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Bildschirmvideos mit Demorecorder auzeichnen

01.10.2006 Bildschirmaktionen lassen sich mit freier Software unter Linux nur recht umständlich aufzeichnen. Das kommerzielle Tool Demorecorder zeigt, wie es einfacher geht.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Screencasts – neuhochdeutsch: Screencasts – bringen Ihnen komplexe Programme auf visuelle Weise näher, langweilen also nicht mit seitenlangen Beschreibungen. Kleine Filmchen zeigen, wie Sie eine bestimmte Software bedienen, der Entwickler kommentiert die einzelnen Schritte. Gerade unter Linux erfreuen sich Screencasts zunehmender Beliebtheit, denn hier beinhaltet kaum eine Software ein Handbuch.

Allerdings gibt es noch keine freien Tools, um die Streifen schmerzfrei mit Bild und Ton zu erzeugen. Meist müssen die Nutzer nachträglich eine Audiospur einfügen und sie manuell mit dem Bild synchronisieren. Das klappt zwar, erweist sich aber in der Praxis als recht mühselig [1]. Die kommerzielle Software Demorecorder [2] führt Bild und Ton schon bei der Aufnahme zusammen: Während Sie ein Programm bedienen, sprechen Sie Kommentare direkt in ein Mikrofon.

Vom Mitschnitt zum Film gelangen Sie mit Demorecorder in zwei Schritten: Im ersten Schritt zeichnen Sie Ihre Bildschirmaktionen auf. Im zweiten Schritt wandeln Sie die rohen Daten mit einem Skript in die Formate MPEG 1,2 und 4, AVI sowie Flash um. Die Skripte schneiden Sie mit diversen Parametern auf Ihre Bedürfnisse zu, um zum Beispiel Filme in einer bestimmten Auflösung und Soundqualität zu generieren. Erzeugen Sie einen Flash-Film, müssen Sie diesen zudem auf einen Webserver überspielen, um ihn anzusehen – eine Eigenheit von Flash.

Kauf mich

Eine Testversion von Demorecorder finden Sie auf der Heft-CD, die erzeugten Screencasts tragen allerdings Wasserzeichen. Gefällt Ihnen, was Sie sehen, machen Sie über den Onlineshop eine Vollversion aus der Demo: Die Standardversion für rund 41 Euro baut AVI- und MPEG-Dateien, die Webedition für gut 65 Euro erzeugt auch Screencasts im Flash-Format (Abbildung 1). Die Lizenzen schalten also unterschiedliche Features frei – welche das jeweils sind, offenbart der Link Features auf der Webseite.

Abbildung 1: Demorecorder erzeugt auch Filme im Flash-Format, wahlweise mit oder ohne integrierte Bedienelemente.

Den Lesern von LinuxUser bietet der Entwickler des Programms – der Österreicher Christian Linhart – beim Kauf spezielle Konditionen an (siehe Kasten "Sonderkonditionen für LinuxUser-Leser").

Sonderkonditionen für LinuxUser-Leser

Wollen Sie die Software kaufen, erhalten Sie als Leser des LinuxUser bis zum 5. Oktober 2006 einen Rabatt von 20 Prozent. Dazu geben Sie im Demorecorder-Onlineshop [1] auf der Bestellseite der jeweiligen Produktversion einfach den Rabatt-Code LINUXUSER1006 in das Feld Coupon Code ein. Nach dem Kauf erhalten Sie per Mail einen Aktivierungscode, den Sie direkt auf die Testversion von der Heft-CD anwenden und damit die entsprechenden Programmfeatures freischalten.

Dazu finden Sie auf der Demorecorder-Webseite den Link Activate License. Dort geben Sie den Code an sowie die so genannte Host-ID des Programms. Die generieren Sie, indem Sie im Verzeichnis /opt/DemoRecorder/bin über den Befehl ./demorec_hostid ein Skript ausführen. Sie erhalten nach der Eingabe eine Bestätigung per E-Mail und anschließend die Lizenz in Form einer Textdatei. Diese gehört in das Verzeichnis /opt/DemoRecorder/licenses.

Installation

Die Software gibt es als RPM-Datei oder TGZ-Archiv. Das RPM-Paket installieren Sie – mit Root-Rechten – über rpm -Uhv DemoRecorder-2.5alpha9q-2.i386.rpm. Für Debian und Ubuntu verwandeln Sie es mit dem Befehl alien -i DemoRecorder-2.5alpha9q-2.i386.rpm in ein Debian-Paket und spielen es dann mit sudo dpkg -i DemoRecorder-2.5alpha9q-2.i386.deb ein.

Das TGZ-Archiv entpacken Sie als Root-Benutzer über das Kommando tar xvzf DemoRecorder-2.5alpha9q-2.i386.tgz -C /opt. Die Skripte finden Sie im Verzeichnis /opt/DemoRecorder/bin, um sie systemweit zu starten, legen Sie jeweils einen Soft Link nach /usr/bin/. Wollen Sie das Tool in ein anderes Verzeichnis installieren, tragen Sie nach dem -C den entsprechenden Pfad ein. Anschließend führen Sie ./demorec-set-install-dir im Skriptverzeichnis von Demorecorder aus, um die Pfade des Tools zu aktualisieren.

Sie rufen das Programm auf, indem Sie auf der Kommandozeile wieder in das Skriptverzeichnis wechseln und ./demorec eingeben. Nun erscheint ein Fenster mit dem Bedienfeld für Demorecorder (Abbildung 2), in dem auch der Standard-Windowmanager erscheint. Das Programm legt in Ihrem Homeverzeichnis den Ordner demorec an, in dem es später die aufgezeichneten Screencasts zwischenlagert. Ebenfalls im Homeverzeichnis finden Sie den versteckten Ordner .DemoRecorder, in die das Tool die Konfigurationsdatei preferences kopiert.

Abbildung 2: Über Record beginnen Sie mit der Aufnahme, über die Datei preferences regeln Sie, welchen Desktop Demorecorder filmt.

Sie können demorec auch verschiedene Optionen mit auf den Weg geben. Die Parameter --height und --width verändern zum Beispiel Höhe und Breite des genutzten Desktops, über --xgl bereiten Sie den Recorder darauf vor, eine Xgl-Session aufzuzeichnen. Ein Howto auf der Demorecorder-Webseite erklärt, wie Sie das noch experimentelle Feature einrichten [3].

Um die Software im Fullscreen-Modus zu betreiben, müssen Sie den Login-Manager Gdm manipulieren. Wie das geht, lesen Sie in der Datei InstallFullscreen.txt im Ordner /opt/DemoRecorder/doc.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

Zum Blog von Kristian Kißling →


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LinuxUser 06/2012

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