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Fünf schlanke Wikis ohne Datenbank

01.10.2006
Für die Dokumentation eines kleinen Projekts oder zum Sammeln von Informationen muss nicht immer ein schwergewichtiges Wiki mit Datenbank dahinter her. Oft tut es auch eine kleinere Lösung, die zum Speichern des Inhalts einfache Textdateien nutzt.

Wikis sind in Mode. Sie erlauben es einer mehr oder weniger großen Gemeinde von Nutzern, Informationen zusammen zu tragen und gemeinsam zu bearbeiten. Nicht immer sind an einem Wiki so viele Menschen beteiligt wie an der Wikipedia [1]. Auch Entwicklern nutzen Wikis zur Koordination und zum Planen, und in der Dokumentation sind sie ein gern gesehenes Hilfsmittel. Sie lehnen sich mit der offnen Arbeitsweise (jeder darf einen Beitrag einstellen oder editieren) an das Prinzip an, das auch die Blogs populär gemacht hat.

Bei überschaubaren Aufgaben bringt allerdings der Einsatz eines großen, Datenbank-basierenden Systems oft mehr Nachteile als Vorteile. Zu aufwändig gerät die Installation und Administration. Auch für kostenlose Webspace-Angebote, die oft keine Datenbank enthalten, bietet sich ein Wiki nur dann an, wenn es die Artikel einfach nur in Textdateien ablegt.

Allerdings stoßen auch die kleinen Wikis an Grenzen: Sie eignen sich für Projekte, in denen höchstens einige hundert Artikel zusammenkommen. Steigt die Zahl der Artikel weiter, sinkt die Verarbeitungsgeschwindigkeit drastisch. Dieser Artikel stellt fünf Wikis vor, die ohne Datenbank auskommen. Im Kasten "Datenbank-gestützte Wikis" finden Sie Links zu drei größeren Wiki-Projekte, die auch mit mehreren tausend Artikeln klarkommen.

Datenbank-gestützte Wikis

Für größere Projekte mit mehreren tausend Seiten taugen die im Artikel vorgestellten Wikis nicht mehr. Wer von vornherein erwartet, dass eine Menge Artikel zusammenkommen und zudem Wert auf eine ausgefeilte Benutzerverwaltung legt, sollte sich für ein Datenbank-gestütztes Wiki entscheiden.

Mediawiki: Das sicherlich bekannteste Wiki, das Basis des Online-Enzyklopädie Wikipedia samt der lokalen Ableger ist. Mediawiki [2] benutzt MySQL als Datenbank.

Wikka Wiki: Das Projekt [3] benutzt ebenfalls eine MySQL-Datenbank zum Speichern der Texte. Darüberhinaus erlaubt die Software das Erweitern über Plugins. Daher eignet sich das Programm vor allem für solche Projekte, bei denen die vollständigen Funktionen zu Beginn noch nicht feststehen.

ErfurtWiki: Dieses Programm [4] versteht sich auf verschiedene Datenbanken und liest auch Flatfiles als Backend ein. Sein Vorteil liegt darin, dass Sie das Aussahen über Plugins, Skins und Extension Module ebenfalls an Ihre individuellen Bedürfnisse anpassen können.

Im Netz finden Sie die Wikimatrix [5], die etliche Wikis mit und ohne Datenbank-Backend auflistet und die Eigenschaften der einzelnen Systeme in einer umfangreichen Tabelle zusammen stellt.

Die Kandidaten

Mit Wikepage, PWP, MoinMoin, PmWiki und Dokuwiki stellt dieser Artikel fünf Wikis vor, an der die Projektmitglieder aktiv weiterentwickeln. Alle Projekte versprechen eine einfache Installation ohne Datenbankkenntnisse. Im einfachsten Falle läuft das System nach dem Auspacken eines Quelltext-Archivs auf dem Webserver. Einige Systeme erlauben ein Anpassen des Aussehen durch Vorlagen oder Makros oder das Erweitern der Funtionalität durch Plugins.

Ein wichtiger Aspekt ist der Zugriffsschutz. Wenn ein Wiki für jedermann offen ist, besteht die Gefahr, dass Zeitgenossen oder Robots das Wiki für Propaganda oder Werbung missbrauchen. Ein Beispiel für den Missbrauch ungeschützter Wikis ist die Homepage von Tipiwiki [6]. Im August 2006 war fast das gesamte Wiki mit Werbelinks zugemüllt, so dass die Seiten bis auf die Einstiegsseite nicht mehr nutzbar waren.

Während Wikis wie Mediawiki eine ausgefeilte, auf eine Datenbank gestützte Benutzerverwaltung mitbringen, die unterschliche Benutzergruppen mit genau definierten Rechten ermöglicht, fehlen diese Möglichkeiten bei den kleinen Wikis häufig. Ebenfalls von Interesse ist der verwendete Wiki-Dialekt, also des Markups zum Erstellen von Auszeichnungen oder Links. Falls später einmal der Wunsch besteht, auf ein größeres System umzusteigen, lohnt es sich zu wissen, inwieweit Sie den Inhalt dazu noch einmal umformatieren müssen.

Wikepage

Das Wiki Wikepage [7] funktioniert nach dem Motto "Auspacken und loslegen". Die Gesamtgröße des Paktes liegt unter 38 KByte und Autor Sefer Bora Lisesivdin nennt dafür einen guten Grund: Zu Zeiten des Commodore 64 standen dem Entwickler lediglich 38911 Bytes zur Verfügung, und trotzdem existierten lauffähige Programme. Daher, so sein Versprechen, werde der Code von Wikepage nie größer als 38911 Byte. Allerdings arbeitet er an einer Plugin-Schnittstelle.

Wikepage basiert auf dem Code von Tipiwiki [6] und benötigt einen Webserver mit PHP 5.1.4 oder besser. Die Installation setzt lediglich voraus, das Programmarchiv zu entpacken, und schon geht es los. Wikepage lässt sich über Themes verändern und mit Hilfe einer Übersetzungsdatei, die Sie einfach nur in das Basisverzeichnis des Wikis kopieren, mit einer deutschen Oberfläche versehen.

Das Aussehen des Wikis passen Sie mit Hilfe von Themes an Ihre Wünsche an. Eine Reihe fertiger Vorlagen, die als Ausgangspunkt für eigene Experimente dienen könnten, finden sich im Internet [8].

In der Grundkonfiguration steht das Wiki für jeden Besucher offen. Es existiert einen Personal Mode, in dem vor dem Bearbeiten der Seite ein Passwort einzugeben ist. Dieses Passwort gilt für alle Seiten; das Programm erlaubt es nicht, verschiedenen Benutzern unterschiedliche Rechte einzuräumen.

Die Formatierungsoptionen reichen von verschiedenen Textauszeichnungen über Listen bis hin zu einfachen Tabellen. Auch das Integrieren von Bildern in die Wikiseiten haben die Entwickler vorgesehen. Der Wiki-Dialekt weicht allerdings sehr stark von dem der Mediawiki ab; bei der Übernahme der Inhalte in ein anderes Wiki wäre also mit Schwierigkeiten zu rechnen.

Unglücklicherweise sieht es bei Wikepage in Bezug auf Anleitungen oder Handbücher eher dünn aus: Weder auf der Homepage noch im Quelltextarchiv findet sich eine Beschreibung des Markups oder eine Anleitung, wie eigene Themes herzustellen sind.

Abbildung 1: Der einfache Aufbau von Wikepage erlaubt zwar ein schnelles Aufsetzen, aber der Mangel an Dokumentation verhindert ein zügiges Arbeiten.

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