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Fünf schlanke Wikis ohne Datenbank

PmWiki

PmWiki [13] speichert die Artikel in einfachen Textdateien. Es benötigt zum Funktionieren einen Webserver mit PHP ab Version 4.1. Es ist in der Grundkonstellation ebenso einfach installiert wie die anderen hier vorgestellten Wikis: Einfach das Quelltextarchiv in ein Verzeichnis auf dem Webserver entpacken, und das Wiki über den Aufruf der Indexseite zu starten. Neben der Server-Version gibt es noch eine Standalone-Variante [14], die – lokal installiert – einen ersten Blick auf das Wiki ermöglicht.

PmWiki erlaubt das Verwenden von Passwörtern für verschiedene Bereiche: Entweder schützen Sie direkt die Wikiseiten vor dem Zugriff, oder Sie erlauben das Editieren nur einer bestimmten Anwendergruppe. Das Einteilen der Benutzer in solche Gruppen ermöglicht eine genau Zugriffssteuerung auf das Wiki.

Das Programm unterstützt das Anpassen an die jeweilige Landessprache. Dazu kopieren Sie den Inhalt der gewünschten Sprachdatei aus dem Netz [15] in zwei Verzeichnisse innerhalb des Wikis und passen die Konfigurationsdatei manuell an. PmWiki unterstützt dabei UTF-8.

Das Aussehen des Wikis steuern Sie über CSS oder Skins, ein entsprechendes Addon eröffnet die Möglichkeit, Skins interaktiv zu erstellen und für jeden Benutzer seperat ein solches einzurichten. Zur Interaktion mit Benutzern gibt es Addons für Gästebücher und Foren.

Die Formatierungsmöglichkeiten der Wiki-Seiten sind ausreichend: Neben den üblichen Zeichen- und Absatzformaten bietet PmWiki Listen, Tabellen und Bildintegration an. Ein spezielles Addon zeigt Bilder skaliert an. PmWiki bietet eine Druckansicht der Artikel, in es die Menüs sowie Kopf- und Fußzeilen ausblendet.

Bei der Dokumentation gibt sich das Projekt beinahe vorbildlich: Es liefert Anleitungen und Handbücher zu Installation und Betrieb des Wikis mit. Die Anleitungen heißen Cookbooks und sind zum Teil auch auf Deutsch verfügbar.

Abbildung 5: PmWiki ist ein gut ausgestattetes und ausführlich kommentiertes Wiki.

Dokuwiki

Das Dokuwiki [16] funktioniert vom Start weg als offenes Wiki. Wie bei den anderen Projekten entpacken Sie lediglich das Quelltextarchiv in ein Verzeichnis auf dem Webserver und legen dann sofort los. Wollen Sie das Feature Access Control List nutzen, um den Zugriff auf das Wiki zu kontrollieren, bearbeiten Sie nach der Installation die entsprechenden Textdateien conf/dokuwiki.php beziehungsweise conf/local.php bearbeiten und darin einen Adminstrator nebst Passwort definieren.

Das Aussehen des Wikis passen Sie über Vorlagen an die eigenen Wünsche an. Die Konfiguration nehmen Sie durch Bearbeiten einer Konfigurationsdatei vor. Ein grafisches Frontend gibt es für diese Aufgabe nicht. We bei allen vorgstellten Projekten funktioniert auch hier das Verändern der Oberfläche mit Hilfe von CSS, da diese Technik am flexibelsten ist.

Wer sich gerne über die letzten Änderungen am Wiki auf dem Laufenden halten möchte, den bedient auch das Dokuwiki mit entsprechenden Informationen: Es liefert eine Liste der Seiten als RSS- oder Atomfeed aus, die Sie problemlos in aktuelle Reader einbinden.

Dokuwiki unterstützt zahlreiche Sprachen für die Oberfläche, die Sie jeweils durch das Einfügen einer entsprechenden Anweisung in der Konfiguration. Die Dokumentation von Dokuwiki gibt ausführlich darüber Auskunft. Auf den Dokuwiki-Seiten findet sich auch eine Möglichkeit, aktiv an der Übersetzung mitzuarbeiten. Daneben bietet das Wiki vollen UTF-8-Support für den Inhalt.

An Formatierungen unterstützt Dokuwiki alles, was das Herz begehrt. Text- und Absatzformate sind ebenso selbstverständlich wie Tabellen und das Einbinden von Grafiken in die Wikiseiten. Wie Mediawiki bietet Dokuwiki die Möglichkeit, Grafiken als Vorschaubild zu skalieren und nur auf Mausklick die große Version anzuzeigen. Die Funktion Section Editing erlaubt das Bearbeiten kleiner Abschnitte des Textes. Mit Hilfe der Funktion diff zeigt das Programm zwei Versionen einer Seite an, wobei Dokuwiki dann Unterschiede farbig hervor hebt.

Bei der Suche nach Inhalten steht eine Volltextsuche zur Seite. Eine Brotkrümmelnavigation am oberen Fensterrand zeigt den Weg an, den der Benutzer durch das Wiki genommen hat. Dokuwiki generiert automatisch Inhaltsverzeichnisse. Außerdem schützt das System Dateien vor dem Editieren, wenn Sie einen bestimmten Status erreicht haben.

Die Homepage von Dokuwiki liefert neben der ausführlichen Dokumentation eine Reihe von Tutorials. Diese beschäftigen sich mit dem Erweitern der Syntax, einem verbesserten Layout und Design sowie dem Hinzufügen neuer Funktionalität.

Abbildung 6: Dokuwiki eignet sich besonders für die Dokumentation technischer Prozesse.

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LinuxUser 06/2012

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