-Skripte zum Start des Ndas-Dienstes an. Sie stellen sicher, dass Sie einmal registrierte Festplatten dem System nicht nach jedem Reboot neu bekannt machen müssen.

Registrierte Festplatten finden Sie danach unter /proc/ndas/devices/. Jede Festplatte bekommt neben dem Namen einen so genannten Slot zugeteilt. Die erste angemeldete Platte belegt Slot 1, die nächste Slot 2 und so weiter. Um eine Platte dem System bekannt zu machen, geben Sie mit Administratorrechten den Befehl

ndasadmin enable -s Slotnummer
 ↩
-o Berechtigung

ein, wobei Sie Slotnummer durch die entsprechende Zahl und Berechtigung durch einen der folgenden Werte ersetzen:

  • r (read, nur lesen)
  • w (write, Schreibrecht)
  • s (shared write, gleichzeitiges Schreibrecht von mehreren Rechnern)

Der Shared-Write-Modus setzt allerdings ein Formatieren mit den Cluster-Dateisystemen GFS oder OCFS2 voraus. Ein nicht mehr ganz aktuelles Howto für Ubuntu 5.10 mit OCFS2 findet sich unter [6]. Auch im Zusammenspiel mit Windows arbeitet die Trekstor-Platte gleichzeitig nur auf einem Rechner im Lese- und Schreibmodus: Ist die Platte unter Linux aktiviert, kann Windows diese nicht mehr einhängen und umgekehrt. Immerhin zeigt Windows eine Meldung an, wenn Sie unter Linux über den Befehl

ndasadmin request -s 1

exklusiven Schreibzugriff auf einen Slot beantragen. Der Windows-Benutzer kann dann die Festplatte freigeben. Zwischen Linux-Rechnern funktioniert diese Benachrichtigungsfunktion nicht.

Nach dem Enable-Befehl ist die Festplatte dem System als /dev/ndas-Seriennummer bekannt. Teilen Sie diese jetzt mit fdisk oder einem grafischen Partitionierungstool nach Belieben auf. Nach dem Formatieren und Einhängen stehen die Datenträger bereit (Abbildung 2). Linux sieht das Gerät als normale Festplatte, die sich für ein Software-Raid über mehrere Geräte eignet. Im Test mit Ubuntu 6.06 und Kernel 2.6.15-26-686 sank jedoch die Datenrate bei einem Raid 1 (Spiegelen) unter 1 MByte/s, bei größeren Dateien blieb das Raid teilweise hängen, und ein Neustart des Rechner war erforderlich.

Abbildung 2: Die Netzwerkplatte unterscheidet sich technisch nicht von internen Festplatten.

Fazit

Für das schnelle Backup übers Netzwerk ist die Trekstor-Platte eine gute Wahl. Entsprechende Treiber ermöglichen den Einsatz in gemischten Umgebungen mit Windows oder Mac OS X. Auch die Powersave-Funktionen der Platte gefallen. Nach rund 10 Minuten Untätigkeit versetzt sich die Datastation automatisch in Ruhezustand. In diesem ist die ohnehin leise Festplatte auf dem Schreibtisch nicht mehr zu hören.

Die Festplatte eignet sich hingegen unter Linux nicht als Samba- oder NFS-Server-Ersatz, da die aktuellen Treiber den Zugriff auf die Daten von nur einem Linux-Client erlauben. Eigens für dieses Problem den Umweg über ein Cluster-Dateisystem zu gehen, ist vergleichsweise umständlich. Ebenfalls nicht möglich ist der Einsatz auf einem 64-Bit-Betriebssystem, da Ximeta zurzeit keine 64-Bit-Treiber zur Verfügung stellt. Hier zeigt sich der Nachteil von Closed-Source-Software einmal mehr.

Glossar

NDAS

Im Gegensatz zu Network Attached Storage (NAS) kommt Network Direct Attached Storage (NDAS) ohne TCP/IP-Schicht aus und übermittelt Daten so deutlich schneller. Allerdings hält das Unternehmen Ximeta ein Patent auf die NDAS-Technologie [1].

Cluster-Dateisystem

Das Global File System von Red Hat und das Oracle Cluster File System2 sind spezielle Dateisysteme, die sich meist über mehrere Rechner oder Netzwerkfestplatten erstrecken. Ähnlich wie ein Raid erhöhen Cluster-Dateisysteme entweder die Ausfallsicherheit oder verbessern die Performance. Hybridlösungen aus beiden Technologien sind möglich.

Infos

[1] NDAS-Technologie: http://www.ximeta.com/technology/ndas/technologie1_en.php

[2] Externe Festplatten: Marcel Hilzinger, "Schnell, schneller – USB- und Firewire-Laufwerke im Test", LinuxUser 04/2006, S. 50.

[3] Netzwerk-Festplattenadapter: Marcel Hilzinger, "Wie die Profis – Netzwerk-Festplattenadapter von Linksys", EasyLinux 03/2006, S. 86, Martin Loschwitz, "Klein und flexibel – Linksys NSLU2 als Allround-Talent", LinuxUser 04/2006, S. 56.

[4] Treiber-Download: http://www.ximeta.com/support/downloads

[5] Aktuelle Pakete: http://code.ximeta.com/dev/1.0.3/

[6] OCFS2-Howto: http://code.ximeta.com/cgi-bin/tracX.cgi/wiki/HowToOCFS2

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Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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