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Einfach entflammt

K3b brennt in der kommenden Version 1.0 auch Video-DVDs

Was fehlt?

Wer an das k3b-Projekt Vorschläge schickt, wie die Entwickler das zur Multimedia-Suite angewachsene Tool weiter bereichern könnten, sollte bedenken, dass es sich hier eigentlich um ein Brennprogramm (als GUI) handelt. Vor diesem Hintergrund fehlt dem Programm eigentlich nicht viel, und der Versionssprung auf 1.0 ist mehr als berechtigt.

Durch die verschiedenen Dreingaben zeigt sich die Software sehr flexibel: Zum einen eignet sich K3b optimal für den schnellen User, der einfach aus seinem Dateimanger heraus einen Ordner brennen möchte, eine CD/DVD kopieren will oder plant, seinen Lieblingsfilm als MPEG-Datei auf Festplatte zu sichern, ohne sich erst mit vielen Optionen mühsam zu beschäftigen.

K3b hat hier optimale Voreinstellungen getroffen, die den User in den meisten Fällen zufrieden stimmen dürften. Die wenigen zu bewegenden Schalter und Regler sind oft genutzte und leicht verständliche Optionen, welche auch ohne Handbuch bedienbar bleiben. Es bleibt für den unbedarften Anwender allerdings zu hoffen, dass die einzelnen Module Rippen und Brennen in der finalen Version besser ineinander greifen.

So wäre es doch nicht schlecht, wenn das Auslesen und Brennen einer Video-DVD genauso funktionieren würde, wie das einer Audio-CD: Der Nutzer zieht den entsprechenden Titel einfach in den Projektteil der Programmoberfläche, woraufhin sich die Dialoge zum Einstellen der Codecs und zum Brennen öffnen könnten. Gleiche Wege für gleiche Arbeit.

Der eher detailverliebte Anwender erlebt eher eine Enttäuschung, weil das Programm die Möglichkeiten der verwendeten Tools, wie Transcode, nur zu einem kleinen Teil ausnutzt. So fehlen weitergehende Möglichkeiten für das Clipping (Beschneiden) des Videos ebenso, wie die Möglichkeit, ein entstandenes Xvid- oder MPEG-File zu zerteilen, damit es auf eine CD mit 700 MByte passt. Letztere Funktion stellt allerdings ebenso ein Muss für die finale Version 1.0 dar, ebenso wie ein direktes Überleiten des gerippten und kodierten Videos in einen Brennvorgang.

Auch zum Remastern der DVD auf ein kleineres Format greift die Software weiterhin auf andere, zum Teil konsolenbasierte Tools zurück. Es ließen sich viele Funktionen finden, die als Bestandteil eine spätere Versionen erweitern könnten. Genau genommen gehört aber jede für sich in ein gut durchdachtes eigenes Programm. K3b geriete nur unnötig unübersichtich und kompliziert.

Fazit

Das K3b-Team hat mit der lange angekündigten Version 1.0 zwar lediglich ein Tool der Sammlung hinzugefügt und die anderen Bestandteile im Wesentlichen auf ihren alten Featurestand belassen. Dieses eine haben die Programmierer allerdings äußerst anwenderfreundlich und unter Konzentration auf die wichtigsten Konfigurationsmöglichkeiten umgesetzt, ohne sich von dem Vorhandensein anderer Video-Rip-GUIs beirren zu lassen.

Trotz des Status einer Preview-Version liefen alle Tools auf zwei Testsystemen mit der älteren SuSE 9.3 und der neueren SuSE 10.1, erstaunlich problemlos – von den vorab per Hinweisfenster angekündigten Fehlern einmal abgesehen. Es bleibt zu hoffen, dass die Programmierer bis zur finalen Version vielleicht noch die kleinen angesprochenen Ungereimtheiten in der Benutzerführung verbessern.

Infos

[1] K3b-Projektseite: http://www.k3b.org

[2] K3b-Sourcen: http://prdownloads.sourceforge.net/k3b/k3b-1.0pre1.tar.bz2?download

[3] Lokalisierungsdatei: http://prdownloads.sourceforge.net/k3b/k3b-i18n-0.12.16.tar.bz2?download

[4] Cdrecord: http://cdrecord.berlios.de/old/private/cdrecord.html

[5] DVD+RW-Tools: http://fy.chalmers.se/~appro/linux/DVD+RW/

[6] Lame: http://lame.sourceforge.net

[7] Transcode: http://www.transcoding.org/cgi-bin/transcode

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Infos zum Autor

Mirko Albrecht

Mirko Albrecht schreibt seit Ende 2004 regelmäßig Beiträge für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Wenn er nicht gerade eine neue Distribution ausprobiert, spielt er gern Schach oder fotografiert die Welt.
Seine Rechner werden meist von Xubuntu oder Opensuse bevölkert.


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