PWP

PWP [9] speichert die Wikiseiten in Textdateien und benötigt einen Webserver mit PHP ab Version 4.2. Falls PHP5 zu Einsatz kommt, setzt die Software den PHP4-Kompatibilitätsmodus voraus. Auch bei PWP geht die Grundkonfiguration schnell von der Hand: Es genügt das Entpacken eines Quelltextarchives und Aufruf der Index-Seite, schon läuft das Wiki. Änderungen an der Konfiguration nehmen Sie mit Hilfe eines Texteditors an den Konfigurationsdateien vor. PWP formatiert die Bildschirmausgabe mit Hilfe von CSS, was Sie an die eigenen Vorlieben anpassen dürfen.

PWP kennt keine Benutzerverwaltung. Lediglich Funktionen, wie der Export der Wiki-Seiten in statisches HTML versahen die Entwickler mit einem Passwortschutz. Lars Ackermann, Autor von PWP, empfiehlt, als Zugriffsschutz die Mechanismen des Webservers zu nutzen und den Zugriff auf das Wiki über die Datei .htaccess zu begrenzen.

PWP unterstützt zahlreiche Formatierungsoptionen: Textauszeichnungen, Einrückungen, Tabellen und das Einbinden von Grafiken. Grafiken müssen Sie dazu zunächst in einem eigenen Bereich des Wikis, genannt Uploaded Files heraufladen. Anschließend erlaubt die Software dann ein Link auf die Grafiken aus jeder Wiki-Seite heraus. Der Bereich Uploaded Files nimmt auch Dateien anderer Formate auf, die dann allen Benutzern des Wikis zur Verfügung stehen.

Das Wiki benutzt eine Versionskontrolle, in der es alle alten Revisionen der Wikiseiten ablegt und bei Bedarf wiederherstellt. Mit Hilfe eines Diff zeigt es die Unterschiede zwischen zwei Versionen einer Seite übersichtlich an. Bei der Suche nach Informationen hilft eine Volltextsuche über alle Wikiseiten, die auch hochgeladene Textseiten aus dem Bereich Uploaded Files mit einschließt.

Auf Wunsch generiert PWP Reports über die Wikiseiten. Dabei haben Sie die Wahl zwischen hierarchischen Listen, Tabellen, einem Schlagwortindex oder einer Liste, die neben der Überschrift auch die ersten Sätze der Wiki-Seiten enthält. PWP erzeugt auf Knopfdruck Kalender. Für jeden Monat gibt es eine Seite, dazu eine Jahresübersicht. Wie von Mediawiki gewohnt, erzeugt PWP ein Inhaltsverzeichnis aus den Überschriften erster und zweiter Ordnung am oberen Ende der Seite.

Während Sie eine Seite bearbeiten, sperrt PWP diese gegen den Zugriff anderer Autoren. Auf Wunsch exportiert PWP den gesamten Inhalt des Wikis in einen gesondertes Verzeichnis in statische HTML-Seiten. Die englischsprachige Onlinehilfe erklärt ausführlich das von Mediawiki abweichende Markup sowie Installation und Konfiguration von PWP.

Abbildung 2: PWP ist schnell eingerichtet und bietet die wichtigsten Funktionen eines Wikis.

MoinMoin

MoinMoin [10] ist als einziges hier vorgestelltes Wiki in Python realisiert. Es benötigt zum Funktionieren einen Webserver mit entpsrechendem Python-Support. Zum lokalen Ausprobieren gibt es eine vollständig ohne Webserver lauffähige Version von MoinMoin mit Namen Desktop MoinMoin [11]. Eine weitere lokale Installationsmöglichkeit besteht darin, MoinMoin mit dem integrierten Server zu betreiben. Dies setzt dann lediglich eine funktionierende Python-Installation voraus.

Für ein offenes Wiki, an dem jedoch viele Benutzern gleichzeitig arbeiten, empfiehlt es sich, eines Webservers zu verwenden. Unter [12] beschreiben die Entwickler von MoinMoin verschiedene Szenarien, wie das Programm zum Einsatz kommt. Das Wiki speichert jeden Text in einem Verzeichnis, das nach den Wikiseitennamen benannt ist.

Die Oberfläche von MoinMoin erscheint auf Wunsch auf Deutsch; ein Umschalten der Sprache ist direkt im Wiki möglich. Intern verwendet das Wiki UTF-8 zum Speichern der Texte. Mit Hilfe von Makros und Themes passen Sie das Wiki an Ihre Bedürfnisse an. Auf der MoinMoin-Homepage liegen etliche dieser Makros fertig zum Einsatz bereit.

MoinMoin hat eine Benutzerverwaltung integriert, die eine präzise Rechtevergabe ermöglicht. Zudem sperrt das Programm Seiten während dem Bearbeiten, sodass es nicht zu konkurrierenden Zugriffen kommt. Es ist möglich, Texte umzubenennen. Daher darf der Administrator festlegen, wenn beispielsweise Hilfeseiten oder Texte nicht mehr editierbar sind.

Das Markup ermöglicht Zeichen- und Absatzformatierungen, farbig hervorgehobenen Python-Quelltext, Links innerhalb des Wikis und nach außen, auf Wunsch auch mit erläuterndem Text. Listen und Icons sind ebenfalls dabei. MoinMoin unterstützt Tabellen. Als einziges hier vorgestelltes Programm nutzt es eine Art WYSIWYG-Editor zur Eingabe der Wikitexte. Außerdem erlaubt die Software das Erzeugen von Subpages. Als Besonderheit sticht hervor, dass das System die DocBook-Syntax bei der Eingabe von Text versteht und auf Wunsch auch Wikiseiten nach DocBook exportiert.

MoinMoin speichert alle Versionen eines Textes als Backup. So sind die letzten 100 Versionen über die Versionskontrolle zugänglich, alle anderen über die URL. Ein Diff zwischen zwei Versionen ist möglich, ebenso das Anzeigen der letzten Änderungen an einem Text.

Die letzten Änderungen am Wiki macht MoinMoin über einen RSS-Feed zugänglich. Eine umfangreiche Suchfunktion haben die Entwickler ebenfalls integriert: Diese erlaubt die Suche nach Seitentiteln oder im Volltext und versteht die Eingabe mehrere verknüpfbarer Suchbegriffe sowie den Einsatz logischer Ausdrücke. Das Wiki erstellt Indizes über Titel, Wörter und Kategorien.

Wirklich vorbildlich ist die Auswahl an Hilfstexten und Tutorials. Für jeden Einsatzzweck stehen ausführliche, leicht verständliche Anleitungen zur Verfügung.

Abbildung 4: MoinMoin bringt einen WYSIWYG-Editor zum Bearbeiten der Texte mit.

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