Bedrohte Spezies
TV-Aufnahmen mit analogen Karten
The winner is…
Die mit Abstand beste Qualität produzierte auf der Flyvideo-3000-Karte mit dem Philips-Chipsatz saa7134 das Kommandozeilenprogramm ffmpeg. Über den Kommandozeilenparameter -target pal-dvd lieferte es eine qualitativ hochwertige Aufnahme bei einem Speicherverbrauch von lediglich 50 MByte pro Minute und einer Auflösung von 720x576 Bildpunkten. Es füllt damit optimal die Lücke zwischen zu großen Dateien im Rohformat und zu schlechter Qualität mit MPEG4. Die Aufnahmen lassen sich zudem ohne weitere Konvertierung in einem DVD-Authoring-Programm verarbeiten.
Schwächen zeigt Ffmpeg im hochkomprimierten Bereich. Benutzen Sie den im Kasten "Auf der Kommandozeile" abgedrucken, zweiten Ffmpeg-Befehl, erstellt das Programm zwar eine sehr kleine Videodatei, diese ist qualitativ aber auch sehr schlecht. Selbst wenn Sie die Bitrate über den Parameter -b 1800 auf 1,8 Mbit/s anheben, kommt Ffmpeg nicht ganz an die Qualität der MPEG4-Aufnahme von Mplayer heran.
Eine absolut perfekte Aufzeichnung erreichen Sie mit der Option -target dv. Hier steigt der Speicherverbrauch allerdings deutlich an, und mit bloßem Auge ist kaum ein Unterschied zum DVD-Format zu erkennen. Da sich bei Ffmpeg im Vergleich zu Streamer oder Mencoder auch die Prozessorbelastung in Grenzen hält, platziert sich das Programm als klarer Favorit für analoge TV-Aufnahmen unter Linux.
Infos
[1] Analoges TV unter Linux: http://www.bytesex.org
[2] Cinelerra: Peter Kreußel, "Großes Kino", LinuxUser 04/2006, S. 68
[3] Streamer-Howto: http://www.linuxforen.de/forums/showthread.php?t=88454
[4] Kalva: http://kalva.berlios.de



