Home / LinuxUser / 2006 / 10 / LMMS wird runderneuert

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Mandriva gibt Distribution in die Hände der Community
(268 Punkte bei 24 Stimmen)
Neues vom Systemd
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Mandriva in Nöten
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Haste Töne

LMMS wird runderneuert

01.10.2006 Die aktuelle Version des Linux Multimedia Studios glänzt mit professionellen Fähigkeiten wie VST-Support, FL-Studio-Import, Automation und Quantisierung.

Nachdem längere Zeit Funkstille herrschte, steht seit Ende Juli mit Version 0.2.0 wieder ein neues Release des Linux Multimedia Studio (kurz LMMS) [1] zur Verfügung. Neben vielen Fehlerbereinigungen sowie signifikanten Verbesserungen finden sich auch jede Menge neue Funktionen und Plugins – was vor allem der Tatsache geschuldet ist, dass in letzter Zeit mehrere neue Entwickler zum LMMS-Projekt gefunden haben.

Wie von Geisterhand…

In den letzten Wochen und Monaten entstand beispielsweise Unterstützung für die Automation von Steuerelementen. Hinter dieser etwas sperrigen Terminologie verbirgt sich eine ebenso einfache wie leistungsstarke und nützliche Technik, die es ermöglicht, Knöpfe, Schieberegler und ähnliches durch LMMS dynamisch regeln zu lassen. In der aktuellen Version geht das "nur" über selbst gezeichnete Kurven, deren Verlauf den jeweiligen Wert des Elements zu einem bestimmten Zeitpunkt festlegt.

Einfachstes Szenario: Die Lautstärke einer Tonspur soll sich im Laufe des Arrangements ändern. Um dies zu bewerkstelligen, bedarf es keiner großartigen Kunststücke. Nach Auswahl des Eintrages Im Automation-Editor öffnen im Kontextmenü des Lautstärke-Knopfes der betreffenden Spur kann man schon mit dem Zeichnen loslegen. Auf der linken Seite des Editors sind die jeweiligen Werte zu sehen (Abbildung 1 unten). Fällt der dargestellte Bereich zu klein aus, lässt sich die Ansicht über die Werkzeugleiste skalieren. Sobald man nun das Projekt abspielt, dreht sich der betreffende Lautstärkeregler wie von Geisterhand.

Abbildung 1: Die Bedienoberfläche von LMMS samt einiger neuer Plugins (Vibe, Organic, VeSTige) und dem Automations-Editor – hier mit einer Hüllkurve für die Lautstärke.

Dank eines internen generischen Frameworks umfasst die Automation nicht nur Knöpfe, sondern sämtliche editierbaren Elemente. Auch einfache Buttons lassen sich automatisch an- und ausschalten. Selbst die Steuerung so genannter exklusiver Button-Gruppen übernimmt LMMS bei Bedarf, wie zum Beispiel die Modulationsarten (PM, AM etc.) im TripleOscillator-Plugin. Weitere steuerbare Elemente sind LED-Spinboxes (etwa für das Tempo des Songs), Comboboxen (beispielsweise Wahl des Filtertyps oder Akkords in einer Instrumentspur) sowie sämtliche anderen Arten von Schaltern (Abbildung 2).

Abbildung 2: Sämtliche Steuerelemente in LMMS lassen sich jetzt über die Automation dynamisch regeln. Per Kontextmenü ruft man dazu den Automations-Editor auf.

Die Automation schafft auf diese Weise alle Voraussetzungen für dynamische Arrangements. Ihr richtiger Einsatz will aber gleichzeitig geübt sein.

Profi-Plugins nutzen

Die bereits seit LMMS 0.1.4 vorhandene, experimentelle Unterstützung von VST-Plugins wurde in Version 0.2.0 noch einmal deutlich verbessert. Eine native Linux-Unterstützung für VST gibt es nach wie vor nicht. Dank des Wine-Projekts muss man aber unter Linux nicht auf diese oft hochwertigen (und somit meist kommerziellen) virtuellen Instrumente und Effekte verzichten, denn schon seit längerem gibt es Bestrebungen, diese mittels Wine zum Laufen zu bringen.

Allerdings beschränkte sich das bisher im großen und ganzen auf diverse Kommandozeilentools, die sich nicht allzu gut in grafische Software wie Rosegarden [3] integrierten. Damit macht LMMS 0.2.0 endgültig Schluss: Es lädt viele (wenn auch nicht alle) VST-Plugins über das eingebaute VeSTige-Plugin (Abbildung 1 Mitte), das im Kern auf dem FST-Projekt ([4],[5]] basiert.

Doch dazu muss man zuerst einmal LMMS mit VST-Unterstützung kompilieren, denn nach wie vor besteht das Problem, dass sich die VST-Unterstützung nur mit Hilfe von Dateien aus dem proprietären VST-SDK realisieren lässt. Das SDK kann zwar kostenlos heruntergeladen und verwendet werden, doch verbietet es die GPL, mit unfreier Software erstellte Binärpakete zu veröffentlichen. Deshalb muss jeder Anwender, der die VST-Unterstützung nutzen will, LMMS selbst übersetzen.

Doch glücklicherweise erfordert das keinen Drahtseilakt, da eigentlich schon alles vorbereitet ist. Zuerst gilt es sicherzustellen, dass Wine sowie dessen Entwicklungspaket (libwine-dev, wine-devel oder ähnlich) installiert sind. Dabei empfiehlt es sich, eine möglichst neue Version zu verwenden, da dies unter Umständen beeinflusst, welche VST-Plugins LMMS später laden kann und welche nicht funktionieren werden.

Das Skript ./configure spuckt beim ersten Druchlauf zwei URLs aus, unter denen sich die benötigten zwei VST-SDK-Dateien herunterladen lassen. Nachdem diese im Ordner include abgelegt wurden, sorgt ein erneuter Aufruf von ./configure mit der Option --with-vst dafür, dass LMMS durch ein anschließendes make sowie make install (als Nutzer root) VST-Plugins laden kann.

Diejenigen, die nicht den Aufwand scheuen, sich einer einfachen Registrierung zu unterziehen, können sich das offizielle VST-SDK (2.4) auch direkt bei Steinberg herunterladen [6]. Das hat den Vorteil, dass die zwei benötigten Dateien (aeffectx.h und aeffect.h) im SDK um einiges aktueller sind und damit die VST-Unterstützung von LMMS vollständiger ausfällt und einem neueren Standard entspricht.

Nach dem Start von LMMS steht jetzt in der Plugin-Liste links ein weiteres Plugin – VeSTige – zur Verfügung, das man per Drag & Drop in den Song-Editor oder den Beat- und Bassline-Editor zeiht. Hiermit lassen sich nun VST-Plugins laden, die in einem eigenen Unterfenster erscheinen und dort auch bedient werden. Sämtliche Einstellungen der VST-Plugins sichert LMMS beim Abspeichern des Projekts und lädt sie beim Öffnen auch wieder.

Einer kommenden Version soll zudem die Automation sämtlicher Steuerelemente von VST-Plugins ermöglichen. Weiterhin geplant ist das Routing externer MIDI-Events (neben der derzeit schon gerouteten Note-On- und Note-Off-Events) direkt zum Plugin, sodass sich – wie im Profi-Studio – VST-Plugins mit Keyboards und anderen MIDI-Controllern vollständig steuern lassen.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

1104 Hits
Wertung: 55 Punkte (2 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 06/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Adobe AIR
Adobe-AIR-Programme installieren und (manuell) starten
Tim Schürmann, 14.05.2012 13:09, 0 Kommentare

Es gibt sie noch: neue Anwendungen, die Adobes Integrated Runtime voraussetzen. Aktuellstes und vermutlich auch größtes Beispiel ist das Adventure Botanicula

Aktuelle Fragen

gibt es ein Kommandozeilen Tool, um ein X11-Fenster in ein Anderes einzubetten?
GoaSkin , 21.05.2012 16:44, 0 Antworten
Das XEmbed-Protokoll ist u.A. dazu gedacht, dass man eine X11-Anwendung in eine andere wie ein Wi...
Apache2, Options -Indexes geht nicht
no no, 12.05.2012 19:01, 8 Antworten
Habe in apache2.conf folgendes stehen: Options -Indexes ...
LInux auf Dell LS H500
Andreas Endresl, 09.05.2012 08:54, 2 Antworten
Habe einen alten Dell Latitude LS H500 nur mit ext. Floppy und CD es geht nur immer eines von den...
Datenwiederherstellung unter Ubuntu 12.04 mit "Simple Backup" nach Umzug von Linux Mint
Christian Lottmann, 07.05.2012 13:33, 0 Antworten
Vor dem Umzug auf Ubuntu 12.04 habe ich unter Linux MInt mit "Simple Backup" voll (15.4.2012) und...
DKMS für den propritären NVIDIA-Treiber
Commander Data, 26.04.2012 22:02, 2 Antworten
Hallo an die Gemeinde. Ich habe hier ein interessantes Stück openSuSE gefunden. http://forums.op...