Grafischer Dateiprüfer Afick

Obwohl deutlich weniger in der Schusslinie als andere Betriebssysteme, bedrohen auch Linux Schwachstellen und Rootkits. Wer sicher sein möchte, dass sein System nicht böswillig verändert wurde, der unterzieht es regelmäßig einer Integritätsprüfung mit einem Programm wie Afick (http://afick.sourceforge.net/).

Im Gegensatz zu anderen Integritätsprüfern bringt Afick eine grafische Oberfläche und sogar ein Webmin-Modul mit, Die komfortable Bedienung erleichtert besonders Einsteigern die Dateiprüfung. Erfahrene Anwender steuern Afick alternativ über die Konsole.

Welche Dateien Afick überwacht, legt der Benutzer in der Konfigurationsdatei fest. Die vorgefertigten Afick-Pakete der Distributionen enthalten dafür in der Regel schon eine sinnvolle, dokumentierte Standardkonfiguration. Sie dient dem Anwender als Grundlage für spätere Optimierungen. Bevor das Programm endgültig einsatzbereit ist, gilt es einen Initialisierunglauf durchzuführen. Dabei legt Afick eine Referenzdatenbank mit Eckdaten aller Dateien an. Sie enthält MD5-Prüfsumme, Zugriffsrechte, Zeitstempel und Dateigröße. Gegen diese Referenz gleicht Afick bei späteren Prüfläufen die Ergebnisse ab und erkennt so, welche Dateien sich geändert haben.

Welche Eckdaten Afick bei welcher Datei prüft, legt der Anwender ebenfalls in der Konfiguration fest. So genannte Makros vereinfachen dabei das Leben. Sso prüft das Makro ETC eine Datei auf Eigentums- und Zugriffsrechte, MD5-Prüfsumme, Größe und Anzahl der Inodes. Das Makro LOGS nimmt dagegen lediglich Eigentums- und Zugriffsrechte sowie die Anzahl der Verlinkungen unter die Lupe. Diese reduzierte Prüfung macht beispielsweise bei Log-Dateien Sinn,die permanenten Änderungen unterliegen.

Die Konfigurationsdatei bearbeitet der Benutzer mit einem Editor oder der Afick-Tk-Oberfläche. Letztere dürfte zwar komfortabler ausfallen, erspart aber immerhin den Aufruf mit Kommandozeilenparametern: Ein Klick startet eine Initialisierung oder einen Prüflauf.

Die grafische Oberfläche von Afick ordnet die Prüfergebnisse übersichtlich an.

Erweiterung für Cp

Extended Copy, kurz ecp, (http://www.nongnu.org/ecp/), versteht sich als erweiterte Version des Kommandozeilenbefehls cp. Wie das Original beherrscht Ecp das Kopieren ganzer Verzeichnisbäume, ohne dabei Zugriffs- und Bearbeitungszeitstempel zu verändern. Im Gegensatz zu Cp verfügt das Programm aber über eine Fortschrittsanzeige, die den Anwender über die Zahl bereits kopierter Bytes einer Datei informiert. Bewegt der Benutzer ganze Verzeichnisse, lässt sich der Kopierfortschritt über Parameter auf die Anzeige der Gesamtdatenmenge ausweiten.

Obwohl Ecp dem Namen nach ein erweitertes Cp sein will, fehlen einige der Funktionen des Originals. Dazu zählt etwa der Backup-Parameter, der gleichnamige Zieldateien vor dem Überschreiben schützt. Gleiches gilt für den Parameter, der die Eigentumsrechte einer Datei mit überträgt. Im Gegensatz zu Cp verfügt Ecp jedoch über eine Kill-Option (-k), die das Programm veranlasst, die Quelldatei nach erfolgreicher Kopie zu löschen, was einem Verschieben gleichkommt.

Eine weitere Funktion von Ecp ist das Kopieren von Dateien über eine FTP-Verbindung. Dabei darf der FTP-Server sowohl als Ziel wie auch als Quelle der zu kopierenden Dateien fungieren. Benutzername und Passwort zum Authentifizierung gibt man wie von Wget oder Ssh gewohnt in die URL ein. Ein Port-Parameter ermöglicht außerdem, FTP-Server anzusprechen, die nicht auf den Standardports laufen. Wer hinter einem Proxyserver sitzt, muss auf FTP-Kopien aber verzichten: Ecp unterstützt diese Funktion nicht.

Zudem lässt sich nur eine Datei pro Programmaufruf via FTP kopieren, das rekursive Übertragen ganzer Verzeichnisse ist nicht möglich. Dafür stellen Verbindungsabbrüche kein Problem dar: Ecp bietet eine Resume-Funktion, sofern der FTP-Server dieses Feature unterstützt.

Bei ecp handelt es sich um ein junges Programm, das gerade in Version 0.1.5 Beta erschienen ist. Sie beseitigt ein Problem mit der Speicherverwaltung und führt den erwähnten Parameter zur Anzeige des Gesamtfortschritts bei rekursiven Kopiervorgängen ein.

Falls nicht anders angegeben, zeigt Ecp den Kopierfortschritt für jede Datei einzeln an.

Kurz notiert

Am 8. September 2006 findet in Leipzig der Workshop "Python im deutschsprachigen Raum" statt, den das Schulungsunternehmen Python Academy in Kooperation mit der Uni Leipzig organisiert. Das Themenspektrum erstreckt sich von einer Einführung für Python-Einsteiger über Webanwendungen mit Python bis hin zum Einsatz der Programmiersprache in der Wissenschaft. Die Teilnahmegebühr beträgt 65 Euro, nähere Informationen finden Sie unter http://www.python-academy.de/workshop.

Zum sechsten Mal findet der Practical Linux-Tag in diesem Jahr an der Fachhochschule Gießen statt. Unter dem Motto "Pinguine beißen nicht" informieren am 21. Oktober verschiedene Vortragsreihen praxisnah über das freie Betriebssystem. Ausrichter sind die Linux User Group Gießen in Kooperation mit der Fachhochschule und dem Transferzentrum Mittelhessen. Der Eintritt ist frei, die Gastgeber erwarten 600 Besucher. Das detaillierte Vortragsprogramm steht ab Mitte September auf der Webseite http://www.practical-linux.de parat.

Das auf Linux-Kritiken und Spiele-Informationen spezialisierte Webportal Phoronix (http://www.phoronix.com/) bietet mit der Linux-Hardware-Datenbank Phoronix LCH einen neuen Dienst an. Die Datenbank lebt von Informationen und Erfahrungsberichten der registrierten Anwender. Die Datensammlung ist damit unabhängig von den Hardware-Kompatibilitätslisten der verschiedenen Distributoren. Viele Einträge halten umfangreiche Informationen wie Auszüge aus dem /proc-Verzeichnis vor.

Bei Microsoft setzt sich die Einsicht durch, dass an dem freien ISO-zertifizierten Open Document Format (ODF) kein Weg vorbei führt. Nachdem OpenOffice und KOffice das Format schon lange unterstützen, zieht Microsoft jetzt nach und kündigt ein ODF-Plugin für die Bürosuite Office 2007 an. Ein erster Prototyp, der sich in Word einklinkt, steht auf Sourceforge (http://sourceforge.net/projects/odf-converter) zum Download bereit. Erweiterungen für ältere Office-Produkte und weitere Anwendungen des Pakets, wie Excel, sollen folgen.

AVM, Hersteller weit verbreiteter ISDN- und DSL-Hardware wie der Fritz!Box, stellt die Weiterentwicklung von Linux-Treibern für ADSL-1.0-konforme Hardware ein. Die Hardware sei technisch und treiberseitig ausgereizt, teilte der Hersteller mit. AVM verweist auf Open-Source-Projekte wie mISDN, die Treiber in eigener Regie weiter entwickeln. Für neuere Produkte wie die Fritz!Box oder den Fritz!WLAN-USB-Stick bietet AVM nach wie vor aktuelle Linux-Treiber an.

Mit OpenOffice 2.0.3 erschien Ende Juni eine neue Version der freien Office-Lösung. Die glänzt durch verbesserte Performance, die besonders Tabellenberechnungen anspornt. Der Import und Export von Microsoft-Office-Dokumenten soll ebenfalls besser funktionieren. Außerdem beseitigten die Entwickler drei Sicherheitslücken, die in Java-Applets, Makros und beim Laden fehlerhafter XML-Dokumente auftraten. Sie finden die aktuelle OpenOffice-Version auf unserer Heft-CD im Verzeichnis LinuxUser/openoffice.

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