Fruchtige Schleifen

Seit LMMS 0.2.0 besitzt LMMS ein Plugin für den Import von FruityLoops/FL Studio-Projekten (*.flp) [7], das zwar noch nicht vollständig ist, jedoch die wichtigsten Inhalte und Einstellungen aus FLP-Dateien importiert. So erkennt und importiert es einzelne Spuren, Beat- und Basslines, Playlist-Einträge, Noten, Projektnotizen und ähnliches. Auch Hüllkurven-, Arpeggio- und Filter-Einstellungen eines Kanals werden übernommen.

Selbst Einstellungen einzelner FL-Plugins wie dem 3x Osc, Sampler und Plucked! konvertiert das Tool in Einstellungen adäquater LMMS-Plugins (TripleOscillator, AudioFileProcessor, Vibed), sodass so manches importierte Projekt seinem "Original" zum Verwechseln ähnlich klingt. Perfekt fällt der Import jedoch nich aus, da zum einen das (binäre) FLP-Dateiformat nur in seinen gröbsten Strukturen offengelegt ist und zum anderen LMMS keinen hundertprozentiger FL-Studio-Klon darstellt und damit nicht alle Funktionalitäten 1:1 abbilden kann. So fehlt beispielsweise derzeit eine korrekte Implementierung für den Import von Beats/Steps oder Automation-Daten.

Weitere neue Funktionen

Neben den bereits erwähnten Features spendierten die LMMS-Entwickler dem Programm das längst überfällige Undo/Redo-System, was bisher jedoch als experimentell zu betrachten ist und noch die ein oder andere Macke aufzuweist. Trotzdem kann man schon nach Herzenslust an beliebigen Einstellungen spielen, ohne sich darüber Gedanken machen zu müssen, gute Einstellungen zu verlieren: Per Bearbeiten | Rückgängig respektive [Strg]+[Z] lassen sich sämtliche Änderungen schrittweise rückgängig machen. Auch das Hinzufügen oder Löschen einer Spur kann man ungeschehen machen, doch spätestens hier wird bei intensiver Nutzung der experimentelle Status des Systems offenbar. Entsprechende Verbesserungen stellen eines der primären Ziele für kommende Versionen dar.

Weiterhin setzt LMMS 0.2.0 auf ein multiples Äußeres, sprich: Es stehen verschiedene Themes für die Oberfläche zur Auswahl. Derzeit beschränkt sich dies auf das herkömmliche Default-Thema (Abbildung 1) sowie das Theme BlueScene (Abbildung 3), doch hoffen die Entwickler auf bald aufkommende weitere Thmes. Derzeit ändert man das Thema über den Einstellungsdialog unter Verzeichnisse, indem man ein anderes Artwork-Verzeichnis wählt. Ein "richtiger" Theme-Wähler soll Bestandteil eines kommenden Releases sein.

Mit der neuen Möglichkeit, Notenlängen und -positionen automatisch zu quantisieren, gestaltet sich zum einen die Benutzung des Piano-Rolls um einiges einfacher. Zum anderen können Besitzer eines MIDI-Keyboards ihre Aufnahmen automatisch quantisieren lassen, auch wenn die Aufnahmen dadurch etwas an ihrer Natürlichkeit verlieren. Um diese Funktion zu nutzen beziehungsweise zu deaktiveren, wählt man in der Quantisierungs-Auswahlbox (Werkzeugleiste im Piano-Roll) eine entsprechende Quantisierungs-Auflösung (Abbildung 3).

Abbildung 3: LMMS kann nun Notenlängen und -postitionen automatisch quantisieren, was die Neutzung des Piano-Rolls um einiges erleichert.

Zu guter Letzt soll noch die neu hinzugekommene Echtzeitfähigkeit von LMMS Erwähnung finden. Entweder mit Root-Rechten oder unter Verwendung des rt-caps-Moduls gestartet, bietet LMMS Echtzeit pur, ohne ständige Knackser beim Bearbeiten. Allerdings sollte man aufpassen, LMMS in diesem Modus nicht zu überlasten – ansonsten kann es passieren, dass sich der Rechner minutenlang nicht mehr ansprechen lässt, weil LMMS sämtliche Rechenzeit mit Beschlag belegt und Nutzereingaben nicht behandelt werden.

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