Apple stellte auf der WWDC 2006 den Mac Pro als Nachfolger für den PowerMac G5 vor. Und nachdem auch der XServe jetzt mit Xeon-Prozessor daherkommt, hat Apple tatsächlich sein Ziel erreicht, und alle Geräte mit Intel-Prozessoren ausgestattet. Viel eher, nämlich im Janur 2006, wich das Powerbook bereits dem Macbook Pro, der nun nun Apples Flaggschiff in Sachen Laptops ist. Mittlerweile gibt es viele Ansätze, um zusätzlich zur Hausmacht Mac OS X auf Intel-Macs auch Linux als zu installieren. Ist die Anschaffung der nicht ganz billigen aber edlen Geräte damit auch für eingefleischte Linux-Benutzer interessant, die auf ihre gewohntes System nicht verzichten wollen?
OpenSuse 10.1 als Testkandidat
Zur Beantwortung dieser Frage musste die aktuelle OpenSuse 10.1 im Test herhalten. Schließlich ging es diesmal nicht darum, die vielen Features des Macbook Pros irgendwie zum Funktionieren zu überreden. Knackpunkt war viel mehr die Frage, ob es möglich ist, OpenSuse 10.1 auf Apples mobiler Wuchtbrumme ohne großes Vorwissen und ohne viel Arbeit zu installieren und zu benutzen.
Testkandidat war ein Macbook Pro mit 15-Zoll-Bildschirm der ersten Generation mit 2-GHz-CPU, 1,5 GByte Arbeitsspeicher und einer 120 GByte großen Festplatte.
Vorbereitungen
Als anerkannter und bequemster Weg, auf Intel-Macs neben Mac OS ein zweites Betriebssystem zu installieren, hat sich Apples kleine Software BootCamp etabliert. Damit sie funktioniert, bedarf jedoch das Macbook im Auslieferungszustand zunächst eines Firmware-Updates. Dieses gibt es auf Apples Downloadseite [1]. Das fragliche Upgrade ist nicht mit dem sogenannten SMC-Firmware-Update zu verwechseln, das Mac OS über die Systemaktualisierung automatisch herunterlädt. Die Datei mit dem aktuellen Firmware-Image heißt MacbookProFirmwareUpdater.dmg. Mac OS mountet das Image nach dem Herunterladen automatisch und startet den darin enthaltenen Assistenten. Der schaltet das Notebook aus. Drücken Sie nun den Einschaltknopf für fünf Sekunden, fängt die kleine LED im Druckknopf für den Gehäusedeckel an zu blinken, und die Firmware wird aktualisiert.
War das Update erfolgreich, laden Sie die BootCamp-Beta ebenso von Apples Downloadseite herunter und installieren BootCamp. Den passenden Assistenten zur BootCamp-Konfiguration starten Sie über Programme / Dienstprogramme / BootCamp Assistent im Finder.
Die BootCamp-Konfiguration teilt sich in drei Abschnitte ein. Zunächst bietet das Programm Ihnen an, eine CD mit Treibern für Windows zu erstellen. Das ist in diesem Falle natürlich unnötig. Im zweiten Teil geht es um die Partitionierung der Festplatte. Linux braucht auf derselben Platz, und mit dem BootCamp-Tool lässt sich dazu die bestehende Mac OS-Partition verkleinern, ohne Mac OS im Anschluss neu installieren zu müssen. Schieben Sie den Regler im Programm einfach so lange nach links oder rechts, bis die "Platte für Windows" – also für Linux – die passende Größe hat. Danach teilt BootCamp die Harddisk neu auf.
OpenSuse laden Sie entweder von einem der zahlreichen Mirrors oder per BitTorrent aus dem Netz [2]. Der Download der kompletten DVD dauert mit DSL-6000 ungefähr zwei Stunden. Ist OpenSuse auf DVD gebannt, legen Sie selbige – falls nicht schon geschehen – in das Laufwerk des Macbook Pro. In BootCamp klicken Sie dann beim letzten Dialog auf Windows-Installation starten.
Triple-Boot mit Mac OS, Linux und Windows
Mit BootCamp lässt sich sogar das Triple realisieren: Mac OS, Linux und Windows parallel auf einem Rechner zu installieren, ist dank der Mactels kein Problem mehr. Dazu bedarf es keines großen Aufwands – trauen Sie sich also!
Neben der Partition für Linux muss in der Triple-Boot-Variante noch eine dritte Partition auf die Platte – der BootCamp-Assistent ist für diese Aufgabe nicht mehr geeignet. Beachten Sie, dass sämtliche Daten auf einer eventuell vorhandenen Linux-Partition gelöscht werden, wenn Sie den folgenden Schritt nachvollziehen.
Starten Sie über Programme / Dienstprogramme / Konsole die in Mac OS vorhandene Konsole. Geben Sie den Befehl diskutil list ein, die Ausgabe sollte aussehen wie in Abbildung 1. Welche Werte Sie als Größenangabe für die einzelnen Partitionen verwenden, die Sie im nächsten Schritt anlegen, hängt freilich davon ab, wie groß die Platte überhaupt ist und wie viel Platz Sie Windows und Linux zugestehen möchten.
Finden Sie zunächst heraus, welche Bezeichnung die Macintosh-System-Partition hat. Die Bezeichnung entspricht im Feld name im Listing von Diskutil dem Eintrag Macintosh HD, wenn Sie sie nicht umbenannt haben. Insbesondere interessiert hier der Eintrag bei identifier. Wenn Ihre Festplatte 230 Gigabyte groß (der Wert Size für die erste Zeile im Diskutil-Listing gibt Auskunft), dann richten sie mit diesem Befehl eine 190 Gigabyte große Partition für Mac OS und jeweils eine 20 Gigabyte große Partition für Windows und Linux ein:
sudo diskutil resizeVolume↩ KennungMacOSPartition 190G↩ Linux disk0s3 20G↩ "MS-DOS FAT32" disk0s4 20G
Dabei ersetzen Sie KennungMacOSPartition durch den entsprechenden Wert, den Sie aus dem Diskutil-Listing ermittelt haben. Sobald diskutil seine Arbeit beendet hat, fahren Sie wie gewohnt fort: Installieren Sie zunächst Windows, danach Linux. Schließlich hilft Ihnen Refit von http://refit.sourceforge.net/, beim Systemstart zwischen den drei Systemen auszuwählen (Abbildung 2).



