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Portable Linux-Spielekonsole GP2X

Netzwerk mit Hindernissen

Die GP2X besitzt keinen Ethernet-Anschluss, sondern verwendet für Netzwerkverbindungen die USB-Buchse rechts am Gerät. An einen PC angeschlossen, meldet sich die Konsole als USB-Netzwerk-Gadget, für dessen Betrieb das Kernel-Modul cdc_ether zuständig ist. Das zugehörige Netzwerkgerät auf dem Rechner heißt usb0 und lässt sich wie eine herkömmliche Ethernet-Karte per ifconfig konfigurieren.

Dabei erhalten die GP2X und der Rechner jeweils zwei verschiedene IP-Adressen aus dem gleichen Subnetz – Hersteller Gamepark liefert die GP2X ab Werk mit der IP-Adresse 192.168.0.2 aus, die Schnittstelle usb0 des PCs sollte man daher mit der Adresse 192.168.0.1 oder 192.168.0.3 konfigurieren. Natürlich steht das Netzwerkgerät usb0 auf dem PC erst zur Verfügung, nachdem die GP2X angeschlossen und die Netzwerkschnittstelle der Konsole aktiviert wurde.

Ab Werk funktionierte die Netzwerkschnittstelle bei dem getesteten Gerät mit der Firmware-Version 2.0.0 jedoch nicht – ein im GP2X-Forum [2] wohlbekanntes Problem: Das Kernel-Modul g_ether.o benötigt einen Patch, ohne den keine Netzwerkverbindung zum GP2X möglich ist. Das geänderte Modul von [3] muss anschließend auf das GP2X transferiert und dort in das Modulverzeichnis kopiert werden – ohne ein Terminal zur Verfügung zu haben. Der Trick ist, eine SD-Karte als Transportmedium einzusetzen und dem GP2X ein Bash-Skript unterzuschieben.

Im ersten Schritt kopieren Sie die Datei g_ether.o am PC auf die SD-Karte und legen eine Textdatei mit dem Namen patch_gpether.gpe an – Dateien mit dieser Endung interpretiert die GP2X als Spiele. Listing 1 enthält einen Verschiebe- und einen Kopierbefehl, die das unbrauchbare Kernel-Modul sichern und an seiner Stelle das veränderte einbauen.

Listing 1

# patch_gether
mv /lib/modules/2.4.25/kernel/drivers/usb/gadget/g_ether.o /lib/modules/2.4.25/kernel/drivers/usb/gadget/g_ether.o.orig
cp /mnt/sd/g_ether.o /lib/modules/2.4.25/kernel/drivers/usb/gadget/g_ether.o

Update-Spiel

Das Programm patch_gether rufen Sie über das Games-Menü und dort im Verzeichnis der SD-Speicherkarte auf. Anschließend bleibt jedoch der Bildschirm schwarz, weshalb Sie die GP2X aus- und wieder einschalten müssen. Ab dann steht eine Netzwerkverbindung zur Verfügung und Sie können sich, etwa per telnet, auf der Spielekonsole einloggen – ein Root-Passwort ist nicht gesetzt.

Damit stehen Ihnen nahezu beliebige Manipulationsmöglichkeiten offen. Neben dem Telnet-Zugang bietet die GP2X auch einen FTP- und einen Samba-Server, zusätzlich können Sie einen Samba-Client nachinstallieren. Doch dabei sollten Sie vorsichtig sein – nachdem sich der Autor, ohne weitere Dateien auf die GP2X zu transferieren oder zu verändern, ein wenig im Betriebssystem umsah, bootete die GP2X beim nächsten Akku-Wechsel nicht mehr und war bis Redaktionsschluss nicht zu reaktivieren. Ob ein Software- oder Hardware-Fehler letztlich die Ursache für den Totalausfall war, blieb ungeklärt.

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Infos zum Autor

Mirko Dölle

Redakteur für Linux bei c't, Heise Zeitschriften Verlag; ehemals Competence Center Hardware/Linux-Magazin, Linux New Media AG


Infos zur Publikation

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LinuxUser 06/2012

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