Distribits
Aus Suse wird OpenSuse
Zeitgleich mit dem Erscheinen der zweiten Alphaversion der kommenden Suse 10.2 haben sich die Entwickler entschlossen, die Distribution in OpenSuse (http://www.opensuse.org) umzubenennen. Damit trägt die Distribution nun den selben Namen wie das Projekt. Hinter dem Namenswechsel steht der Wunsch von Novell, die freie, Community-getragene Distribution über den Namen deutlicher gegen die für den Unternehmenseinsatz gedachten Produkte Suse Linux Enterprise Desktop und Suse Linux Enterprise Server abzusetzen.
Die OpenSuse-Alpha selbst enthält keine Überraschungen: Die Entwickler behoben einige Fehler, brachten KDE auf Version 3.5.3, KOffice auf 1.5.2 und OpenOffice auf 2.0.3rc1. Die Probleme mit dem grafischen Installationsprogramm sind noch nicht gelöst, auch die Alpha 2 erlaubt nur ein Setup im Textmodus.
Die Distribution umfasst fünf CDs. Eine davon dient zur Installation des Grundsystems. Für eine KDE- oder Gnome-Installation in Englisch oder Deutsch benötigen Sie die CDs 1 bis 3, sonst alle fünf. OpenSuse gibt es für die Architekturen x86, x86_64 und PPC. Mit der Freigabe von OpenSuse 10.2 ist nicht vor Ende des Jahres zu rechnen.
Beta-Version von Freespire
Freespire (http://www.freespire.org), die freie Variante der kommerziellen Debian-basierenden Distribution Linspire (http://www.linspire.org) ist in einer ersten Beta-Version erschienen. Ursprünglich für den ersten August geplant, erschien die Beta bereits Mitte Juli. Die Entwickler sehen diese Version noch nicht als Produktivsystem an.
Freespire liegt in Form einer kombinierten Live-/Installations-CD zum Download auf der Homepage des Projekts bereit. Das System startet in einen KDE-Desktop, der auf der aktuellen Version 3.5.3. basiert. Nach dem Start verlangt das System vom Anwender die Zustimmung zu einem End User License Agreement, ähnlich wie Mandriva Linux. Nach wenigen Handgriffe sind Tastatur und Bildschirm angepasst, ein sorgfältig gestalteter Desktop lädt zur Arbeit ein.
Anders als beim kommerziellen Bruder Linspire fällt die Software schon bei der Installation komplett aus. Als Browser verwendet Freespire Firefox, als E-Mail-Programm Thunderbird. OpenOffice 2 ist komplett dabei, ebenso wie das Linspire-Produkt LPhoto (http://lphoto.com/) zum Verwalten von Digitalfotos. Auf der Multimediaseite punktet Freespire mit lizenzierten proprietären Programmen wie Realplayer 10, Quicktime sowie Grafik-Treibern für aktuelle Nvidia- und ATI-Karten sowie MP3-Support.
Das Verwalten der Pakete übernimmt das "Click-N-Run-Warehouse" (CNR) von Linspire oder das altbekannte Apt-get. Neben der Freespire genannten Variante planen die Entwickler eine Freespire OSS Edition, die ausschließlich aus freier Software besteht. Einen Vorabtest der Freespire-Beta finden Sie in dieser Ausgabe.



