Home / LinuxUser / 2006 / 09 / RAW-Bilder konvertieren

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

„Klickbunt auf dem Server? Warum nicht, wenn's hilft!"
(220 Punkte bei 8 Stimmen)
Wheezy + Kernel 3.9.2 + LXDE
(185 Punkte bei 5 Stimmen)
KDE 4.10.2, Gnome 3.6 und mehr
(143 Punkte bei 5 Stimmen)
Google schmeißt Jabber raus ...
(121 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

Rohe Daten

RAW-Bilder konvertieren

01.09.2006 Die RAW-Umwandler unter Linux bekommen Zuwachs: Rawstudio arbeitet trotz seines jungen Alters schon zuverlässig. Wir erklären die Bedienung der bislang undokumentierten Software.

Viele Besitzer hochwertiger digitaler Kameras speichern ihre Bilder lieber im RAW- als im JPEG-Format. Es speichert die Fotos mit der größeren Farbtiefe von 12 statt 8 Bit pro Kanal und bietet so mehr Spielraum beim Nachbearbeiten. Beim "Entwickeln" dieses digitalen Negativs setzen die meisten Fotografen UFraw ein, das zusammen mit den RAW-Grundlagen schon Thema in LinuxUser war [1]. Der Newcomer Rawstudio [2] betont dem Vorgänger gegenüber eher die Einfachheit des Workflows beim Konvertieren vieler RAW-Dateien.

Weil das Projekt mit Version 0.2 ziemlich am Anfang der Entwicklung steht, gibt es noch keine leicht installierbaren Binärpakete. Den Quellcode finden Sie auf der Heft-CD. Wie alle anderen Linux-RAW-Programme verwendet Rawstudio den RAW-Decoder Dcraw von Dave Coffin [3]. Den müssen Sie für Rawstudio aber nicht extra installieren, das Tar-File enthält die nötigen Dcraw-Dateien. Ansonsten setzt Rawstudio nur die Gtk- und Glib-Entwicklungsbibliotheken ab Version 2.6 voraus. Optional verwendet es das Werkzeug Gnome-Raw-Thumbnailer [4], einzelne Funktionen von Gtk 2.8 und die Gconf-Bibliothek.

Verzeichnisse verarbeiten

Nach dem Starten des Programms wartet erwartet den Anwender beim Öffnen über FileOpen die erste Überraschung. Rawstudio möchte nämlich keine einzelnen Dateien öffnen, sondern ganze Verzeichnisse, in denen sich RAW-Bilder befinden. Das Programm kann auch 8-Bit-Bildformate wie JPEG und PNG anzeigen. Dazu ist es allerdings nötig, in den Einstellungen unter EditPreferences den Punkt Load 8 Bit photos zu aktivieren. Haben Sie ein RAW-Verzeichnis ausgewählt, zeigt Rawstudio die Thumbnails im ersten Reiter der oberen Leiste (Abbildung 1). Diese Reiter unterstützen einen Arbeitsablauf, innerhalb dessen Sie Fotosammlungen nach unterschiedlichen "Prioritäten" klassifizieren.

Zu Beginn sind alle Bilder im oberen Reiter abgelegt, mit den Tasten [1] bis [3] weisen Sie die entsprechende Priorität zu. Rawstudio legt dann ein Duplikat des Thumbnails im entsprechenden Reiter an. Im weiter unten liegenden Reiter U reduziert sich die Anzahl der nicht klassifizierten Fotos entsprechend. Löschen Sie mit Entf ein Foto aus dem Arbeitsbereich, landet es im Fach D (wie deleted), die Originaldateien bleiben davon aber unberührt. Nur beim Auswählen von FilePurge delete priority löscht Rawstudio die Dateien von der Platte, warnt aber davor.

Durch einfaches Anklicken laden Sie ein Bild in den Arbeitsbereich. Das Laden kann schon ein paar Sekunden dauern, denn bei RAW-Bildern gibt einiges zu rechnen. Im Test zeigte Rawstudio die geladenen Bilder immer mit Auto-Whitebalance, versuchte also, den Referenz-Weißwert automatisch zu finden. Das gelang nicht sehr gut, die Bilder wiesen einen deutlichen Blaustich auf. Allerdings kann Rawstudio auch den Weißabgleichwert verwenden, den die Kamera im Bild speichert. Beide Varianten lassen sich über das Menü EditWhite Balance erreichen, alternativ über die Shortcuts [A] (automatisch) respektive [C] (Kamera).

Abbildung 1: In der oberen Leiste zeigt Rawstudio die zu bearbeitenden RAW-Bilder, rechts finden sich die Bedienelemente.

Licht und Farben regeln

Im rechten Viertel des Fensters liegt die Leiste mit den Bedienelementen, mit denen Sie die RAW-Bilder "entwickeln". So stellen Sie mit dem oberen Regler Exposure die Belichtung des Fotos ein. Nach dem Start befindet sich der Schieberegler in der Mitte. Bewegen Sie ihn nach rechts, werden dunkle Partien im Bild heller. Darunter liegt mit Saturation der Regler für die Farbsättigung. Bewegen Sie ihn nach rechts, werden die Farben kräftiger.

Mit Hue verschieben Sie den dargestellten Bereich aus dem Farbraum. Intensität und Helligkeit bleiben also gleich, nur die Farben ändern sich. So nehmen Sie zum Beispiel eine Farbkorrektur vor. Den Kontrast stellen Sie über Contrast ein. Die letzten beiden Regler stehen wieder mit dem Weißabgleich in Zusammenhang. Wenn Sie mit [A] und [C] die White Balance verändern, sehen Sie Sie, wie Rawstudio diese beiden Werte anpasst. Genauso können Sie selbst also darüber den Weißabgleich einstellen, wenn weder Kamera- noch Auto-White-Balance das gewünschte Resultat liefern.

Die meisten Einstellungen eines Bilds lassen sich über das Menü EditCopy Settings oder das Tastaturkürzel [Strg]+[C] kopieren und nach dem Öffnen eines anderen Bilds auf dieses anwenden. Konkret sind das Exposure, Saturation, Hue, Contrast und White Balance. Die Werte für Warmth/tint fehlen aus unerfindlichen Gründen. Beim Einfügen mit [Strg]+[V] fragt Rawstudio, welche Einstellungen es anwenden soll. Die Werte für jedes Bild merkt sich das Programm. Es speichert sie, wie auch die Thumbnails, im Unterverzeichnis .rawstudio des Bildverzeichnisses. Werfen Sie ruhig einmal einen Blick in die dort befindlichen XML-Dateien, sie sind leicht zu verstehen.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

1392 Hits
Wertung: 80 Punkte (4 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

title_2013_06

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,95 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 60,60) können Sie im Medialinx-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Emacs als Psychologe
Emacs als Psychologe
Tim Schürmann, 21.05.2013 11:49, 0 Kommentare

Wer beim Schreiben in Emacs nicht mehr weiter weiß oder schier an einer Programmieraufgabe verzweifelt, der kann den eingebauten Psychologen um Rat fragen.

1966 entwickelte der Infor...

Aktuelle Fragen

Kontakt via QR code hinzufügen
Herman Sproesser, 17.05.2013 17:46, 3 Antworten
Hi hab in der aktuellen ausgabe 06.2013 den artikel über QR Codes gelesen. Ich hab nartürlich...
Dateimanager Dolphin, wo legt er die Datei Kommentare ab?
Uwe Heine, 16.05.2013 15:19, 1 Antworten
Suse Linux 12.1 - KDE 4.7.2 / Dolphin 1.7. Ich habe bei vielen Dateien über Dolphin Kommentare...
wie baut man Kernel Module so, dass sie mit jedem Kernel laden?
GoaSkin , 22.04.2013 10:22, 1 Antworten
Hallo, baut man anhand eines Kernel-Sources Module, nutzt Linux im Normalfall eine strikte V...
Problem beim Installieren von SuSe 12.3
Georg Prokert, 14.04.2013 00:04, 16 Antworten
Hallo, auf meinem neuem Laptop (Acer Aspire V3-771, Intel Core i5-3230 M, Intel HD Graphics 4...
lvm wieder loswerden
Peter Dibbern, 11.04.2013 16:28, 4 Antworten
Ich habe sämtliche alten Kisten ausgeschlachtet und aus der Teilen einen Rechner zusammengeschrau...